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Veilchen beißen sich die Zähne aus - Nullnummer gegen Feldkirchen

Es war einer dieser Abende, an denen die Veilchen Salzburg alles probierten - und trotzdem kein Tor erzielten. Vor 25.085 Zuschauern im ausverkauften Stadion endete das Duell mit dem SC Feldkirchen am 6. Spieltag der 1. Liga Österreich torlos, aber nicht ereignislos. Es war ein Spiel voller Chancen, gelber Karten und sarkastischer Kommentare auf der Pressekonferenz.

Schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, dass die Salzburger, von Trainer Franz Peeters in einer defensiv-ausgewogenen Grundordnung aufgestellt, das Geschehen bestimmen wollten. Oscar Greaves, der umtriebige Rechtsaußen, feuerte bereits in der 4. Minute den ersten Warnschuss ab. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste Greaves nach der Partie, "aber der Torwart hatte wohl andere Pläne."

Feldkirchen antwortete prompt: Maurice Gaudin prüfte in der 6. Minute Keeper Ignacio Velez, der allerdings so sicher zupackte, als hätte er nie etwas anderes getan. Danach übernahmen die Veilchen endgültig das Kommando. 15 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - doch die Bilanz blieb so leer wie das Tor der Gäste.

Jan Brinkerhoff, der linke Stürmer mit der Präzision eines Uhrmachers, scheiterte gleich mehrfach (8., 28., 48. Minute). "Ich hab’ das Netz schon wackeln sehen", erklärte er nach dem Spiel, "leider war’s nur der Wind." Neben ihm ackerte der 32-jährige Greaves unermüdlich, insgesamt fünfmal prüfte er Feldkirchens Torhüter Michele Grimaldi - und jedes Mal hieß es: kein Durchkommen.

Spätestens zur Pause roch es nach einem dieser Spiele, bei denen man sich fragt, ob der Fußballgott im Stau steckt. Feldkirchen stand tief, spielte kontrolliert, aber risikolos. Trainer Peeters gestikulierte wild an der Seitenlinie, während sein Gegenüber, offenbar von stoischer Gelassenheit beseelt, die Hände in den Manteltaschen ließ.

In der zweiten Halbzeit kam frischer Wind: Der 18-jährige Marvin Will ersetzte den erfahrenen Vincent Galindo. Ein mutiger Schritt, der prompt Wirkung zeigte - zumindest in Sachen Gelbe Karten. Nach einem beherzten Zweikampf in der 60. Minute sah der Youngster Gelb, nachdem bereits Brinkerhoff (54.) verwarnt worden war. "Er war halt motiviert", kommentierte Peeters trocken. "Vielleicht ein bisschen zu sehr."

Die Gäste hielten dagegen: Hans Hummel, Feldkirchens rechter Mittelfeldspieler, kassierte in der Schlussminute (90.) ebenfalls Gelb und grinste danach in Richtung Schiedsrichter, als wollte er sagen: "Na endlich, jetzt bin ich auch dran."

Statistisch betrachtet war es ein Spiel, das Salzburg hätte gewinnen müssen. 49 Prozent Ballbesitz, 15:2 Torschüsse, deutlich höhere Zweikampfquote - doch was zählen Zahlen, wenn der Ball nicht über die Linie will? Feldkirchen verteidigte mit einer Mischung aus Glück, Geschick und der unerschütterlichen Ruhe eines Teams, das mit dem Punkt zufrieden war.

Höhepunkt der zweiten Hälfte war vielleicht jener Moment in der 64. Minute, als Greaves mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern nur um Zentimeter verzog. Der Ball rauschte am Pfosten vorbei, und auf der Tribüne stöhnte ein älterer Herr: "Wenn der nicht reingeht, geht heut gar keiner rein!" - Er sollte recht behalten.

Auch die Schlussphase brachte keine Erlösung. Balazs Mintal, der agile Rechtsmittelfeldspieler, prüfte Grimaldi erneut (86.), doch der Feldkirchener Torwart wuchs über sich hinaus. "Ich hab einfach versucht, groß zu wirken", sagte Grimaldi bescheiden. "Und bei 1,87 ist das gar nicht so schwer."

Nach Abpfiff stand Peeters mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, das Gesicht zwischen Frust und Fassungslosigkeit. "Wir haben alles reingeworfen", sagte er. "Nur Tore leider nicht." Sein Kollege vom SC Feldkirchen - namentlich nicht überliefert, aber mit einem Grinsen, das Bände sprach - meinte lapidar: "Ein Punkt in Salzburg? Den nehmen wir mit. Und den Bus gleich hinterher."

Fazit: Ein 0:0 der klassischen Sorte - mit viel Aufwand, wenig Ertrag und einem Torwart, der sich als Wand in Menschengestalt entpuppte. Für die Veilchen Salzburg bleibt es ein Abend der verpassten Chancen, für Feldkirchen ein Erfolg der Effektivität.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn Schönheit im Fußball belohnt würde, hätten wir heute 3:0 gewonnen. Aber leider zählt immer noch das Runde im Eckigen."

Und so blieb der Ball rund, das Tor leer - und die Statistik eine bittere Erinnerung daran, dass Fußball manchmal einfach kein gerechtes Spiel ist.

27.03.643987 12:12
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