Diarios de Futbol
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Travassos schockt Caracas in letzter Minute - Azogues siegt 2:1

Die Nacht über Caracas war warm, das Stadion vibrierte - 37.302 Zuschauer sahen ein Spiel, das erst zum Schluss sein wahres Gesicht zeigte. Real Caracas gegen Guacamayo Azogues, zweiter Spieltag der Copa Libertadores-Qualifikation: 90 Minuten zwischen Hoffnung, Verzweiflung und einem eiskalten Vollstrecker namens José Travassos.

Dabei hatte alles so harmlos begonnen. Schon nach 60 Sekunden prüfte Alex Barros den Gästetorwart mit einem kernigen Schuss aus 20 Metern. Trainer Eiko Henke rieb sich zufrieden die Hände: "So will ich das sehen - mutig, nicht zimperlich!" Doch das war’s dann auch fürs Erste mit der Mutprobe. Guacamayo Azogues übernahm das Kommando, schnürte die Hausherren tief in deren Hälfte ein. 19 Torschüsse am Ende - eine Zahl, die alles sagt. Kapitän Duarte Fernandes tänzelte auf dem linken Flügel, als hätte man ihm die Seitenlinie mit Zucker bestrichen.

"Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir hier nicht zum Sightseeing gekommen sind", grinste Gästetrainer Karsten Rieger später. Seine Jungs spielten offensiv, fast übermütig, doch Caracas verteidigte tapfer. Innenverteidiger Tomas Fritz warf sich in jeden Ball, Torwart Sergio Cortes fischte, was zu fischen war. Und so ging’s torlos in die Pause - begleitet von einem leichten Pfeifkonzert der Heimfans, die offenbar vergessen hatten, dass Fußball auch Arbeit ist.

Nach dem Seitenwechsel kam Bewegung ins Spiel - zunächst ganz wörtlich. In der 52. Minute wechselte Henke den jungen Daniel Gebhardt ein, der gleich mal bewies, warum Jugend manchmal keine schlechte Idee ist. Nur Sekunden später flankte er präzise auf Francisco Gallardo, der mit der Brust annahm und volley vollendete. 1:0! Das Stadion explodierte, Gallardo zeigte auf seinen Assistgeber, und Henke brüllte: "Das war Trainingseinheit 12 - Flanke Gebhardt!"

Doch Azogues zeigte sich unbeeindruckt. "Wir haben nur kurz die Köpfe geschüttelt, dann weitergemacht", erzählte Mittelfeldmotor Silvestre Lope. Und tatsächlich: In der 66. Minute leitete Lope selbst den Ausgleich ein, steckte mustergültig auf José Travassos durch. Der Portugiese blieb cool, schob den Ball flach ins lange Eck - 1:1. Caracas verteidigte nun mit allem, was Beine hatte.

Bernardo Villar kassierte wenig später Gelb - wohl auch, weil Schiedsrichter Menendez das Spiel etwas zu sehr laufen ließ. "Ich hab nur freundlich guten Tag gesagt", meinte Villar hinterher mit einem Grinsen, das der Schiedsrichter sicher nicht teilt.

Dann kam die Nachspielzeit - und das bittere Ende für die Gastgeber. Als alle schon mit dem Abpfiff rechneten, brachte Lope erneut einen feinen Pass in die Spitze. Travassos startete, Cortes zögerte - und der Ball zappelte wieder im Netz (90.). 1:2. Guacamayo Azogues hatte die Geduld, die Caracas fehlte.

Henke stand danach wie versteinert an der Seitenlinie. "So kurz vor Schluss - das ist wie ein Stich ins Herz", sagte er später, während er sich die Stirn rieb. Sein Kollege Rieger dagegen klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter: "Manchmal braucht man einfach den längeren Atem. Und einen Travassos."

Die Statistik unterstreicht das Bild: 56,9 Prozent Ballbesitz für Guacamayo, 19 Torschüsse zu 8. Real Caracas kämpfte, aber das Offensivspiel blieb Stückwerk. Gallardo war der Lichtblick, doch selbst er wirkte in den letzten Minuten müde.

Ein Fan auf der Tribüne brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: "Wir hatten einen Plan A. Und als der nicht klappte, haben wir weiter Plan A gespielt." Humor hilft, wenn der Frust groß ist.

Am Ende jubelten die Gäste, während die Heimfans still in der tropischen Nacht verschwanden. Travassos wurde zum Helden, Lope zum Regisseur, und Real Caracas bleibt nur die Hoffnung, dass der Fußball manchmal gnädig genug ist, auch den Fleißigen eine zweite Chance zu geben.

Oder, wie Henke beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil - und kalter Dusche." Ein Satz, der nachklingt, wie ein Schuss ans Aluminium.

20.06.643990 21:30
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