Jamaica News Bulletin
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Valentin schockt Portmore - Kingston Boys siegen spät mit 2:1

Es war einer dieser Abende, an denen 50.000 Zuschauer in Portmore dachten, sie hätten das Fußball-Universum verstanden - bis Alex Valentin kam und alles wieder durcheinanderbrachte. Der flinke Linksaußen der Kingston Boys erzielte beide Treffer beim 2:1-Auswärtssieg am 14. Spieltag der 1. Liga Jamaica und ließ die Fans von Portmore Town mit offenem Mund zurück.

Dabei hatte es für die Gastgeber zunächst gar nicht so schlecht ausgesehen. Trainer Klaus Kartoffel hatte sein Team auf "balancierten" Kurs geschickt - und das passte. Mehr Ballbesitz (fast 55 Prozent), ruhiger Aufbau, kontrollierte Pässe. Nur: Tore gewinnt man damit nicht automatisch. "Die Jungs haben das Spiel kontrolliert, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", knurrte Kartoffel nach dem Schlusspfiff, während er sich den Staub von der Trainerjacke klopfte.

Kingston dagegen, unter der Leitung des charismatischen Mahatma Haathi, kam mit einer klar offensiven Marschroute. "Pressing? Nein, danke", so der Coach augenzwinkernd, "aber wir schießen, wenn wir können - und manchmal auch, wenn wir nicht sollten." Und das taten sie. Ganze 20 Torschüsse feuerten die Boys ab, als ob sie in Portmore das Torfestival des Jahres veranstalten wollten.

In der 38. Minute kam dann der erste Paukenschlag: Louis Thuringer, der umtriebige Mittelfeldmotor, schickte Valentin mit einem Pass in die Tiefe. Der ließ den Ball aufblitzen wie ein Diamant im Abendlicht - und zack, 0:1. Torwart Liam Payne (ja, der Name sorgte im Stadion für so manchen Pop-Witz) hatte keine Chance.

Doch Portmore reagierte prompt. Nur drei Minuten später legte Alfie Hayman quer auf Silvestre Coelho, der aus spitzem Winkel den Ball unter die Latte hämmerte - 1:1, und das Stadion tobte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Coelho später, "ich dachte, wenn er reingeht, war’s Absicht."

Die Zuschauer spürten: Das wird ein Spiel. Und es wurde eines - allerdings eher für Liebhaber der Kategorie "verpasste Chancen". Kingston schoss, Portmore passte, Kingston schoss wieder. Nach Coelhos verletzungsbedingtem Aus in der 48. Minute - er humpelte vom Platz, während Kartoffel mit den Händen fuchtelte wie ein Dirigent ohne Orchester - verloren die Gastgeber ihre klare Linie. Ersatzmann Axel Rotthier, eigentlich Innenverteidiger, wirkte auf der linken Seite, als habe man ihm gerade erklärt, wie man einen Toaster bedient.

Haathi reagierte klüger: Er brachte in der 60. Minute den 18-jährigen Henri Donahue und zehn Minuten später den erfahrenen Asier Meireles. "Ich wollte frische Beine und alte Nerven", sagte der Coach. Und genau diese Mischung brachte die Entscheidung.

In der 88. Minute war es erneut Valentin, der nach feinem Zuspiel des jungen Jake Bureau die Partie entschied. Der Stürmer nahm den Ball elegant an, schlenzte ihn ins lange Eck - 1:2. Payne streckte sich vergeblich, und auf der Tribüne klang es, als hätte jemand die Luft aus einem ganzen Stadion gelassen.

Kurz darauf wurde es noch einmal ruppig: Laurent Erdmann und Liam Grantham kassierten Gelb, vermutlich aus einer Mischung aus Frust und Übermotivation. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte Erdmann später und grinste. "Leider war der Ball gerade drei Meter weiter."

Statistisch gesehen hätte Portmore das Spiel nicht verlieren müssen: mehr Ballbesitz, ordentliche Passquote, aber zu wenig Durchschlagskraft. Kingston dagegen spielte mit der Entschlossenheit eines Teams, das wusste, dass 20 Schüsse irgendwann reichen müssen.

Nach dem Abpfiff tanzten die Kingston Boys ausgelassen vor dem Gästeblock. Coach Haathi breitete die Arme aus wie ein Prophet: "Wir haben heute gezeigt, dass Mut belohnt wird - und dass man nicht immer Pressing braucht, um Druck zu machen."

Kartoffel dagegen verschwand wortlos im Kabinengang, nur ein leises "Kartoffeln brauchen Zeit zum Reifen" war zu hören - ob er damit sein Team meinte oder sich selbst, blieb offen.

So endete ein intensiver, stellenweise chaotischer Fußballabend, der alles hatte: Tempo, Drama, ein bisschen Slapstick - und einen Mann namens Alex Valentin, der Portmore Town in der 88. Minute das Herz brach.

Vielleicht wird man in Kingston noch lange von diesem Spiel sprechen. In Portmore dagegen wird man es wohl schnell vergessen wollen - oder zumindest versuchen.

18.06.643987 12:25
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