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UD Saragossa trotzt Barças Dauerfeuer: 2:1-Sieg mit Nerven aus Stahl

UD Saragossa hat am Freitagabend ein Kapitel jener Sorte geschrieben, das Trainer später gern als "Lehrbeispiel für Effizienz" in ihre Motivationshandbücher aufnehmen. Vor 16.000 Zuschauern im Estadio La Romareda bezwang der Traditionsklub den hochfavorisierten Atletic Barcelona mit 2:1 (2:1) - und das, obwohl die Gäste gefühlt doppelt so oft aufs Tor schossen, den Ball aber einfach nicht hineinbekamen.

Schon nach neun Minuten setzte Ernesto Arino das erste Ausrufezeichen. Nach feinem Zuspiel von Carles Ramiro zog der Rechtsaußen aus halbrechter Position ab - und ehe Barcelonas Keeper Ezequiel Garcez die Hände sortiert hatte, zappelte der Ball schon im Netz. 1:0. Saragossa spielte, als habe jemand in der Kabine die Uhr vorgestellt.

Doch wer glaubt, Atletic Barcelona würde sich vom frühen Rückschlag beeindrucken lassen, kennt Trainer Mad Max nicht. "Wir spielen auf Angriff, bis der Platz brennt", hatte er vor dem Anpfiff verkündet - und seine Mannen nahmen das wörtlich. Martin Valdes prüfte in der 11. Minute Torwart Diego Escudero, Fernando de los Reyes gleich mehrfach. Die Statistik notierte am Ende 18 Torschüsse für die Gäste - und einen Treffer.

Der kam in der 29. Minute, als Amaury Xavier von links maßgenau flankte und de los Reyes per Kopf traf. 1:1, gerechter konnte der Zwischenstand kaum sein. "Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel", gab UD-Coach (dessen Name die Pressekonferenzprotokolle verschluckten) später zu. Doch statt zu kippen, kippte der Ball drei Minuten später wieder in die andere Richtung.

Marc Nuno, der zentrale Dirigent, spielte einen butterweichen Pass in den Lauf von Lennart Ebbesen, der trocken abschloss - 2:1. Wieder Führung für Saragossa, diesmal mit einem Jubel, der wohl bis ins nächste Viertel zu hören war. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", grinste Ebbesen nach dem Spiel.

Danach wurde es ein Abend der verpassten Chancen. Atletic Barcelona rannte an, flankte, schoss und verzweifelte. De los Reyes, der Torschütze, sammelte bis zur 66. Minute so viele Abschlüsse, dass die Stadionanzeige kurzzeitig streikte. Dann kam seine Gelbe Karte - sinnbildlich für die Frustration. Trainer Mad Max reagierte und brachte Ethan Payne, der immerhin mit einem satten Linksschuss in der 80. Minute fast den Ausgleich erzielte. Fast.

Saragossa hielt dagegen, ohne den Versuch zu unternehmen, das Spiel noch schönzumachen. 53 Prozent Ballbesitz, aber nur fünf Torschüsse - eine Bilanz, die Minimalisten zu Tränen der Freude rührt. "Manchmal ist weniger einfach mehr", philosophierte Innenverteidiger Juan Minguez, während er sich einen Eisbeutel aufs Schienbein drückte.

Ab der 70. Minute verwandelte sich die Begegnung in ein Geduldsspiel. Barcelona drückte, Saragossa blockte. Escudero im Tor wurde zum Helden des Abends, als er in der 88. Minute einen Schuss von Martin Valdes mit der Schulter parierte. "Ich hab ihn gar nicht kommen sehen", gestand er lachend, "aber irgendwas hat ’Klack’ gemacht - und der Ball war draußen."

In der 87. Minute sah Aitor Poncela Gelb, was die Fans auf der Tribüne nur mit einem Schulterzucken quittierten. "Das passiert, wenn man zu spät kommt - im Leben wie im Zweikampf", kommentierte ein Zuschauer mit trockenem Humor.

Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel laut, aber auch ungläubig. UD Saragossa hatte das Unmögliche geschafft: gegen eine Offensivmaschine aus Barcelona zu bestehen, die zwar alles gab, aber am Ende an sich selbst scheiterte.

Trainer Mad Max zeigte sich zerknirscht: "Wir haben alles versucht - Flanken, Fernschüsse, sogar lange Bälle, und das ist sonst nicht unser Stil. Aber wenn der Ball nicht rein will, dann will er nicht." Sein Gegenüber grinste nur und meinte: "Vielleicht wollte er einfach mal wieder hierbleiben."

Die Statistik unterstreicht die Ironie des Fußballlebens: 18:5 Torschüsse für Barcelona, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und trotzdem null Punkte. Saragossa hingegen holt aus wenig das Maximum heraus und klettert dank dieses 2:1 in der Tabelle weiter nach oben.

"Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz", sagte Lennart Ebbesen zum Abschied. "Aber heute waren wir wenigstens die Pointe."

Und wer weiß - vielleicht hängt in irgendeiner Kabine in Barcelona bald ein Schild: "Schießt ruhig öfter. Saragossa freut sich."

16.01.643991 10:20
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