Diarios de Futbol
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Tor-Spektakel ohne Sieger: Taquari und Enelec trennen sich 2:2

Ein Viertelfinal-Ticket war das Ziel, ein 2:2 der Preis. Im Achtelfinal-Rückspiel der Amerikaliga lieferten sich CF Taquari und Atletico Enelec ein Duell, das von der ersten Minute an alles versprach, was Fußball so herrlich unberechenbar macht - nur keinen Sieger. 43.500 Zuschauer im Estádio do Sol bekamen eine Partie zu sehen, die mehr Wendungen hatte als eine brasilianische Telenovela.

Schon nach 14 Minuten bebte das Stadion: Taquaris Rechtsaußen Xabier Maniche, ein Mann mit der Körpersprache eines Matadors, drückte den Ball nach Vorarbeit von Eduardo Mendo über die Linie. Der Jubel war ohrenbetäubend, Trainer Tim Thaler sprang an der Seitenlinie so hoch, dass seine Brille fast in der Coaching-Zone landete. "Ich hab Xabier gesagt, er soll’s einfach mal versuchen. Ich meinte aber eigentlich nächste Woche im Training", grinste Thaler später.

Doch die Freude hielt keine zwei Minuten. Enelecs Oldie Isidoro Rincon, 34 Jahre jung und immer noch mit der Eleganz eines Tangotänzers, konterte eiskalt. Nach einem feinen Zuspiel von Sturmtank Brandon Ashton drosch er den Ball unter die Latte - 1:1. Der Auswärtsblock im Norden des Stadions explodierte, und Peter Green, der Coach der Gäste, klatschte mit der stoischen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass seine Taktik gerade aufging.

Enelec hatte nun Oberwasser, spielte mutig nach vorn, und in der 22. Minute war es erneut Ashton, der glänzte: Nach einer butterweichen Flanke von Nevio Sorribas nickte der bullige Mittelstürmer zum 2:1 für die Gäste ein. "Ich hab ihn gar nicht gesehen, nur gespürt - wie ein Zug, der durch die Abwehr rauscht", ächzte Taquaris Innenverteidiger Gunnar Hoffmann später mit einem schiefen Lächeln.

Doch wer dachte, Taquari würde einknicken, hatte die Rechnung ohne Xabier Maniche gemacht. Der Mann des Abends schlug in der 24. Minute erneut zu. Nach einem energischen Lauf über die linke Seite legte der eben erst eingewechselte Andre Maier quer - und Maniche vollstreckte trocken ins kurze Eck. 2:2, und das Stadion stand Kopf.

Die ersten 25 Minuten boten mehr Drama als manch komplette Saison. Danach beruhigte sich das Geschehen - zumindest auf dem Papier. In Wahrheit blieb die Partie ein wildes Hin und Her. Beide Teams feuerten je 15 Torschüsse ab, der Ballbesitz lag bei nahezu perfekter Balance (Taquari 51,2 %, Enelec 48,8 %), und es schien, als wollten beide Mannschaften beweisen, dass Mathematik im Fußball keine Rolle spielt.

Bis zur Pause sah man ein Spiel voller Emotionen, aber auch kleiner Nickligkeiten. Hoffmann sah schon in der ersten Minute Gelb, weil er Brandon Ashton etwas zu herzlich begrüßte. "Ich wollte nur zeigen, dass er willkommen ist", meinte er mit einem Augenzwinkern. Später erwischte es auch Leah Revivo, die Innenverteidigerin, in der 86. Minute für ein taktisches Foul - sinnbildlich für den unbändigen Willen der Hausherren, das Ergebnis zu halten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Thaler frisches Blut: Deco, Galindo und der 18-jährige Francisco Doreste kamen. Besonders der junge Doreste machte auf sich aufmerksam, indem er sich nach einem missglückten Flankenversuch selbst applaudierte. "Wenn keiner klatscht, mach ich’s halt selber", grinste er nach dem Spiel.

Enelec blieb offensiv, aber nicht kopflos. Ashton, Rincon und der flinke Postiga prüften Keeper Alf Abramson mehrfach, doch dieser stand wie ein Fels. In der 87. Minute verhinderte er mit einer Glanzparade gegen Ashton den späten Knockout. "Das war kein Reflex, das war pure Angst", lachte Abramson später und erntete von seinem Trainer dafür ein trockenes "Dann fürchte dich bitte öfter so."

In den letzten Minuten war spürbar, dass beide Seiten auf dem Zahnfleisch gingen. Taquari warf noch einmal alles nach vorn, erspielte sich Chancen durch Deco und Xavier, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Enelec konterte gefährlich, doch auch dort blieb der Lucky Punch aus.

Nach 90 Minuten war das 2:2 genauso gerecht wie unbefriedigend. Beide Teams hatten ihre Momente, beide ihre Helden - und beide das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre.

"Ein verrücktes Spiel", fasste Peter Green zusammen. "Wir haben uns gegenseitig an die Grenze gedrückt, und am Ende war’s wohl ein gerechtes Resultat." Sein Kollege Tim Thaler nickte: "Jede Mannschaft, die zweimal zurückkommt, hat Charakter. Ich bin stolz auf meine Jungs - auch wenn sie mich um ein paar Lebensjahre gebracht haben."

Vielleicht war dieses 2:2 kein Ergebnis für die Ewigkeit, aber eines, das noch lange nachhallt - in den Stimmen der Fans, im Staub des Rasens und in den müden Beinen von 22 Spielern, die sich nichts geschenkt haben.

Und während die Flutlichter langsam verlöschten, murmelte ein Zuschauer auf der Tribüne: "Wenn das Fußball ist, dann will ich bitte nie Mathe lernen." Ein Satz, dem an diesem Abend wohl niemand widersprach.

02.11.643987 20:46
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Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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