Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

Tor-Feuerwerk in Valencia: Meireles zündet Dreierpack gegen Salamanca

Ein lauer Februarabend, 59.000 Zuschauer im ausverkauften Estadio de los Naranjos, und nach 90 Minuten wussten sie alle: Wer zu spät kam, hat das halbe Spektakel verpasst. SC Valenciano besiegte Salamanca CF mit 5:3 (2:0) - ein Spiel, das so offen war wie die spanische Sonne im Hochsommer und so wild wie ein Flamenco auf Speed.

Die ersten 20 Minuten gehörten einem Mann mit der Rückennummer 9 und einem Lächeln, das nach Toren roch: Diego Meireles. Zweimal schlug der 32-Jährige eiskalt zu (13. und 17. Minute), erst nach Vorarbeit von Christian Schreiner, dann nach feiner Flanke von Marko Mornar. Zwei Chancen, zwei Treffer - Salamanca wirkte da eher wie ein Statist im falschen Film. "Ich dachte, er schießt nur mit rechts", stöhnte später Salamancas Verteidiger Marcos de Silva, "aber er hat offensichtlich zwei rechte Füße."

Valenciano dominierte die erste Halbzeit nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch im Gefühl. 16 Torschüsse, 53,7 Prozent Ballbesitz, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Cheftrainer Lars Schm lehnte entspannt am Spielfeldrand, als wäre das Ganze ein Trainingsspiel. "Wir wollten offensiv, aber mit Verstand agieren", sagte er nach dem Spiel, "der Verstand kam erst nach der Pause zurück."

Denn direkt nach Wiederanpfiff zeigte Salamanca, dass sie nicht zum Tapas-Essen angereist waren. Damian Coelho erzielte in der 46. Minute den Anschlusstreffer nach Vorarbeit von José Enrique Canton, fünf Minuten später legte er selbst nach, diesmal bedient von Gabri Varela. 2:2 - plötzlich war das Spiel wieder offen, und Schm raufte sich die wenigen verbliebenen Haare: "Ich hatte kurz das Gefühl, wir spielen Eishockey - jede Minute ein Tor."

Doch Valenciano wäre nicht Valenciano, wenn sie nicht die passende Antwort parat gehabt hätten. In der 57. Minute war es - natürlich - wieder Meireles, der nach Pass von Benjamin Moffat zum 3:2 traf. Ein Hattrick, der das Stadion erzittern ließ. Moffat, der unauffällige Strippenzieher im Mittelfeld, grinste später: "Ich wollte eigentlich aufs Tor schießen, aber Diego hat mir den Ball einfach geklaut."

Nur sechs Minuten später machte Gerard Cloutier, der elegante Linksaußen, das 4:2 (63.). Wieder war Moffat der Passgeber - und Salamanca-Coach Jürgen Mattes tobte an der Seitenlinie, als hätte ihm jemand das Bocadillo weggenommen. "Wenn du vier Tore kassierst, bevor du richtig wach bist, hilft auch kein Pressing mehr", knurrte er nach der Partie.

Aber Salamanca weigerte sich, still unterzugehen. Nestor Pascual nutzte in der 67. Minute eine Flanke von Eduardo Aznar zum 4:3 - und für einen kurzen Moment roch es nach Sensation. Die Fans der Gäste, ohnehin in bester Feierlaune, schrien ihre Mannschaft nach vorn. Doch kaum hatte der Stadionsprecher Pascuals Namen zu Ende buchstabiert, schlug Valenciano zurück: Meireles, zum Vierten! In der 68. Minute vollendete der Portugiese sein persönliches Meisterstück - 5:3.

"Wenn er so weitermacht, muss ich ihm den rechten Schuh vergolden lassen", witzelte Trainer Schm hinterher. Meireles selbst blieb gewohnt bescheiden: "Ich spiele nur, was der Ball mir sagt. Heute hat er sehr laut gesprochen."

In den Schlussminuten versuchte Salamanca noch einmal alles. Damian Coelho prüfte Keeper Marc Robert in der 80. und 83. Minute, doch der Torwart parierte mit Katzenreflexen. Rüknettin Aykut, Valencianos Innenverteidiger mit der Gelben Karte aus der 38. Minute, mischte sich sogar noch in den Angriff ein - und schoss in der 87. Minute selbst aufs Tor. "Ich wollte sehen, wie sich das anfühlt", grinste er nach dem Spiel.

Am Ende blieb es beim 5:3, einem Ergebnis, das den Offensivgeist beider Teams widerspiegelt - und den Nerv der Zuschauer. Salamanca hatte elf Torschüsse, Valenciano 16, und kein Ballbesitz-Diagramm der Welt konnte erfassen, wie wild es in dieser Partie zuging.

"Das war kein Fußball, das war Kunst mit Gras unter den Füßen", schwärmte ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions. Vielleicht etwas pathetisch - aber irgendwie stimmte es.

Und so ging ein Abend zu Ende, der weniger nach Taktik roch und mehr nach purem Instinkt. Valenciano bleibt im oberen Tabellendrittel, Salamanca muss sich fragen, ob man künftig mit weniger Theatralik und mehr Verteidigung auftreten möchte. Oder wie Mattes es trocken zusammenfasste: "Wir haben vier Tore von einem Mann kassiert, der Kaffee trinkt, bevor er schießt. Da kannst du nur applaudieren."

Ein Spiel, das man sich eigentlich noch einmal ansehen müsste - sofern man ein starkes Herz besitzt und keine Angst vor Toren hat.

22.09.643990 17:44
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager