Dagbladet Sport
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Vanløse siegt knapp - Roskildes Mut bleibt unbelohnt

Es war ein kühler Abend in Roskilde, der Wind pfiff durch die Tribünen des Stadions, doch 27.000 Zuschauer fanden sich trotzdem ein, um am 25. Spieltag der 1. dänischen Liga Zeuge eines jener Spiele zu werden, die man später "typisch skandinavisch" nennt: viel Einsatz, wenig Glanz, ein Tor - und das auch noch für die Gäste. Vanløse BK gewann beim SC Roskilde mit 1:0, dank eines frühen Treffers von Ricardo Antonio, dem wohl heißesten Stürmer südlich des Polarkreises.

Schon vor dem Anpfiff hatte SC-Trainer Verti Bogts seine Jungs heiß gemacht: "Offensiv, aber mit Herz", sagte er in die Kabine, während draußen die Fans noch ihre Schals suchten. Und tatsächlich begann Roskilde mutig, mit jugendlichem Elan - kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die halbe Mannschaft gerade erst die Volljährigkeit erreicht hatte. Doch wer jung ist, bezahlt Lehrgeld. In der 25. Minute schlug Vanløse zu.

Pedro Costa, Innenverteidiger mit dem eleganten Fuß eines Balletttänzers, spielte einen langen Ball aus der Abwehr. Ricardo Antonio nahm ihn mit der Brust herunter, drehte sich, schüttelte seinen Gegenspieler David Luiz (nein, nicht der mit der Frisur!) ab und schob eiskalt zum 0:1 ein. "Ich habe einfach instinktiv reagiert", grinste Antonio nach dem Spiel, "und gehofft, dass niemand merkt, dass ich eigentlich mit dem schwachen Fuß geschossen habe."

Danach spielte im Grunde nur noch Vanløse - 16 Torschüsse gegenüber mageren drei auf Seiten der Gastgeber sprechen Bände. Roskilde mühte sich, hatte knapp die Hälfte des Ballbesitzes, aber in der gefährlichen Zone fehlte es an Ideen. Einmal, in der 70. Minute, kam der 17-jährige Javier Aguas frei zum Schuss. Der Ball segelte knapp über das Tor, und der Stadionsprecher brüllte verzweifelt: "Das war knapp!" - woraufhin ein Fan auf der Tribüne trocken antwortete: "Knapp ist auch vorbei!"

Vanløses Trainer SY On nahm das Ganze gelassen. "Wir hätten mehr Tore machen können", meinte er nach dem Abpfiff, "aber warum? Ein Tor reicht ja, um drei Punkte mitzunehmen - und das Benzin für die Rückfahrt ist teuer genug." In der Tat verwalteten seine Männer den Vorsprung mit skandinavischer Kühle. Selbst die beiden Gelben Karten - für Costa in der 40. und Skov in der 86. Minute - wirkten eher wie kleine Schönheitsfehler in einer ansonsten abgeklärten Vorstellung.

Roskilde hingegen wirkte, trotz offensiver Taktik, erstaunlich zahm. Kein Pressing, wenig Aggressivität, und der Einsatz? Laut Statistik "WEAK". Das passte zum Eindruck auf dem Platz: viel Wille, wenig Biss. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte Trainer Bogts nach dem Spiel, "aber offenbar waren wir so ruhig, dass wir fast eingeschlafen sind."

In der zweiten Halbzeit wurde es dann ein Geduldsspiel. Vanløse wechselte klug: der junge Frode Frost kam schon in der 40. Minute für Pedro Costa, später ersetzte Wsewolod Jakuschew den müden Bermudez, und schließlich durfte auch Andronikos Andreou noch ein paar Minuten Frischluft schnuppern. Alle drei fügten sich nahtlos in die solide Defensivarbeit ein. Roskilde dagegen versuchte es mit denselben elf Spielern weiter - wohl in der Hoffnung, dass irgendwann doch einer der Schüsse den Weg ins Tor finden würde. Tat er aber nicht.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie spürten, dass diese junge Truppe noch wachsen kann. Vielleicht auch, weil sie froh waren, endlich wieder ihre Finger zu spüren.

Vanløse dagegen feierte den Auswärtssieg ausgelassen. Ricardo Antonio wurde von seinen Mitspielern auf den Schultern getragen, während Trainer On mit einem trockenen "Gut gemacht, Jungs - aber das nächste Mal bitte in der 90. Minute treffen, dann spare ich mir 65 Minuten Herzklopfen" die Kabine betrat.

So endete ein Spiel, das kein Feuerwerk war, aber ehrlichen Fußball bot - mit einem verdienten Sieger, einer tapferen Heimelf und einem Publikum, das wusste, dass man auch mit 0:1 verlieren und trotzdem stolz sein kann. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wir haben verloren, ja. Aber wenigstens war’s nicht langweilig. Na ja, fast nicht."

Und so bleibt die Erkenntnis: In Roskilde geht die Sonne unter - aber nie ganz ohne Hoffnung auf den nächsten Anpfiff.

04.11.643987 15:56
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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