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Tor-Festival in Gladbeck: 3:3 zwischen FC Gladbeck und SG Vegesack

31015 Zuschauer im Gladbecker Stadion bekamen am Dienstagabend genau das, was man sich von einem Spiel des 31. Spieltags der 1. Liga Deutschland wünscht - Tore, Drama, eine Gelb-Rote Karte und einige Momente, in denen man sich fragte, ob die Abwehrreihen beider Teams vielleicht kollektiv Urlaub eingereicht hatten. Am Ende stand ein gerechtes, wildes 3:3 zwischen dem FC Gladbeck und der SG Vegesack, das Trainer, Spieler und Fans gleichermaßen atemlos zurückließ.

Schon in der ersten Halbzeit zeichnete sich ab, dass dieser Abend kein taktisches Schachspiel werden würde, sondern ein offener Schlagabtausch. Vegesack legte los wie die Feuerwehr - Flanken, Torschüsse, Flanken, wieder Torschüsse. Ganze 14 Versuche feuerten die Norddeutschen im Laufe des Spiels ab, doppelt so viele wie die Gastgeber. In der 44. Minute wurde die Dominanz belohnt: Jannik Ackermann vollendete nach feinem Zuspiel von Olav Hanke zum 0:1. Der Gladbecker Anhang stöhnte, doch kaum hatte man sich über das Gegentor geärgert, zappelte der Ball schon im anderen Netz. Eine Minute später - 45. Minute - traf Javier Antunes nach Vorarbeit von Caio Castro zum Ausgleich. "Ich hab’ einfach gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?", grinste Antunes später.

Nach dem Pausentee drehte Gladbeck das Spiel. In der 52. Minute schlug der junge Niclas Rau zu, wieder nach feinem Pass von Castro. 2:1, die Fans tobten, Trainer El Comandante ballte die Faust, und man glaubte, die Hausherren hätten das Spiel nun im Griff. Doch Vegesack antwortete mit norddeutscher Gelassenheit - und Effizienz. Drei Minuten später traf Olav Hanke selbst, diesmal nach Vorarbeit von Hansen Van Vechten, zum 2:2 (55.).

Dann wurde es wild. Wilhelm Wegener musste nach 59 Minuten verletzt raus - "Ich hab’s im Knie knacken gehört, das war kein gutes Geräusch", murmelte er später tapfer - und kurz darauf wechselte Vegesack um. Doch die Gäste ließen sich nicht beirren. In der 71. Minute war es Van Vechten selbst, der nach Flanke von Gabri Rocha das 3:2 erzielte. Die mitgereisten Fans jubelten, während El Comandante an der Seitenlinie verzweifelt in seiner Notizmappe blätterte.

Aber Gladbeck wäre nicht Gladbeck, wenn sie nicht noch einmal zurückkämen. Nur drei Minuten nach dem Rückstand, in der 74. Minute, sorgte erneut Niclas Rau für den Ausgleich - sein zweites Tor des Abends. Den Assist lieferte diesmal der frisch eingewechselte Antonio Helguera, der kurz zuvor aufs Feld gekommen war. "Ich hab’ Antonio nur zugerufen: Gib mir das Ding flach!", erzählte Rau nach dem Spiel. "Und er hat’s gemacht. Da war’s fast schon unhöflich, nicht zu treffen."

Danach ging’s hin und her: Moutinho prüfte Vegesack-Keeper Dominique Blanchett in der 75. Minute, Van Vechten schoss in der 82. knapp vorbei, und in der Nachspielzeit sah Gladbecks Abwehrchef Noah Ulrich nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (91.). "Ich war einfach zu spät dran, aber der Rasen war auch echt rutschig", verteidigte sich Ulrich mit einem schiefen Lächeln.

Trainer El Comandante wirkte nach dem Abpfiff hin- und hergerissen. "Drei Tore zu Hause müssen für drei Punkte reichen", knurrte er, "aber wenn man hinten so offen steht, reicht’s eben nur für einen." Auf der anderen Seite war Vegesack-Coach Christian Lehmann zufrieden: "Wir wollten mutig sein, wir waren mutig. Ein Punkt auswärts in Gladbeck - das nehmen wir mit Kusshand."

Statistisch betrachtet war Vegesack das aktivere Team: mehr Ballbesitz (knapp 55 Prozent), mehr Torschüsse (14 zu 8), und mit Hanke und Van Vechten zwei Spieler, die Gladbecks Defensive regelmäßig alt aussehen ließen. Doch Gladbeck zeigte Moral - und eine erstaunliche Effizienz.

Am Ende blieb das Gefühl, dass beide Teams gewonnen und verloren hatten: Vegesack, weil sie den Sieg mehrfach auf dem Fuß hatten, Gladbeck, weil sie ihn fast noch gestohlen hätten. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus - und einem Schmunzeln.

"Wenn jedes Spiel so wäre, bräuchten wir keine Serien auf Netflix mehr", sagte ein Fan auf der Tribüne, während er sich den Schal fester um den Hals wickelte. Und irgendwie hatte er recht: Sechs Tore, eine Gelb-Rote, ein verletzter Abwehrspieler und zwei Trainer, die gleichzeitig jubelten und fluchten - mehr Drama passt kaum in 90 Minuten Fußball.

Ein gerechtes 3:3 also. Und wer weiß - vielleicht treffen sich Gladbeck und Vegesack bald wieder. Dann hoffentlich mit etwas weniger Chaos, aber mindestens genauso viel Spaß für alle, die Fußball nicht nur zählen, sondern fühlen wollen.

03.09.643993 02:40
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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