La Nacion
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UD 2 de Mayo ringt General Luque nieder - Lorenz glänzt doppelt

27702 Zuschauer im Estadio Río Apa bekamen am Freitagabend ein Spiel zu sehen, das in seiner ersten halben Stunde mehr Tempo und Drama bot als manche komplette Saison. UD 2 de Mayo besiegte Club General Luque mit 2:1 - ein Ergebnis, das der jungen Truppe von Trainer Nurullah Sahin Selbstvertrauen geben dürfte. Hauptdarsteller: der 19-jährige Tim Lorenz, der mit zwei Toren in der ersten Halbzeit zum Matchwinner avancierte.

Dabei hatte zunächst alles nach einem Abend für die Gäste ausgesehen. Schon in der 12. Minute traf Sven Schaller nach Vorarbeit von Guillermo Gelmirez ins Netz. "Ich hab einfach draufgehalten, das Ding flog wie ferngesteuert", grinste Schaller später. General Luque, gewohnt offensiv eingestellt und mit Pressing nur bei Rückstand - wie es Trainer Rolando Rolando so schön nennt: "kontrolliertes Risiko" - bestimmte das Geschehen. 51 Prozent Ballbesitz, zwölf Torschüsse über die gesamte Partie, das klingt nach Dominanz. Nur: Fußball wird bekanntlich nicht nach Ballbesitz entschieden.

Denn kaum war der Jubel der Gäste verklungen, meldete sich UD 2 de Mayo zurück. In der 18. Minute zog Lorenz nach feinem Zuspiel von David Lalonde von links nach innen, und der Ball zischte ins rechte Eck - unhaltbar für Schlussmann Gabriel Greenwald. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", sagte Lorenz später. "Vielleicht war das mein Vorteil - Denken stört manchmal."

Sechs Minuten später schlug der Teenager erneut zu. Diesmal kam die Vorlage von Sergi Makukula, Lorenz nahm sie in vollem Lauf, schloss trocken ab - 2:1. Das Stadion bebte, Trainer Sahin sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man kurz um seine Ferse fürchten musste. "Tim ist 19, spielt aber mit der Coolness eines 30-Jährigen - und isst trotzdem noch Cornflakes mit Schokostückchen", witzelte der Coach nach Abpfiff.

Der Rest der ersten Hälfte blieb hitzig. In der 40. Minute sah Robert Aubin Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, das wohl noch in der Kategorie "Ball gespielt, Gegner getroffen" durchging. Gleich danach schepperte ein Schuss von Alex Ruiz an die Latte - Glück für 2 de Mayo.

Nach der Pause flachte das Tempo ab. Luque blieb offensiv, doch die Defensive der Hausherren stand stabil. Der junge Innenverteidiger Lewis Catrall räumte ab, was kam, und Keeper Xavi Hernando erinnerte mit seinen Reflexen an eine Katze auf Koffein. Die Gäste erspielten sich Chancen - Ruiz in der 46., Houghton in der 78., Hennessy in der 84. Minute - doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

In der 57. Minute musste Sebastian Hummel verletzt runter, Jacob Schwab kam für ihn - und brachte frischen Wind auf der rechten Seite. "Ich wusste gar nicht, dass ich noch so schnell sprinten kann", grinste der Ersatzmann nach dem Spiel.

Die Schlussphase gehörte wieder 2 de Mayo. Puerta (75.) und Lalonde (85.) prüften Greenwald, doch der hielt das Ergebnis knapp. Gelb gab’s noch für Linksverteidiger Rafael Nene, der bei einem Konter lieber das Trikot seines Gegenspielers als den Ball festhielt - eine Entscheidung, die selbst seine Mutter verstanden hätte.

Am Ende stand ein 2:1, das die Statistik Lügen strafte: weniger Ballbesitz, weniger Torschüsse, aber mehr Effizienz. Trainer Sahin fasste es trocken zusammen: "Manchmal ist Fußball wie Kochen - du brauchst nicht die meisten Zutaten, nur die richtigen."

Kollege Rolando hingegen wirkte bedient: "Wir haben alles versucht. Nur das Tor war heute gegen uns."

Und während die Fans von UD 2 de Mayo noch feierten, stapfte Lorenz mit einem breiten Grinsen in die Kabine. Auf die Frage, ob er seinen Doppelpack schon realisiert habe, antwortete er: "Noch nicht ganz. Aber ich glaube, ich darf heute den Lautsprecher in der Kabine bestimmen."

Ein Abend, der zeigte, dass Mut, jugendlicher Übermut und ein bisschen Glück manchmal mehr wert sind als jede taktische Feinzeichnung. Und vielleicht, nur vielleicht, wächst hier in Pedro Juan Caballero gerade ein neuer Publikumsliebling heran - einer, der den Fußball einfach liebt, weil er ihn noch nicht zu Ende gedacht hat.

19.08.643990 03:43
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