Dagbladet Sport
+++ Sportzeitung für Dänemark +++

Vanløse tanzt Birkerød aus - 4:2-Sieg mit Schussfest und Schadenfreude

Wenn man 55 Prozent Ballbesitz hat, aber trotzdem vier Stück kassiert, kann man sich als Trainer schon mal fragen, ob der Fußballgott an diesem Abend vielleicht ein Vanløse-Trikot trug. Birkerød FF verlor am 33. Spieltag der 1. Liga Dänemark mit 2:4 gegen Vanløse BK - ein Spiel, das so unterhaltsam war, dass sich selbst die 12.500 Zuschauer fragten, ob sie nicht versehentlich in einer Offensivgala gelandet waren.

Dabei fing alles noch recht verheißungsvoll für die Gastgeber an. Trainer Andreas Depner hatte seine Elf offensiv ausgerichtet, die Flügelspieler Delgado und Pedersen rochierten fleißig, die Bälle liefen gefällig. Doch schon nach zehn Minuten stand es 0:1 - Vanløses Arnau Muno schlenzte den Ball nach Vorlage von Anders Andreasen unhaltbar in den Winkel. "Ich dachte, er will flanken", gab Birkerøds Torwart Alfred Toth später zu, "aber der Ball hatte offenbar eigene Pläne."

Birkerød schüttelte sich kurz und kam in der 27. Minute zurück: Waldemar Pedersen traf nach feiner Vorarbeit von Quinter Bolsius zum Ausgleich. Das Stadion tobte, Depner ballte die Faust, und kurzzeitig glaubte man an die Wende. Doch Vanløse antwortete eiskalt. In der 40. Minute nutzte Ricardo Antonio eine Unachtsamkeit in der Innenverteidigung und stellte auf 1:2. "Ich hab’ nur kurz nach dem Linienrichter geschaut - da war’s schon passiert", fluchte Birkerøds Abwehrchef Cesc Bujia nach Abpfiff.

Zur Pause sah alles noch offen aus, doch Vanløse kam mit einem Plan aus der Kabine, und der hieß: Effektivität. In der 49. Minute jagte Max Morriss einen Flachschuss ins lange Eck - 1:3. Das war der Moment, in dem man im Publikum das erste "Oh je" hören konnte. Als dann auch noch Jesper Brodersen in der 68. Minute nach einem Eckball von Bertil Kristoffersen das 1:4 markierte, griff Depner verzweifelt in die Trickkiste. "Ich wollte offensiv wechseln, aber mir fehlten die Ideen - und ehrlich gesagt auch die passenden Spieler", gab der Trainer mit einem gequälten Lächeln zu.

Immerhin hatte Birkerød das letzte Wort: In der 70. Minute traf Cristobal Delgado aus spitzem Winkel, nachdem Claus Albers das Spiel schön verlagert hatte - 2:4, kosmetisch, aber wenigstens ein Achtungszeichen. "Wir wollten zeigen, dass wir noch leben", meinte Delgado später, "auch wenn Vanløse heute einfach zu clever war."

Und clever waren sie tatsächlich. Nur 44 Prozent Ballbesitz, aber doppelt so viele Torschüsse (16 zu 8) - Vanløse spielte den perfekten Konterfußball. Trainer Sy On, sonst für seine stoische Miene bekannt, grinste nach dem Spiel unverhohlen. "Wir wussten, dass Birkerød aufmacht. Da muss man nur noch zustechen - und das haben wir getan."

Einziger Wermutstropfen für die Gäste: Stürmer Ricardo Antonio musste in der 53. Minute verletzt raus, nachdem er bei einem Kopfballduell unglücklich gelandet war. "Er hat sich wohl die Schulter gezerrt", sagte On, "aber das Tor davor entschädigt ihn sicher ein bisschen." Ersatzmann Dirk Siebert fügte trocken hinzu: "Ich hatte kaum Zeit zum Warmmachen - aber bei 4:1 lässt sich’s auch ohne Schweiß ganz gut aushalten."

Statistisch betrachtet war Birkerød das aktivere, aber ineffektivere Team. Mehr Ballkontakte, aber weniger Durchschlagskraft. Vanløse hingegen war gnadenlos präzise, fast schon klinisch. "Das war Lehrbuch-Fußball", murmelte ein älterer Fan beim Ausgang, "wenn das mal nicht wehtut."

Zum Schluss stand ein Ergebnis, das deutlicher wirkt, als das Spiel war - aber eben auch zeigt, dass Zahlen nicht alles sind. Birkerød hatte mehr Ballbesitz, mehr Herz, vielleicht sogar mehr Stil. Vanløse hatte vier Tore. Und im Fußball, das weiß man nicht erst seit gestern, zählen am Ende leider keine Stilnoten.

Oder, wie es Depner trocken formulierte: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Punkte. Vielleicht sollten wir das nächste Mal einfach tauschen."

Ein bitterer, aber lehrreicher Abend für Birkerød - und ein Triumph für Vanløse, die mit diesem Sieg nicht nur drei Punkte, sondern auch jede Menge Selbstvertrauen tankten. Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, hallte noch lange ein Satz durch das Stadion: "So spielt man auswärts!"

(600 Wörter)

13.04.643990 23:05
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager