La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

UD 2 de Mayo siegt im Fünf-Tore-Drama gegen Aviador Pettirossi

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker und Nervenschwache gleichermaßen auf ihre Kosten kamen. Vor 30.630 Zuschauern im Estadio Río Verde lieferte UD 2 de Mayo am 17. Spieltag der 1. Liga Paraguay ein Spiel, das von der ersten Minute an pulsierte - und am Ende mit einem 3:2-Sieg über Aviador Pettirossi endete.

Trainer Nurullah Sahin wirkte nach dem Abpfiff wie jemand, der gerade einen Hurrikan überlebt hatte. "Ich habe schon viele verrückte Spiele erlebt", keuchte er, "aber das hier? Das war ein Herzinfarkt mit Verlängerung!"

Tatsächlich begann der Abend mit einem Paukenschlag. Bereits in der 5. Minute zappelte der Ball im Netz der Gäste - Agustín Puerta, der flinke 20-jährige Linksaußen von 2 de Mayo, hatte nach feinem Zuspiel von Antonio Galvão eiskalt abgeschlossen. Während die Heimfans jubelten, blickte Aviador-Keeper Leandro Mascarenhas konsterniert in den Nachthimmel, als wollte er die Antwort dort oben suchen.

In der Folge entwickelte sich ein intensives Spiel, das weniger vom Ballbesitz (47 zu 53 Prozent zugunsten der Gäste) als vielmehr von Leidenschaft lebte. UD 2 de Mayo hatte mit 11 Torschüssen fast doppelt so viele Abschlüsse wie Pettirossi (5), aber die Gäste hielten mit zäher Beharrlichkeit dagegen. "Wir wussten, dass sie früh draufgehen", erklärte Aviador-Mittelfeldmann Diego Mendes, der sich in der 22. Minute die erste Gelbe Karte des Spiels abholte. "Vielleicht war ich ein bisschen zu… engagiert." Sein Trainer kommentierte das trocken: "Engagiert ist ein schönes Wort für das, was da passiert ist."

Bis zur Pause blieb es beim 1:0, doch die zweite Halbzeit wurde zum wahren Feuerwerk. Nach einer Stunde brachte Sahin frische Kräfte: Der 18-jährige Gabriel Landry kam für Sebastian Hummel - eine Maßnahme, die sich später noch bezahlt machen sollte.

Dann, zwischen Minute 71 und 72, brach für UD 2 de Mayo kurzzeitig die Welt zusammen. Erst traf Aviador-Veteran Javier Domingos nach Pass von Ignacio Velasquez zum 1:1, kaum hatte der Stadionsprecher den Torschützen verkündet, legte Fabio Viana nach - 1:2 aus Sicht der Gastgeber. Innerhalb von 60 Sekunden war die Partie gedreht, und die 30.000 im Stadion rieben sich ungläubig die Augen.

"Ich habe den Jungs gesagt: Bleibt ruhig, es sind noch 20 Minuten", verriet Sahin später. "Natürlich habe ich in Wirklichkeit gedacht: Verdammt, das war’s." Doch seine Mannschaft dachte anders. Nur sechs Minuten später schlug Antonio Galvão zurück - nach Vorlage des umtriebigen Hjalmar Bruhn vollendete er in der 78. Minute zum 2:2. Das Stadion explodierte, und kaum hatte sich der Rauch der Bengalos verzogen, kam der nächste Schock für Pettirossi.

Denn nur eine Minute später verwandelte der junge Linksverteidiger Jason Schulz eine Hereingabe von - richtig geraten - Agustín Puerta zum 3:2. Ein Abwehrspieler als Matchwinner? "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Schulz später mit einem Grinsen. "Aber der Ball hat beschlossen, ein Tor zu werden."

Die Schlussphase war dann ein wilder Ritt. Schulz sah in der 87. Minute noch Gelb, Landry prüfte den gegnerischen Keeper in der Nachspielzeit mit einem letzten Schuss, und Sahin schickte in der 92. Minute Ersatzmann Rafael Nene aufs Feld - wohl weniger aus taktischen Gründen als zur Beruhigung seines Pulses.

Aviador Pettirossi, das insgesamt mehr Ballbesitz hatte, wirkte nach dem Doppelschlag konsterniert. Trainer Enrique Barros (der sich demonstrativ den Notizblock vor das Gesicht hielt) murmelte nach Schlusspfiff nur: "Wir hatten das Spiel in der Hand - und haben es dann losgelassen. Wie ein Stück Seife."

Die Statistik bestätigt den Eindruck: 2 de Mayo war giftiger in den Zweikämpfen (54 Prozent gewonnen), zielstrebiger im Abschluss und am Ende schlicht entschlossener. Dass es auch spielerisch ansehnlich war, zeigte sich in den Kombinationen zwischen Galvão, Puerta und Bruhn - eine Flügelachse, die für Aufsehen sorgt.

Nach Abpfiff stürmten die Fans auf die Tribüne, skandierten den Namen von Puerta, der mit einem Tor und einem Assist glänzte. "Ich bin einfach glücklich", sagte der 20-Jährige, während er sich in eine paraguayische Fahne wickelte. "Und ein bisschen müde. Aber hauptsächlich glücklich."

So bleibt von diesem 17. Spieltag ein Spiel, das alles bot: frühe Euphorie, späte Dramatik, gelbe Karten, zittrige Trainerhände und ein Publikum, das noch lange nach Abpfiff sang. UD 2 de Mayo klettert mit diesem 3:2 weiter nach oben, während Pettirossi sich fragen darf, wie man ein Spiel in einer Minute gewinnen und in der nächsten verlieren kann.

Oder, wie Coach Sahin es zum Abschied formulierte: "Manchmal ist Fußball kein Sport. Es ist eine Therapie."

01.12.643990 01:03
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Rainer Calmund
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