La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

UD 2 de Mayo siegt spät - Pettirossi fliegt vergeblich

Ein lauer Abend in Asunción, 28.661 Zuschauer im Stadion, und doch war die Stimmung alles andere als lau: Aviador Pettirossi empfing UD 2 de Mayo zum 34. Spieltag der 1. Liga Paraguay. Am Ende stand ein 1:2 auf der Anzeigetafel, und die Gäste nahmen drei Punkte mit nach Hause - nicht unverdient, aber mit reichlich Drama im Gepäck.

Schon in der ersten Minute war klar, dass 2 de Mayo nicht gekommen war, um nur den Ballbesitz zu zählen. Sebastian Hummel prüfte nach 60 Sekunden den Keeper Leandro Mascarenhas - ein Weckruf, der im Heimpublikum kurz das Mate-Tee-Schlürfen unterbrach. Pettirossi reagierte mit forscher Offensive, wie es Trainer Basti Krüger später formulierte: "Wir wollten hoch stehen, aber offenbar stand der Gegner einfach höher."

Die Partie wogte hin und her, mal mit brasilianischem Schwung, mal mit paraguayischer Geduld. Doch ehe der Pausenpfiff kam, schlug UD 2 de Mayo eiskalt zu: In der 43. Minute kombinierte sich das junge Sturmduo Hummel und Agustin Puerta durch die linke Seite. Puerta blieb cool, tunnelte den Torwart und netzte ein - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der 20-Jährige später, "und gehofft, dass der Ball nicht im Parkhaus landet." Tat er nicht.

Mit diesem Rückstand ging Pettirossi sichtbar angesäuert in die Kabine. Krüger soll seine Spieler mit dem Satz empfangen haben: "Wenn ihr schon Aviador heißt, dann fliegt wenigstens mal Richtung Tor!" Offenbar half’s - zumindest kurzzeitig.

Denn in der 55. Minute, kaum hatte der Schiri die zweite Halbzeit freigegeben, schlug Fabio Viana zu. Nach feiner Vorarbeit von Ignacio Velasquez zimmerte der Rechtsaußen das Leder humorlos ins linke Eck. 1:1 - die Tribünen bebten, Bier duschte durch die Luft, und plötzlich wirkte alles möglich.

Aber Fußball wäre nicht Fußball, wenn er nicht manchmal eine kleine Gemeinheit auf Lager hätte. UD 2 de Mayo, bisher taktisch ausgewogen wie ein Yoga-Kurs (laut Statistik: 51,3 % Ballbesitz, 14 Schüsse aufs Tor), zog in der Schlussphase das Tempo an. Trainer Nurullah Sahin gestand hinterher: "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon pressing macht, dann bitte auch mit dem Ball." Und siehe da, seine Jungs hörten zu.

In der 86. Minute kam der Moment, der Pettirossis Abwehr noch im Schlaf verfolgen dürfte. Nach einer Ecke verlängerte der 19-jährige Tim Lorenz den Ball an den Fünfmeterraum - und wer stand da? Ausgerechnet Innenverteidiger Gianmarco Pietro, der sonst eher die Tore verhindert. Mit einer Drehung, die jedem Stürmer zur Ehre gereicht hätte, hämmerte er den Ball ins Netz. 1:2. Der Jubel beim Gast war grenzenlos, während Pettirossis Fans sich fragten, ob sie nicht lieber beim Baseball gelandet wären.

Gelbe Karte gab’s auch noch: Pietro sah sie in der 80. Minute, als er einen Gegenspieler "aus Versehen" stoppte - oder, wie er nachher sagte, "einfach sicherstellen wollte, dass er keine Flanke schlägt." Schiedsrichter sah das ähnlich gelassen.

In den letzten Minuten warf Pettirossi alles nach vorn, inklusive Innenverteidiger Montanes, der plötzlich im Sturm auftauchte und aussah, als suche er seine Position. Doch UD 2 de Mayo verteidigte clever, Keeper Xavi Hernando pflückte die letzten Flanken weg wie reife Mangos.

Nach dem Abpfiff gab’s zwei Arten von Gesichtern: die der Sieger, die Selfies machten, und die der Gastgeber, die auf den Rasen starrten. Krüger meinte trocken: "Wenn man 8 Torschüsse hat und einer reingeht, dann war’s wohl der falsche Ball." Sahin dagegen schwärmte: "Ich bin stolz auf die Jungs - sie spielen nicht nur Fußball, sie verstehen ihn langsam auch."

So endet ein Spiel, das kein Klassiker wird, aber alles hatte: Tempo, Emotionen, jugendlichen Leichtsinn und eine Prise Ironie. UD 2 de Mayo macht sich mit drei Punkten auf den Heimweg, Pettirossi bleibt die Erkenntnis, dass Offensive zwar schön klingt - aber Tore immer noch die Gäste schießen.

Und irgendwo in der Kabine summt Fabio Viana noch: "Ein Tor ist kein Trostpreis." Recht hat er.

07.10.643993 20:43
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