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Vanløse siegt spät - Harringtons Nachspielzeit-Treffer lässt Stadion beben

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker sich bestätigt fühlen: Flutlicht, frostige Luft, 48.407 Zuschauer im Vanløse-Stadion, die sich trotz klirrender Temperaturen gegenseitig warm schrien - und am Ende ein Spiel, das in der Nachspielzeit entschieden wurde. Vanløse BK besiegte Nordsjælland mit 2:1 (1:1) und ließ die heimischen Fans jubeln, als Christopher Harrington in der 92. Minute den Ball trocken ins Netz jagte.

Dabei hatte es lange nicht nach einem Happy End ausgesehen. Nordsjælland war das dominantere Team, hatte mit 54 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüssen deutlich mehr vom Spiel. Doch Vanløse kämpfte, biss und konterte - manchmal wild, manchmal genial. Trainer SY On brachte es nach Abpfiff auf den Punkt: "Wir hatten heute mehr Herz als Ballbesitz. Und manchmal reicht das."

Bereits die Anfangsphase versprach Feuer. In der 13. Minute zappelte der Ball erstmals im Netz - Pedro Morte, der 32-jährige Linksaußen, traf nach feiner Vorarbeit von Jesper Brodersen zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Morte später, "und gehofft, dass der Torwart noch überlegt, ob er springen soll."

Doch Nordsjælland antwortete prompt. Nur zwölf Minuten später war es Christoffer Klausen, der nach einem blitzsauberen Zuspiel von Sören Jessen den Ausgleich besorgte. Der Schuss ins lange Eck war ebenso präzise wie kühl - Vanløses Keeper Mario Mendoza streckte sich vergeblich. "Da war mehr Physik als Gefühl", sagte Klausen danach mit einem Lächeln, das andeutete, dass er seine Abschlussquote wohl doch etwas überschätzt.

Die Gäste blieben druckvoll, legten nach, schossen aus allen Lagen - Svensson, Kruse, Schermerhorn, alle versuchten sich. Doch Mendoza hielt, was zu halten war, und wurde von der Hintermannschaft um Gunnar Hoffmann, der sich in der 53. Minute eine Gelbe Karte abholte, immer wieder lautstark unterstützt. "Manchmal muss man einfach schreien, damit die Jungs wach bleiben", meinte Hoffmann später.

Vanløse hingegen lauerte auf Konter - und auf Glück. Trainer On reagierte taktisch klug: In der 63. Minute kam Anton Norgaard für Innenverteidiger Papaioannou, eine Umstellung, die das Mittelfeld stabilisierte. "Ich hab Anton gesagt: Mach zu, aber wenn’s geht, geh nach vorne", erzählte On später. Und Norgaard tat beides - er stopfte Lücken, verteilte Bälle und war einer der Gründe, warum die Partie nicht kippte.

In der Schlussphase wurde es wild. Schiedsrichter Jensen zückte noch zweimal Gelb, unter anderem für Vanløse-Routinier Daniel Arnaud (87.), der kommentierte: "Ich hab ihn kaum berührt - na gut, vielleicht ein bisschen mit dem Knie." Nordsjælland drängte, versuchte alles, doch Vanløse schien plötzlich Lunte gerochen zu haben.

In der 92. Minute dann der Moment, der Geschichte schreiben könnte - zumindest für die Fans auf der Nordtribüne. Oskar Davidsen tankte sich über links durch, flankte halbhoch in die Mitte, wo Harrington lauerte. Ein Kontakt, ein Schuss, Tor. 2:1. Jubel, Chaos, Glückseligkeit. "Ich hab die Uhr gar nicht mehr gesehen", sagte Harrington. "Ich wusste nur, wenn der reingeht, weckt mich keiner mehr morgen."

Trainer Kiki Ötzi von Nordsjælland nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir haben mehr geschossen, mehr gelaufen, mehr gemacht - und am Ende weniger bekommen. Vielleicht sollte ich Lotto spielen." Tatsächlich zeigte seine Mannschaft über weite Strecken gepflegten Offensivfußball, doch die Effektivität blieb Mangelware.

Vanløse hingegen bewies, dass Leidenschaft manchmal über Logik siegt. Neun Torschüsse reichten für zwei Treffer, 45 Prozent Ballbesitz für drei Punkte - und ein Stadion, das noch Minuten nach Abpfiff "Vanløse, Vanløse" sang.

"Wir wollten offensiv spielen, auch wenn uns viele für verrückt halten", erklärte Coach On. "Aber wer auf 0:0 spielt, verliert oft 0:1. Wir haben’s halt andersrum gemacht."

So bleibt Vanløse BK nach dem 14. Spieltag nicht nur Tabellenmitte, sondern auch Sympathieträger der Liga. Und wer an jenem frostigen Januarabend im Stadion war, wird sich erinnern: an Morte früh, an Klausen kühl - und an Harrington spät.

Manchmal ist Fußball eben doch ein Märchen. Nur dass diesmal kein Prinz, sondern ein rechter Flügelheld das Happy End schrieb.

18.06.643987 14:20
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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