La Nacion
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Torfestival in Luque: 12 Octubre und General Luque trennen sich 3:3

Ein 3:3, das nach 90 Minuten mehr nach Achterbahnfahrt als nach Fußballspiel roch - das war der Freitagabend im Estadio 12 Octubre. 43.500 Zuschauer standen Kopf, fluchten, jubelten und lachten - oft alles innerhalb von zehn Minuten. Am Ende wussten selbst die Trainer nicht recht, ob sie sich freuen oder ärgern sollten. "So etwas nennt man wohl ein emotionales Unentschieden", grinste Heimcoach Tommy Tomsen, während er sich mit einem Handtuch den Schweiß aus der Stirn wischte.

Dabei begann alles so geordnet, fast zu ruhig. Doch schon nach 13 Minuten donnerte Vincent Hennessy von Club General Luque den Ball aus 18 Metern unter die Latte - ein Treffer, der selbst die Heimfans kurz verstummen ließ. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Hennessy später, "und gehofft, dass der Ball nicht auf dem Parkplatz landet." Tat er nicht. 0:1.

Doch 12 Octubre reagierte wie ein Boxer, der einen Haken kassiert und sofort zurückschlägt. In der 19. Minute war es Alexander Catrall, der nach feinem Zuspiel von Andre Blais eiskalt einschob. 1:1 - und das Stadion bebte. Zwei Minuten später schlug Luque zurück: Stephane Caron, der rechte Flügelflitzer mit der Gel-Frisur, traf nach Vorlage von Julian Celis zum 1:2. Und weil offenbar niemand Lust auf defensive Langeweile hatte, antwortete 12 Octubre im Gegenzug: Sebastien Schmid verwertete eine Hereingabe von Albert Teixeira zum 2:2. Da waren gerade einmal 22 Minuten gespielt, und die Zuschauer wussten, dass sie ihr Eintrittsgeld gut angelegt hatten.

Doch Luque wollte es wissen. In der 39. Minute machte erneut Caron den Unterschied - per Kopf, nach einer Ecke von Julian Mingo. 2:3, Halbzeit. Auf der Tribüne hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Wenn das so weitergeht, brauch ich in der Pause einen neuen Herzschrittmacher."

In der Kabine, so verriet später Tomsen, habe er seine Jungs ermahnt, "nicht wieder wie auf dem Jahrmarkt zu verteidigen". Und tatsächlich: Nach Wiederanpfiff sah man ein entschlosseneres Heimteam. 12 Octubre dominierte das Geschehen, schnürte die Gäste ein, die kaum noch aus der eigenen Hälfte kamen. 58 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüsse am Ende sprechen für sich.

Der Ausgleich fiel folgerichtig in der 58. Minute, als Ruben Hernandez nach glänzender Vorarbeit von Teixeira den Ball unter Luques Keeper Laurent Bonnaire hindurch ins Netz schob. 3:3 - und das Stadion explodierte. Hernandez rannte jubelnd zur Eckfahne, wo ihn seine Mitspieler fast erdrückten. "Ich hab kurz keine Luft mehr bekommen", keuchte er nach dem Spiel lachend, "aber für so ein Tor kann man das mal riskieren."

Danach ging es hin und her, doch die große Entscheidung blieb aus. Luque wechselte in der 80. Minute Caron aus - wohl auch, um ihn vor einer Gelb-Roten Karte zu schützen, nachdem er kurz zuvor für ein rustikales Einsteigen verwarnt worden war. Sein Ersatz, Wouter Roemer, brachte frischen Wind, aber keine Tore. Auf der anderen Seite brachte Tomsen den jungen Marcio Ruy, der in der 85. Minute noch einmal gefährlich abzog, aber knapp verzog.

"Ich weiß gar nicht, ob ich stolz oder wütend sein soll", meinte Gästecoach Rolando Rolando nach dem Abpfiff, ein Mann, der offenbar doppelt so ernst ist, wie sein Name klingt. "Drei Tore auswärts sind stark, aber drei Gegentore machen jede Busfahrt zur Therapie-Sitzung."

Die Statistik erzählte eine klare Geschichte: 12 Octubre hatte mehr vom Spiel, mehr Chancen, mehr Initiative - doch Luque traf in den richtigen Momenten. "Wir müssen lernen, solche Spiele zu killen", sagte Kapitän Jack Wyler, der sich in der zweiten Hälfte zum Mittelfeldmotor aufschwang.

Und so blieb am Ende ein 3:3, das niemanden wirklich zufriedenstellte, aber alle bestens unterhielt. Während die Fans noch über den Platzgesang spekulierten und Kinder auf den Zäunen Autogramme forderten, stand Tomsen an der Seitenlinie und seufzte: "Wenn wir jedes Mal so spielen, werde ich keine grauen Haare mehr brauchen - die fallen vorher aus."

Ein gerechtes, wildes, fast romantisches Remis - Fußball, wie er sein soll: unberechenbar, unvernünftig, unbezahlbar.

27.12.643993 22:40
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