Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Torlos, aber nicht trostlos: Giannina und Chaidari FC trennen sich 0:0

Ein lauer Abend in Ioannina, Flutlicht, 27.000 Zuschauer - und am Ende trotzdem kein Tor. Giannina und Chaidari FC lieferten sich am 26. Spieltag der griechischen Superliga ein 0:0 der besseren Sorte: Chancen zuhauf, Spannung bis zum Abpfiff, aber keiner, der das Runde ins Eckige brachte. Trainer Kai Häntsch von Giannina fasste es nach dem Spiel trocken zusammen: "Wenn du 16 Mal aufs Tor schießt und keiner rein will, dann war der Fußballgott heute wohl im Urlaub."

Schon in der zweiten Minute setzte Jack Sutherland ein erstes Ausrufezeichen. Der Engländer im Sturm der Hausherren prüfte Gästetorwart Liam Masse mit einem satten Schuss aus 20 Metern - der Keeper lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. "Ich dachte, der wäre drin", grinste Sutherland später. "Aber offenbar hat der Torwart heute Spiderman‑Gene."

Giannina bestimmte das Geschehen, lag mit knapp 50 Prozent Ballbesitz zwar statistisch nur hauchdünn vorne, hatte aber deutlich mehr Zielwasser im Tank: 16 Torschüsse gegenüber vier von Chaidari FC. Doch jedes Mal fehlten Zentimeter oder ein beherztes Bein im Weg. Gerasimos Choutos schoss in der 20. Minute knapp über die Latte, Glenn Verbeke traf in der 44. Minute nur das Außennetz.

Chaidari FC, von Trainer Panagiotis Karathanasis gewohnt defensiv eingestellt, lauerte auf Konter. In der 10. Minute hatte Manos Christopoulos die beste Gelegenheit für die Gäste, verzog aber. Später, in der 62. Minute, kam Philippos Galitsios frei zum Abschluss, doch auch hier: das Netz blieb unberührt. "Wir wollten ruhig bleiben und auf unsere Chance warten", erklärte Karathanasis. "Leider haben wir sie dann gefunden - und gleich wieder verloren."

Kurz nach der Pause wurde es turbulent: Gianninas Rechtsverteidiger Günter Schlüter sah in der 47. Minute Gelb, nachdem er Chaidaris Flügelspieler etwas zu beherzt gestoppt hatte. "Das war kein Foul, das war Zuneigung", lachte Schlüter nach dem Spiel. Weniger zu lachen hatte Gerasimos Choutos, der in der 59. Minute verletzt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Nelson Couto, der später noch mehrfach gefährlich wurde.

Die Heimfans feuerten ihre Mannschaft unermüdlich an - und jedes Mal, wenn Jack Sutherland zum Schuss ausholte, ging ein Raunen durchs Stadion. In der 75. Minute setzte er den Ball hauchdünn am Pfosten vorbei, in der 84. war es wieder Masse, der sensationell parierte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der mich geärgert hat", sagte Sutherland kopfschüttelnd.

Auch Glenn Verbeke probierte es in der Nachspielzeit noch einmal. Sein Distanzschuss in der 91. Minute landete - natürlich - in den Armen des Keepers. Und als dann Couto in Minute 94 und Sutherland in Minute 95 ebenfalls scheiterten, blieb Kai Häntsch nur noch, sich kopfschüttelnd an der Seitenlinie die Jacke zuzuziehen.

Chaidari FC verdiente sich das Remis mit beherztem Einsatz. Die Defensive stand kompakt, Athinagoras Argyros kassierte zwar in der 69. Minute Gelb, rettete aber kurz darauf mit einem waghalsigen Tackling gegen Hamlin. "Ich nehme lieber die Karte als das Gegentor", kommentierte er lakonisch.

Taktisch war das Spiel erstaunlich offensiv geprägt - beide Teams starteten laut Statistik mit offensiver Ausrichtung, spielten aber mit angezogener Handbremse, sobald es in die Nähe des Strafraums ging. So blieb es bei einem torlosen, aber keineswegs langweiligen Schlagabtausch, in dem die Zuschauer immerhin die Gewissheit hatten, dass sie ein Spiel voller vergeblicher Mühen und schöner Paraden gesehen hatten.

"Wir hätten heute bis Mitternacht spielen können, und es wäre immer noch 0:0 ausgegangen", seufzte Häntsch in der Pressekonferenz. Sein Gegenüber Karathanasis nickte zustimmend: "Dann hätten wir aber wenigstens Überstundenzuschlag verdient."

Am Ende standen 16:4 Torschüsse, eine Tackling‑Quote von 55 Prozent für Giannina und zwei müde Trainer, die beide wussten, dass man aus einem 0:0 manchmal mehr mitnehmen kann als aus einem glücklichen Sieg - zumindest, wenn man Humor hat.

Oder, wie Glenn Verbeke es formulierte, während er sich in der Kabine die Schuhe auszog: "Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - keiner lacht, aber alle klatschen am Ende trotzdem."

So blieb den Fans nur der Applaus - für ein Spiel ohne Tore, aber mit reichlich Geschichten, die man sich morgen beim Frühstückskaffee erzählen wird.

16.11.643987 01:16
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