La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Unentschieden mit Drama - Villa Hayes trotzt Luque ein 1:1 ab

Ein lauer Sommerabend in Villa Hayes, 12.500 Zuschauer, Grillduft über den Rängen - und ein Spiel, das so ziemlich alles bot, was man an einem 26. Spieltag der paraguayischen Primera División erwarten darf: Tore, Karten, Schüsse, fliegende Wasserflaschen und einen Trainer, der nach Abpfiff erklärte: "Wir hätten gewinnen können. Oder alles verlieren. Also passt das."

AD Villa Hayes und der Club General Luque trennten sich 1:1 - ein Ergebnis, das auf dem Papier nach Frieden aussieht, in Wahrheit aber ein 90-minütiger Kleinkrieg im Mittelfeld war.

Die Hausherren begannen ruhig, mit 52,8 Prozent Ballbesitz und der typisch kontrollierten Spielweise ihres Trainers (dessen Name der Verband heute lieber verschwieg - vermutlich wollte er anonym bleiben, falls es wieder so ein Spiel wird). Luque dagegen - unter Coach Rolando Rolando, ein Name wie ein Echo - startete offensiv, fast übermütig. Schon in der 5. Minute prüfte Cedric Van Gheem den Keeper Theo Montgomery mit einem satten Linksschuss. "Ich wollte ihn einfach mal wachrütteln", grinste der Belgier nach dem Abpfiff.

Doch der erste Jubel gehörte Villa Hayes. In der 31. Minute verwandelte Gabri Ronaldo - nein, kein Verwandter, aber ähnlich selbstbewusst - einen Pass von Jorge Tortosa zum 1:0. Das Stadion vibrierte, Kinder schrien, und jemand im Publikum schwenkte ein Transparent: "Ronaldo es nuestro!"

Die Freude hielt genau sieben Minuten. Dann zog Luques rechter Mittelfeldmann Billy Onnington von der Außenbahn nach innen, bekam den Ball von Herbert Huber (ja, der linke Verteidiger mit dem Spielwitz eines Zehners), und hämmerte das Leder zum 1:1 ins Netz. Ein klassischer "Jetzt seid ihr wieder wach"-Treffer.

"Wir haben die Kontrolle nie verloren", behauptete danach Trainer Rolando im Brustton der Überzeugung. Statistisch gesehen hatte er nicht Unrecht: 18 Torschüsse seiner Mannschaft gegenüber mageren fünf der Gastgeber. Doch was nützen Zahlen, wenn man am Ende nur einen Punkt mitnimmt?

Die zweite Hälfte begann mit einem Wechsel bei Luque: Stephane Caron kam für Paul Mayer - ein Versuch, mehr Druck über die rechte Seite zu machen. Tatsächlich rollte Angriff um Angriff auf Montgomerys Tor, doch der Keeper parierte, was es zu halten gab. Der Mann war die Ruhe selbst. Nach einer Parade in der 60. Minute sagte er zu seinem Innenverteidiger Gonzalez: "Wenn das so weitergeht, brauch ich Urlaub."

Dann kam die 69. Minute - und die Dramatik nahm Fahrt auf. Vincent Hennessy verletzte sich im Mittelfeld, humpelte vom Platz, während sein Trainer hektisch zwei Wechsel gleichzeitig einleitete. "Ich wollte das Spiel lesen wie ein Buch", erklärte Rolando später. "Aber dann hat mir jemand die Seiten rausgerissen."

Zehn Minuten später eskalierte es endgültig: Julian Celis sah Rot nach einem rustikalen Einsteigen, das selbst in der dritten Liga noch für Kopfschütteln gesorgt hätte. Villa Hayes witterte seine Chance, doch außer einem Distanzschuss von Gabri Bergantinos in der Nachspielzeit (94.) sprang nichts Zählbares mehr heraus.

"Wir wollten nicht verlieren - das ist uns gelungen", kommentierte Villa-Held Gabri Ronaldo trocken. Sein Trainer nickte: "Ein Punkt ist besser als keiner. Und immerhin haben wir noch elf Mann auf dem Platz gehabt."

Luque dagegen haderte: "Mit 18 Schüssen musst du mehr holen", brummte Innenverteidiger Travassos in den Kabinengang hinein, während der Co-Trainer verzweifelt versuchte, die Statistik schönzureden.

Am Ende blieb ein Unentschieden, das beiden Teams wenig hilft und doch irgendwie gerecht ist. Villa Hayes hat sich tapfer gewehrt, Luque hat zu viel gewollt und zu wenig getroffen.

Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause, einige mit dem Gefühl, ein gutes Buch gelesen zu haben - eines, das spannend begann, in der Mitte zu viel Handlung hatte und am Ende einfach aufhörte.

Oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne zusammenfasste: "Ein Spiel wie Mate-Tee mit zu viel Zucker - irgendwie süß, aber man weiß nicht genau, warum."

Am kommenden Wochenende geht’s weiter. Und wer weiß - vielleicht trifft Gabri Ronaldo ja wieder. Oder Billy Onnington. Oder einfach beide. Hauptsache, jemand trifft.

15.11.643987 22:47
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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