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Valentine trifft, Destroyers verzweifeln - Spanish Town siegt 1:0

Wenn 45.370 Zuschauer in der Abendhitze von Spanish Town auf den Rängen schwitzen, dann erwartet man Spektakel - und bekam diesmal ein Spiel, das irgendwo zwischen Geduldsspiel und Nervenschlacht lag. Am Ende jubelte die Heimmannschaft über ein 1:0 gegen die Duncan Destroyers, das weniger nach Fußballfeuerwerk als nach zäher Handwerkskunst roch. Aber wer will das schon kleinreden, wenn drei Punkte auf dem Konto landen?

Trainer Ioannis Exis grinste nach dem Abpfiff verschmitzt. "Wir wollten von Beginn an offensiv spielen, aber nicht kopflos. Gut, es war vielleicht eher ’kontrolliert chaotisch’", sagte er mit einem Seitenblick auf seine wild gestikulierende Ersatzbank. Tatsächlich begann Spanish Town druckvoll - allein in den ersten 30 Minuten prüften seine Spieler den gegnerischen Torwart gleich achtmal.

Der Held des Abends war der 22-jährige Didier Valentine. In der 30. Minute verwertete er einen perfekt getimten Steckpass von Altmeister Göran Ohlson. "Ich hab’ nur den Fuß hingehalten", meinte Valentine bescheiden - und grinste dabei so breit, dass man ihm kein Wort glaubte. Der Ball zappelte im Netz, das Stadion vibrierte, und der Rest des Spiels wurde zu einem Lehrstück in Sachen Verteidigung mit Herzklopfen.

Denn obwohl der Gastgeber mit 18 Torschüssen glänzte, lag das Spiel in puncto Ballbesitz bei den Gästen: 57 Prozent für die Destroyers. Doch was nützt das viele Hin- und Hergeschiebe, wenn am Ende nur vier Schüsse überhaupt den Weg aufs Tor finden? "Wir hatten alles unter Kontrolle", knurrte Destroyers-Coach - sein Name war auf dem Spielbericht nicht überliefert, aber seine Miene sprach Bände. "Na gut, außer vielleicht die Sache mit dem Gegentor."

In Minute sieben sah Michel Berryer Gelb, nachdem er den jungen Sebastien Auch etwas zu herzlich an den Schultern festgehalten hatte. Berryer nahm’s sportlich: "Ich wollte ihm nur sagen, dass ich seine Frisur mag", scherzte er später in der Mixed Zone. Doch spätestens als Auch in der 27. und 36. Minute erneut gefährlich wurde, dürfte der Mittelfeldspieler seine Zuneigung etwas reduziert haben.

Spanish Town wechselte clever. Zur Pause kam der 19-jährige Rastislav Skrtel für den müden Ohlson, später wurde der 18-jährige Ellis Malfoy (nach einer Gelben Karte) durch den erfahrenen Henri Fairchild ersetzt. "Ich wollte Ellis nur zeigen, dass Verteidigen auch ohne Gelb geht", grinste Exis nach dem Spiel.

Die Destroyers mühten sich, fanden aber kaum ein Schlupfloch. Ihre beste Phase? Vielleicht zwischen der 70. und 85. Minute, als Rukavina und Lujan nacheinander den Abschluss suchten - beide Male war Torhüter Davib Wyler mit Katzenreflexen zur Stelle. Der 28-Jährige, sonst eher für seine ruhige Art bekannt, sprang nach der Parade in der 83. Minute auf und schrie seine Abwehr an: "Wollt ihr mich hier alleine lassen?" - was ihm ein anerkennendes Schulterklopfen von Kapitän Bernard Baskin einbrachte.

Statistisch gesehen war’s ein Spiel für Taktikfreunde: Spanish Town mit 43 Prozent Ballbesitz, aber 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - eine Kombination, die jeden Datenanalysten glücklich macht. Die Destroyers spielten "balanced", wie es im Fachjargon heißt, also weder Fisch noch Fleisch. Spanish Town dagegen blieb über 90 Minuten "offensiv" eingestellt, auch wenn die zweite Hälfte eher nach kontrolliertem Rückzug aussah.

Und doch: der eine Treffer reichte. Als der Schlusspfiff ertönte, umarmte Valentine seinen Trainer, während die Fans "Didier, Didier!" sangen. Der Stürmer blieb gelassen: "Ein Tor ist ein Tor. Aber wenn’s das Siegtor ist, schmeckt’s einfach besser."

Trainer Exis fasste es in typisch trockener Manier zusammen: "Wir haben heute gesehen, dass man auch ohne Ballbesitz Tore schießen kann. Vielleicht sollten wir das patentieren lassen."

So verabschiedete sich Spanish Town mit einem 1:0-Sieg, drei Punkten und einem Kader, der vor jugendlicher Energie nur so strotzt - und einem Didier Valentine, der sich anschickt, zum neuen Publikumsliebling zu werden.

Und die Destroyers? Die zerstörten an diesem Abend vor allem ihre eigenen Nerven. Ein Reporter fragte Berryer beim Hinausgehen, was er aus dem Spiel mitnehme. "Sonnenbrand und Ballbesitz", sagte er trocken - und verschwand in den Katakomben.

Vielleicht war’s kein Fußballfest, aber ein ehrlicher Arbeitssieg. Und manchmal reicht eben ein einziger Valentine, um eine ganze Stadt glücklich zu machen.

14.05.643987 19:11
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