La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Unentschieden mit Ansage - Iteno trotzt Libertad ein 1:1 ab

Ein lauer Märzabend in Itá, 20.000 Zuschauer, Grillduft über dem Stadion - und zwei Teams, die sich partout nicht einigen konnten, wer eigentlich das bessere sein wollte. Am Ende stand ein 1:1 zwischen CD Iteno und CF Libertad, das so gerecht war, dass selbst der Linienrichter zustimmend nickte.

Schon die ersten Minuten machten klar: Das sollte kein Spaziergang für die Hausherren werden. Libertad kam mit viel Ballbesitz (am Ende 53,5 Prozent) und noch mehr Selbstbewusstsein. Bereits in der sechsten Minute prüfte Isidoro Roi den Keeper Veloso mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 17 Abschlüssen der Gäste. Iteno dagegen brauchte elf Minuten, um überhaupt einmal Richtung Tor zu schießen. Duarte Villar versuchte es beherzt, aber Libertads Torhüter Szymon Lesniak hatte offenbar magnetische Handschuhe.

Die erste Halbzeit blieb torlos, aber keineswegs ereignislos. "Wir wollten sie müde laufen lassen", erklärte Itenos Trainer nach dem Spiel mit einem Grinsen, "leider wurden dann wir müde." Libertad kombinierte geduldig, flankte, passte, schoss - und scheiterte. Vor allem Vitorino Acevedo, der rechte Flügelflitzer, schien den Ball heute einfach nicht ins Netz bekommen zu wollen. Fünf Mal zog er ab, fünf Mal flog das Leder irgendwo zwischen Tribüne und Eckfahne.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann doch turbulent. In der 54. Minute holte sich Luis Verdasco von Iteno eine Gelbe Karte ab - ein Foul, das so unnötig war wie ein Regenschirm in der Wüste. Doch kaum sieben Minuten später explodierte das Stadion: Santiago Aldecoa tankte sich auf der linken Seite durch, legte quer, und Carl Antunes drosch den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen. 1:0 für Iteno! Der Jubel war ohrenbetäubend, Antunes riss die Arme hoch und schrie seine Freude in den Nachthimmel. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte er später mit einem Schulterzucken, "und gehofft, dass es keiner merkt, wenn er daneben geht." Tat aber keiner.

Libertad reagierte, wie man es von einer Spitzenmannschaft erwartet: mit Druck, Geduld - und einem kleinen Schuss Verzweiflung. In der 70. Minute dann die Erlösung für die Gäste: Nuno Dominguez, eigentlich Innenverteidiger, schickte mit einem butterweichen Pass eben jenen Vitorino Acevedo auf die Reise. Diesmal zielte der Portugiese besser, schob den Ball flach an Veloso vorbei - 1:1. Acevedo jubelte mit geballten Fäusten, als hätte er gerade das WM-Finale entschieden. "Ich hab’s euch doch gesagt, irgendwann geht einer rein", rief er Richtung Bank.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Libertad drückte weiter, verpasste die Führung aber um Zentimeter. Wieder Acevedo, wieder knapp vorbei - diesmal in Minute 75. Iteno versuchte zu kontern, doch die Beine waren schwer, die Pässe ungenau. Marcio Albacar hatte in der 88. Minute noch eine gute Gelegenheit, doch Lesniak fischte den Ball aus dem Winkel wie ein geübter Angler seine Forelle.

Die Schlussphase war dann mehr Krampf als Kampf. Zwei weitere Gelbe Karten (Young und Meireles, beide Libertad) ließen die Emotionen hochkochen. Der Schiedsrichter pfiff pünktlich ab - vermutlich auch, um seine Pfeife vor dem Schmelzen zu retten.

"Mit einem Punkt können wir leben", meinte Itenos Kapitän Eduardo Tiago nach dem Abpfiff, "Libertad ist ein starker Gegner, und wir haben alles gegeben - naja, fast alles." Libertads Trainer wiederum wollte den verpassten Sieg nicht überbewerten: "Wir hatten Chancen für drei Spiele. Vielleicht sparen wir sie auf."

Die Statistik sprach am Ende für Libertad: mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, mehr Tempo. Aber Fußball wird bekanntlich nicht auf Tabellenblättern gewonnen. Iteno verteidigte clever, kämpfte beherzt und hatte in Carl Antunes einen Vollstrecker, der im richtigen Moment am richtigen Ort stand.

Fazit: Ein Unentschieden, das keinem so richtig hilft, aber jedem etwas gibt - Iteno den Stolz, nicht verloren zu haben, Libertad die Gewissheit, dass Dominanz allein noch keine Punkte garantiert. Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne seufzte: "Schöne Pässe zählen nicht, wenn der Ball nicht ins Tor will." Und der hatte, wie so oft, recht.

31.01.643994 13:55
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