Elfmeter
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Torfestival in Dresden: SG bezwingt TSV Aindling 5:4 nach wildem Schlagabtausch

3729 Zuschauer im Dresdner Stadion kamen am 17. Spieltag der Verbandsliga H ganz sicher auf ihre Kosten - und mussten dabei gelegentlich an ihre Nervenreserven. Die SG Dresden besiegte den TSV Aindling mit 5:4 (3:2) in einem Spiel, das irgendwo zwischen Fußballkunst, Chaos und Comedy pendelte. Trainer Maik Köppe grinste nach dem Abpfiff: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir heute verteidigt oder jongliert haben. Aber gewonnen ist gewonnen."

Schon nach drei Minuten wurde klar, dass hier kein gemütlicher Abendspaziergang bevorstand. Jannis Sonnenschein brachte die Gäste aus Aindling nach Vorlage von Antonio Costa früh in Führung - und grinste danach in Richtung Heimkurve. "Ich dachte, das wird heute ein ruhiger Abend", sagte er später. Denkste. Nur eine Minute später stand es schon 1:1, als Dresdens Pauel Van Antwerp nach Zuspiel von Andrew Prentiss eiskalt einschob.

Und damit nicht genug: In der achten Minute legte Marvin Roth nach, erneut nach einem Pass von Prentiss. Das Publikum hatte kaum Zeit zum Durchatmen, da glich Aindlings bulliger Mittelstürmer Nico Lutz in der 14. Minute aus - wieder Costa mit dem Assist. 2:2, und wir hatten gerade mal ein Viertelstündchen hinter uns. "Da war mehr Tempo drin als in mancher Netflix-Serie", murmelte ein Ordner auf der Pressetribüne.

Doch Dresden hatte noch Lust auf Spektakel. Van Antwerp, offenbar in Galaform, erzielte in der 19. Minute seinen zweiten Treffer, diesmal nach einer butterweichen Flanke von Bernt Stoll. 3:2 zur Pause, und das Publikum klatschte sich die Hände warm. Statistisch lag Dresden mit 52 Prozent Ballbesitz und 19 Torschüssen ohnehin vorn, aber wer zählt das schon, wenn Tore im Minutentakt fallen?

Nach der Pause zeigte sich die SG weiter torhungrig. Kaum wieder angepfiffen, war es Robin Krebs, der in der 46. Minute zum 4:2 traf - Vorbereiter: der quirlige Mittelfeldmann Albert Zahinos. Nur zwei Minuten später drehte Zahinos selbst auf, hämmerte das Leder nach Vorlage von Prentiss in die Maschen. 5:2! Dresden in Ekstase, Aindling im Schockzustand.

"Wir hatten kurz das Gefühl, dass wir das Spiel gewonnen haben", gab Trainer Köppe später zu. "Das war wohl ein Irrtum." Denn Aindling, angetrieben von der unermüdlichen Flügelzange Costa und Quaresma, bäumte sich auf. In der 58. Minute traf der erfahrene Sascha Hagen nach Vorarbeit von Linksverteidiger Elias Hofmann zum 5:3. Und als in der 75. Minute Rechtsverteidiger Klaus Schaller (!) nach Vorlage von Nils Röder das 5:4 erzielte, war plötzlich wieder alles offen.

"Ich dachte, ich sei im falschen Film", seufzte Dresdens Torhüter Stefan Probst. "Wenn selbst deren Außenverteidiger anfangen zu treffen, weißt du, dass irgendwas nicht stimmt."

Die Schlussphase war Nervensache. Dresden verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit dem Glück des Tüchtigen. Pauel Van Antwerp sah in der 81. Minute Gelb, vermutlich aus purer Erschöpfung beim Versuch, sich in jeden Zweikampf zu werfen. Aindling drängte, Quaresma holte sich in der 89. Minute noch Gelb ab, und als der Schiedsrichter endlich abpfiff, jubelte ganz Dresden erleichtert.

"Das war kein Fußballspiel, das war ein Abenteuerurlaub", lachte Maik Köppe nach dem Schlusspfiff. "Defensiv müssen wir dringend reden - aber offensiv war’s schön anzusehen." TSV-Coach (dessen Name im Protokoll merkwürdigerweise fehlt, was wohl niemandem aufgefallen war) reagierte mit Galgenhumor: "Fünf Tore auswärts sollten normalerweise für einen Punkt reichen. Außer in Dresden eben."

Die Fans feierten ihre Helden, besonders Van Antwerp, der mit zwei Toren und unzähligen Schüssen (mindestens sieben laut Statistik) der unermüdliche Motor im Dresdner Angriff war. Neben ihm ragten Prentiss mit drei Vorlagen und der junge Zahinos hervor, der zeigte, dass Mittelfeldspieler manchmal lieber selbst treffen als nur vorbereiten.

Was bleibt? Ein Abend voller Tore, Emotionen und gelber Karten - drei für Aindling, zwei für Dresden. Ein Spiel, das in jedem Lehrbuch als Beispiel für "Offensivfußball ohne Sicherheitsnetz" stehen könnte.

Oder, wie ein Dresdner Fan beim Verlassen des Stadions meinte: "Wir haben vielleicht keine Abwehr, aber wenigstens Unterhaltung. Und das ist doch auch was."

Am Ende gewann die SG Dresden 5:4 - und alle, die dabei waren, gingen mit leicht erhöhtem Puls, aber einem breiten Grinsen nach Hause.

31.07.643996 22:47
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