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Veeder-Show in St. Catharine: Quebec Blues zerlegen den Gastgeber mit 4:0

Es gibt Fußballabende, an denen man sich fragt, ob das Heimteam überhaupt wusste, dass es ein Spiel gibt. Der Freitagabend in St. Catharine war genau so einer. 27.000 Zuschauer kamen ins Stadion, um zu sehen, wie ihr St. Catharine FC gegen die Quebec Blues vielleicht ein kleines Wunder schafft. Am Ende sahen sie eine Lehrstunde - und einen Mann, der mit einem Huttrick alle Fragen beantwortete: Barend Veeder.

Schon nach elf Minuten war klar, dass das kein gemütlicher Heimabend werden würde. Veeder nahm einen Pass von Christopher Berard auf, zog kurz an, täuschte nach innen an - und versenkte den Ball so präzise ins lange Eck, dass Torwart Julien Bernier wohl eher nach dem Luftzug griff als nach dem Ball. 0:1, und das Publikum schwieg betreten. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Bernier später, "aber Veeder hat wohl andere physikalische Gesetze."

Dabei war St. Catharine gar nicht so passiv, wie das Ergebnis vermuten lässt: Über 52 Prozent Ballbesitz, ordentliches Passspiel, aber vier kümmerliche Torschüsse - das beschreibt den Abend treffend. Der FC hatte den Ball, die Blues hatten die Idee.

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Gerade hatte Quebec-Coach Lutz Lindemann noch den leicht angeschlagenen Olivier Krieger vom Feld genommen, da zeigte sich die frische Offensivkraft sofort. In der 49. Minute schickte Aaron Wyler den unaufhaltsamen Veeder mit einem Pass in die Tiefe. Der Stürmer blieb cool, ließ Philippe Satchmore ins Leere rutschen und schob zum 0:2 ein.

Nur sechs Minuten später durfte auch der assistierende Berard ran. Nach Vorarbeit von André Paré zog er aus 20 Metern ab - flach, wuchtig, unhaltbar. 0:3, und wer jetzt noch Hoffnung hatte, war vermutlich der Stadionsprecher. "Ab da wollten wir nur noch den Bus bekommen", witzelte St. Catharine-Mittelfeldmann Daniel Wiltshire nach dem Spiel.

Die Heimelf reagierte nicht, sie ertrug. Quebec dagegen spielte munter weiter, als ginge es um die Torjägerkrone. Veeder, mittlerweile mit einem Dauerlächeln im Gesicht, krönte seinen Abend in der 86. Minute. Nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Linus Wiese setzte er sich gegen zwei Verteidiger durch und köpfte zum 0:4-Endstand ein. Der Rest war Jubel in Blau. "Ich hab’ selten so einen Tag, an dem alles klappt", grinste Veeder im Kabinengang, "vielleicht lag’s am neuen Haarschnitt."

Trainer Lindemann zeigte sich gewohnt trocken: "Wir wollten offensiv auftreten und das Spiel dominieren. Dass es so deutlich wird, ist natürlich ein Bonus. Aber ich habe Barend schon gesagt: Nächstes Mal bitte auch defensiv mitarbeiten."

Von St. Catharine-Coach war nach Abpfiff nicht viel zu hören - was vielleicht besser so war. Ein anonymer Betreuer soll allerdings gemurmelt haben: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir gewonnen."

Statistisch gesehen war das Spiel fast absurd: 22 Torschüsse der Blues, vier der Gastgeber. Quebec wirkte aggressiv, lauffreudig und zielstrebig - das Wort "SURE" aus der taktischen Analyse passte perfekt. St. Catharine dagegen blieb im Modus "BALANCED" - was an diesem Abend nur bedeutete: ausgeglichen zwischen Ratlosigkeit und Resignation.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit höflichem Applaus. Vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Routine. Die Quebec-Anhänger hingegen sangen noch lange nach Abpfiff - und Veeder wurde mit einem improvisierten "Barend, Barend"-Chor gefeiert.

Ein kleiner Junge auf der Tribüne fragte seinen Vater: "Papa, warum schießen wir keine Tore?" Der Vater zuckte mit den Schultern: "Weil die anderen Barend Veeder haben."

Am Ende blieb ein klares 0:4, ein überragender Dreifachtorschütze und die Erkenntnis, dass man auch mit 52 Prozent Ballbesitz verlieren kann - wenn der Gegner 100 Prozent Zielstrebigkeit besitzt.

Und irgendwo in der Kabine von St. Catharine soll ein Spieler leise gesagt haben: "Vielleicht waren wir einfach nur Statisten in der Veeder-Show." Ja, genau das waren sie.

18.07.643993 17:55
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
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