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Veilchen blühen früh: Wien siegt 3:1 in Klagenfurt

Austria Klagenfurt hatte sich viel vorgenommen für diesen kalten Januarabend. 32.483 Zuschauer im Stadion, Flutlicht, das leise Sirren der Rasenheizung - alles war angerichtet für eine kleine Sensation am 4. Spieltag der 1. Liga Österreich. Doch am Ende roch es eher nach Veilchen - und zwar nach jenen aus Wien, die mit einem abgeklärten 3:1-Sieg die Heimelf in die Realität zurückholten.

Es ging gleich turbulent los. Schon in der 6. Minute ließ Wilhelm Rausch, der bullige Mittelstürmer der Wiener, keine Zweifel daran, dass er heute nicht zum Spazieren nach Kärnten gekommen war. Nach feinem Zuspiel von Dirk Peters, der mit der Präzision eines Architekten den Ball in die Schnittstelle zirkelte, schob Rausch eiskalt ein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Peters später, "aber wenn’s ein Assist wird, beschwere ich mich nicht."

Klagenfurt reagierte mit Wut im Bauch - und einem Hauch jugendlicher Unbekümmertheit. Besonders der 19-jährige Gianluigi Giorgio, seines Zeichens linker Verteidiger, wirbelte auf seiner Seite, als hätte er vergessen, dass er eigentlich hinten spielen sollte. In der 27. Minute zahlte sich dieser jugendliche Leichtsinn sogar aus: Giorgio flankte scharf in den Strafraum, wo der erfahrene Jamie Devaney (34) goldrichtig stand und per Direktabnahme den Ausgleich erzielte. Der Jubel war ohrenbetäubend, die Hoffnung greifbar.

"Da dachte ich, jetzt kippt’s", murmelte später Klagenfurts Trainer Rol Puk mit einem Gesichtsausdruck zwischen Stolz und Verzweiflung. "Aber dann kam halt wieder dieser Kuhn."

Gemeint war Elias Kuhn, der rechte Flügel der Veilchen, der sich nur fünf Minuten nach dem Ausgleich ein Herz fasste. Nach einem sehenswerten Zusammenspiel mit Horst Schreiber zog Kuhn trocken ab - und traf aus spitzem Winkel zum 2:1. Der Mann hatte zuvor schon die Gelbe Karte kassiert, aber das hinderte ihn nicht daran, den Fans von Klagenfurt mit seinem Torjubel noch eine kleine Lehre in Sachen Demut zu erteilen.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit Wiener Selbstbewusstsein und Kärntner Hoffnung, die leise verpuffte. Klagenfurt versuchte es mit kurzen Pässen, wie es die Taktik vorgab - aber Veilchen Wien stellte clever die Räume zu. Das Ballbesitzverhältnis (52 zu 48 Prozent für Wien) spiegelte die Kontrolle der Gäste wider, während die Hausherren mit ihren sechs Torschüssen zu harmlos blieben. "Wir haben gespielt wie ein Akkordeon - viel Bewegung, aber wenig Musik", scherzte Kapitän Devaney nach dem Spiel.

In der 72. Minute fiel dann die Entscheidung - und sie war so unscheinbar wie bitter. Der junge Noe Valdez, eigentlich linker Verteidiger, schlich sich bei einem Eckball an den zweiten Pfosten und drückte den Ball mit dem Knie über die Linie. 3:1. "Ich wusste gar nicht, dass ich so ein Knie habe", lachte Valdez in der Mixed Zone, während Trainer Olgaar Olgaarson stolz daneben nickte. "Wir haben heute gezeigt, dass Jugend kein Risiko, sondern eine Waffe ist", sagte der Wiener Coach.

Klagenfurt warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, aber außer einem späten Distanzschuss von Devaney (86.) und einer Gelben Karte für Marc Densham (91.) sprang nichts Zählbares mehr heraus. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, aber es hat uns kontrolliert", sagte Trainer Puk seufzend.

Statistisch betrachtet war das Duell ausgeglichen - 8:6 Torschüsse, fast gleich viel Ballbesitz - doch die Gäste wirkten in den entscheidenden Momenten reifer. Während Wien offensiv wie ein Uhrwerk lief, wirkte Klagenfurt eher wie ein Wecker, der nicht klingelte.

Als der Schlusspfiff ertönte, schauten die Kärntner Spieler betreten zum Rasen, während die Veilchen ihren Fans in der Kurve zuwinkten. Die Wiener sangen, die Kärntner schwiegen, und irgendwo hinter der Trainerbank summte jemand leise: "Immer wieder Wien."

Am Ende stand ein verdienter 3:1-Erfolg für Veilchen Wien. Drei Tore, drei Torschützen, drei Beweise, dass Effizienz manchmal schöner ist als Ästhetik. Und Klagenfurt? Die werden sich sagen, dass man auch aus Niederlagen etwas lernen kann - etwa, dass man Wilhelm Rausch keine zwei Meter Platz lassen sollte.

Oder, wie Puk mit trockenem Humor sagte: "Wir haben nicht verloren, wir haben nur drei Tore zu viel kassiert."

Ein Satz, der vielleicht bald auf einem T-Shirt steht - aber sicher nicht in der Tabelle hilft.

22.02.643987 19:32
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Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler
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