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VfL Stuttgart zerlegt Borussia Fulda - Sanew tanzt, Fulda taumelt

Ein lauer Märzabend in Fulda, Flutlicht, 29.278 Zuschauer - und ein Heimspiel, das für Borussia Fulda zum Albtraum wurde. Der VfL Stuttgart reiste an, sah, und siegte - und zwar mit 5:0. "Das war Lehrfilmstoff, aber leider nicht aus unserer Perspektive", murmelte Fulda-Trainer Ali Baba nach dem Schlusspfiff in seinen Schal.

Schon nach 60 Sekunden begann das Drama. Stanislaw Sanew, der 21-jährige Rechtsaußen, sprintete nach einem butterweichen Pass von Samuel Breze durch die Fuldaer Abwehr, als wären es Verkehrshütchen im Training. Keeper Manfred Kuehn streckte sich, doch der Ball zischte zum 0:1 ins Netz. "Ich wollte eigentlich querlegen", grinste Sanew später, "aber dann dachte ich - ach komm, gönn dir."

Fulda hatte sich gerade noch sortiert, da klingelte es erneut. In der 22. Minute tanzte Wouter Van Zandt, gerade mal 18, auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler aus, zog nach innen und traf trocken ins lange Eck. Juanito Brito hatte den Angriff eingeleitet, und auf der Stuttgarter Bank klatschte Trainer Venni Mislintat zufrieden in die Hände. Eine Minute später legte Sanew wieder nach - erneut nach Vorlage von Breze. 0:3 nach 23 Minuten. Die Fuldaer Verteidiger blickten sich gegenseitig an, als hätten sie gerade die Lösung eines komplizierten Rätsels verloren.

Fulda versuchte danach, sich zu wehren. Georges Bonald sah nach einem rustikalen Einsteigen Gelb (30.), Rui Coelho prüfte kurz nach der Pause den Stuttgarter Keeper Maurizio Corone mit einem satten Distanzschuss - einer von nur zwei Torschüssen der Gastgeber an diesem Abend. Die Statistik sprach Bände: 2:12 Torschüsse, 41 Prozent Ballbesitz, Tacklingquote 42 Prozent. "Wir haben alles gegeben", meinte Kapitän Niclas Lang, "nur der Ball hat nicht mitgespielt."

Stuttgart hingegen kontrollierte das Geschehen mit stoischer Gelassenheit. Kein wildes Pressing, kein übertriebener Einsatz - einfach kühles, präzises Passspiel, wie es in der Trainerlizenzprüfung beschrieben steht. Und wenn es doch mal hektisch wurde, beruhigte Vicente Valente im Mittelfeld die Szene mit einem eleganten Außenristpass.

In der 65. Minute war es wieder Sanew, der sein drittes Tor erzielte. Wieder hieß der Vorbereiter Breze, dessen jugendlicher Leichtsinn in diesem Spiel eher als Genie wirkte. "Samuel hat heute gespielt, als wäre er in einem Videospiel mit allen Cheats aktiviert", witzelte Mislintat später.

Fulda wechselte in der 76. Minute den Torwart - der 17-jährige Jan Bauer durfte sein Debüt feiern. "Ich dachte, ich bringe frischen Wind", erklärte Ali Baba mit einem gequälten Lächeln. Doch der Wind blieb aus, und stattdessen wehte in der 86. Minute noch einmal ein Stuttgarter Orkan über den Platz: Samuel Breze krönte seine Gala mit einem eigenen Treffer zum 0:5, nach Vorlage von Van Zandt.

Die Zuschauer reagierten erstaunlich gelassen. Einige klatschten, andere schüttelten den Kopf, viele bestellten noch ein letztes Bier. "Das war halt Stuttgart", meinte ein Fulda-Fan lakonisch. "Wenn die so weiterspielen, steigen die ab - also wir, nicht die."

Trainer Ali Baba fand deutliche Worte: "Wir haben versucht, Fußball zu spielen. Leider hat der Gegner dasselbe getan - nur besser." In der Pressekonferenz fragte jemand, ob er Konsequenzen ziehen werde. "Ja", antwortete er trocken, "morgen kein Mannschaftsfoto."

Auf der anderen Seite grinste Mislintat wie ein Mann, der weiß, dass seine Elf gerade eine Bewerbung für die Champions League abgegeben hat. "Fünf Tore, kein Gegentor, drei Vorlagen von einem 19-Jährigen, ein Hattrick von einem 21-Jährigen - das ist schon nett", sagte er, "aber ich fand unsere Rückwärtsbewegung fast noch schöner."

Stanislaw Sanew wurde schließlich zum Spieler des Spiels gewählt. Auf die Frage, ob er den Ball mitnehmen werde, sagte er: "Klar, der kommt über mein Bett. Vielleicht erinnert er mich daran, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Einer schießt, der andere jubelt."

Fulda dagegen steht nach dieser Lehrstunde mit hängenden Köpfen da. 0:5, keine Ausreden, kein Trost. Nur der Gedanke, dass es nächste Woche vielleicht besser wird. Vielleicht.

Und während die Flutlichter ausgehen und der Stadionlautsprecher die letzten Fans verabschiedet, hallt über die Ränge noch ein Satz, der alles zusammenfasst: "Heute war Stuttgart einfach eine Klasse zu gut."

Ein Satz, den in Fulda wohl noch lange keiner vergessen wird.

12.02.643994 05:24
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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