Canadian Soccer
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Toronto Reds siegen knapp im kanadischen Klassiker - Graversen dreht das Spiel

Ein frostiger Februarabend in Toronto, 36.000 Zuschauer mit heißen Getränken und kalten Fingern, und ein Spiel, das alles hatte: Drama, Zähneknirschen, und schließlich den leicht süßlichen Geschmack des Sieges. Die Toronto Reds gewannen am 17. Spieltag der 1. Liga Kanada mit 2:1 (1:0) gegen die Quebec Blues - ein Ergebnis, das sich knapper anfühlt, als es klingt.

Schon in der ersten Minute machte Quebec klar, dass sie nicht zum Sightseeing gekommen waren. Fabio Makukula, der rechte Außenverteidiger mit der subtilen Eleganz eines Abrissbaggers, sah nach gerade einmal 60 Sekunden Gelb. "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind", grinste er nach der Partie - Trainer Lutz Lindemann verzog dabei keine Miene.

Die Blues begannen offensiv, wie ihre Taktik versprach: aggressiv, pressingfreudig, mit Schüssen aus allen Lagen. Schon nach neun Minuten prüfte Jaime Mourino, der erfahrene Mittelstürmer der Quebecer, Torwart Daniel Benito - vergeblich. Die Reds dagegen taten, was Toronto eben kann: ruhig bleiben, den Ball laufen lassen (57 Prozent Ballbesitz sprechen für sich) und geduldig auf den Moment warten.

Dieser Moment kam in der 42. Minute. Edvard Graversen, die unermüdliche Schaltzentrale im Mittelfeld, steckte den Ball durch auf Cameron Landry, der halblinks in den Strafraum zog und eiskalt einschob. 1:0. Landry jubelte mit erhobenen Armen, während Coach Kathinka Santoz an der Seitenlinie nur trocken murmelte: "Endlich macht er mal, was wir trainieren."

Zur Halbzeit schien Toronto alles im Griff zu haben - Quebec hatte zwar mehr Torschüsse (am Ende 14 zu 9), aber wenig Ertrag. In der Kabine muss Lindemann dann den Schalter umgelegt haben, denn nach Wiederanpfiff pressten die Blues hoch, liefen mehr, kämpften härter. In der 72. Minute schließlich der verdiente Ausgleich: Julien Malfoy, der rechte Flügelflitzer mit der Frisur eines Rockstars, flankte punktgenau auf Mourino, und der nickte mühelos ein. 1:1 - plötzlich war das Stadion still, bis auf den kleinen Block der Quebec-Fans, die im eisigen Wind sangen, als läge der Atlantik nur ein paar Meter entfernt.

Doch Toronto wäre nicht Toronto, wenn sie sich so leicht beeindrucken ließen. Während Lindemann drei Minuten später schon die Hände in die Taschen steckte, schob seine Mannschaft weiter nach vorn - vielleicht zu weit. In der 83. Minute schickte Landry den Ball quer durch den Strafraum, und Graversen, der Mann mit der kühlen Stirn, traf aus 14 Metern flach ins rechte Eck. 2:1, und diesmal jubelte sogar Santoz. "Ich hatte kurz Angst, er passt nochmal zurück", lachte sie nach dem Spiel.

Danach wurde es ruppig. Pol Coluna sah in der 85. Minute Gelb, und Santoz’ Stimme überschlug sich an der Seitenlinie, während Quebecs Ersatzspieler sich schon warm liefen. In der 92. Minute setzte Barend Veeder noch einen verzweifelten Schuss ans Außennetz - das war’s.

Statistisch betrachtet war Quebec das aktivere Team: mehr Abschlüsse, leicht bessere Zweikampfquote (51 zu 49 Prozent). Aber Fußball wird bekanntlich nicht nach Torschüssen entschieden, sondern nach Treffern - und da hatten die Reds das letzte Wort.

Im Spielertunnel, kurz bevor die Journalisten ansetzten, sagte Mourino mit einem müden Lächeln: "Wir hätten sie heute packen können, aber sie waren cleverer. Oder einfach kälter - im Kopf."

Santoz konterte später süffisant: "Wenn man 14 Mal aufs Tor schießt und nur einmal trifft, sollte man vielleicht über Zielwasser nachdenken."

Lutz Lindemann blieb dagegen sachlich: "Wir haben gut gespielt, aber Toronto hat das Spieltempo diktiert. Das war der Unterschied." Vielleicht auch der Unterschied zwischen Leidenschaft und Kontrolle - zwischen Blau und Rot.

Die Fans der Reds jedenfalls gingen erhobenen Hauptes hinaus in die kalte Nacht. Einige riefen "Graversen for Mayor!", andere klatschten Landry auf die Schulter, als er in der Mixed Zone verschwand.

Und irgendwo im Presseraum grinste Kathinka Santoz, nahm einen Schluck Kaffee und meinte: "Manchmal reicht ein bisschen Geduld - und ein Mittelfeldspieler, der weiß, wo das Tor steht."

Ein kleines Fazit zum Schluss: Die Toronto Reds bleiben mit diesem Sieg im Titelrennen, während die Quebec Blues sich fragen dürften, wie man mit mehr Schüssen und weniger Toren nach Hause fährt. Antwort: Mit kalten Füßen und der Erkenntnis, dass Effizienz manchmal die schönste Taktik ist.

01.12.643990 04:21
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