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VfL Stuttgart siegt 4:3 - ein Torfestival mit Nervenflattern und Nachspielzeit-Drama

Es war einer jener Abende, an denen der Fußballgott offenbar zu spät eingeschaltet hat, dann aber umso mehr Spaß an der Sache fand. 58.768 Zuschauer im ausverkauften Stuttgarter Stadion sahen ein 4:3-Spektakel gegen den FC Pforzheim, das so ziemlich alles bot, was man an einem kalten Januarabend braucht: Tore, Karten, Emotionen - und einen Stürmer, der nach Abpfiff grinsend meinte: "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen."

Der Mann des Abends war zweifellos William Lujan. Der 23-jährige Mittelstürmer des VfL Stuttgart traf dreimal (22., 50. und 76. Minute) und ließ die Pforzheimer Abwehr reihenweise wie Zapfsäulen aussehen. "Er war heute nicht zu halten", sagte Trainer Venni Mislintat, der nach dem Spiel mit hochrotem Kopf, aber zufriedener Stimme auf die Statistik blickte. "14 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz - das liest sich schön, aber ich hab zwischendurch zehn Jahre meines Lebens verloren."

Dabei hatte alles recht kontrolliert begonnen. Stuttgart, offensiv eingestellt, versuchte das Spiel über die Flügel aufzuziehen, während Pforzheim auf schnelle Konter lauerte. In der 22. Minute brachte Lujan die Gastgeber nach feinem Zuspiel von Luis Contreras in Führung - ein Abschluss wie aus dem Lehrbuch. Nur 20 Minuten später erhöhte Uwe Schubert mit einem satten Linksschuss nach Vorlage von Marcio Dominguez auf 2:0. Das Stadion bebte, der VfL war obenauf.

Doch Sekunden vor der Pause erinnerte sich Pforzheim daran, dass auch sie Fußball spielen können. Jannick Richter, ihr bulliger Mittelstürmer, traf nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Yannick Max zum 2:1 (44.). "Das war wichtig für den Kopf", meinte Pforzheims Coach Max Kaufmann später. "Leider war’s das dann auch kurz für den Kopf."

Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legte Lujan wieder los. In der 50. Minute drückte er einen scharfen Pass von Ingo Zabaleta über die Linie - 3:1. Stuttgart jubelte, Mislintat ballte die Faust. Aber Pforzheim weigerte sich, brav das Drehbuch zu erfüllen. Wieder war es Jannick Richter, der in der 64. Minute zuschlug - erneut nach Vorarbeit von Yannick Max. Der Mann mit der Rückennummer 2 hatte zu diesem Zeitpunkt schon Gelb gesehen und sollte später noch eine tragische Figur werden.

Denn während Stuttgart weiter anrannte, hielt Pforzheim tapfer dagegen. Felix Bayer verkürzte in der 79. Minute nach Vorlage von Ben Brinkmann auf 4:3, nachdem Lujan kurz zuvor (76.) sein drittes Tor des Abends erzielt hatte - vorbereitet von Carl Derlei, der nach dem Spiel meinte: "Ich hab ihm den Ball hingelegt, und der Rest war Routine. Vielleicht sollte ich auch mal so schießen können."

Das Spiel wurde hektisch, die Zweikämpfe härter. In der 88. Minute flog Pforzheims Yannick Max nach Gelb-Rot vom Platz - ausgerechnet der Mann, der zwei Vorlagen gegeben hatte. "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte er sich später mit einem bitteren Lächeln. Kaufmann hingegen war weniger amüsiert: "Wir haben uns selbst geschwächt. Aber wenn du mit langen Bällen spielen willst und der Rechtsverteidiger fliegt, dann wird’s halt schwierig."

Die Schlussminuten waren purer Nervenkitzel. Stuttgart zog sich zurück, wechselte Lujan aus ("Ich konnte nicht mehr laufen, aber das war’s wert", grinste er in der Mixed Zone). Mislintat brachte Carles Herreros, um die linke Seite zu stabilisieren - und stellte auf "Pressing? Jetzt erst recht!" um. Pforzheim rannte an, doch Torhüter Gabriel Greenwald hielt mit zwei Paraden in der Nachspielzeit den Sieg fest.

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel: 52,5 Prozent Ballbesitz für Stuttgart, 47,5 für Pforzheim; 14 zu 10 Torschüsse. Die besseren Nerven und der treffsichere Lujan gaben am Ende den Ausschlag.

"Wenn wir jedes Spiel so gewinnen, brauche ich bald einen Herzarzt im Trainerteam", witzelte Mislintat nach dem Schlusspfiff. Auf der anderen Seite fasste es Kaufmann trocken zusammen: "Wir haben vier Tore kassiert, aber immerhin keins geschenkt. Das ist ja auch was."

So endete ein packender Fußballabend mit einem 4:3, das in Stuttgart wohl noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird - und bei den Pforzheimern vermutlich für eine etwas längere Videoanalyse am Montagmorgen.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Abpfiff murmelte: "Wenn das so weitergeht, kauf ich mir demnächst Beruhigungstee statt Bier."

18.03.643987 05:45
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