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Was für ein Auftakt in die neue Saison der 1. Liga Griechenland! 33.707 Zuschauer im sonnendurchglühten Stadion von Heraklion erlebten ein Spektakel, das irgendwo zwischen Fußballkunst und griechischer Tragödie pendelte. Am Ende jubelte Thessaloniki über ein 4:3 gegen OFE Kreta - ein Ergebnis, das so wild war wie die taktische Ausrichtung beider Teams: "Offensiv? Immer! Verteidigen? Wenn’s sein muss", lachte Thessalonikis Coach Johnas Heun nach dem Abpfiff. Dabei hatte alles begonnen wie ein mediterraner Sommerabend - warm, stimmungsvoll, aber zunächst harmlos. Doch dann, in Minute 16, schlug Pol Acevedo eiskalt zu. Nach feinem Zuspiel von René Hensley drosch der 31-Jährige den Ball in die Maschen. Nur drei Minuten später jubelte das Stadion, diesmal für die Gastgeber: Manuel Da Cru, der kretische Mittelfeldmotor, verwertete eine butterweiche Flanke von Maurice Bergeron zum 1:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Da Cru, "und gehofft, der Ball findet den Weg. Heute war Zeus wohl kurz Kretaner." Doch noch vor der Pause stach Thessaloniki erneut zu. In der 39. Minute nickte Zdenek Holenda nach einer Eingabe von Jungspund Ilias Konstantinou ein - 1:2, und Trainer Jeff Johnson von Kreta war sichtlich bedient. "Wir haben kurz vergessen, dass man Ecken auch verteidigen kann", knurrte er später in die Mikrofone. Nach dem Seitenwechsel ging das Feuerwerk weiter. Kaum rollte der Ball, traf Thessalonikis rechter Flügelflitzer Hemming Kofod (46.) zum 1:3. Man hätte meinen können, das Spiel sei entschieden, doch Kreta weigerte sich, die Tragödie ohne Gegenrede zu akzeptieren. In der 60. Minute verkürzte Blagoj Karaslawow nach Vorarbeit von Guillermo Yanez. Nur eine Minute später revanchierte sich Yanez selbst, traf zum 3:3-Ausgleich - diesmal nach Vorarbeit von Da Cru. Das Stadion wackelte, Bierbecher flogen, und man hatte das Gefühl, Kreta würde die Insel zum Beben bringen. Aber Fußball ist selten gerecht. Sechs Minuten später - als die Euphorie noch durchs Stadion waberte - zog Thessalonikis Routinier Kai Cabell von links nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck. 3:4. "Ich dachte, es wäre besser, den Ball einfach zu malen statt zu schießen", witzelte Cabell später mit einem Augenzwinkern. Die letzten zwanzig Minuten waren ein einziger Sturmlauf. Kreta rannte, kämpfte, schoss (14 Mal insgesamt!), während Thessaloniki mit 16 Abschlüssen eiskalt und erfahrener wirkte. Der Ballbesitz sprach mit 51,5 Prozent leicht für die Hausherren, aber die Gäste hatten die besseren Momente. In der 84. Minute brachte Johnson noch den 18-jährigen Sami Khedira - ja, ein Namensvetter des deutschen Weltmeisters - für den ausgepumpten Da Cru. Der Junge zeigte Mut, forderte Bälle, aber das Wunder blieb aus. Als der Schlusspfiff ertönte, sank Guillermo Yanez auf die Knie. "So nah dran und trotzdem leer", murmelte er und starrte auf den Rasen, der an diesem Abend so viel Drama gesehen hatte wie ein Shakespeare-Stück. Trainer Heun dagegen lächelte milde: "Wir haben heute gezeigt, dass Offensive auch Verteidigung sein kann - wenn man nur genug Tore schießt." Jeff Johnson hingegen fand klare Worte: "Wir haben ein Herz gezeigt, das größer war als unser Strafraum. Aber am Ende zählen Tore, nicht Sympathie." Die Fans von Kreta verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie wussten, dass diese 90 Minuten mehr Unterhaltung boten als viele Kinofilme. Vielleicht, weil sie spürten, dass hier eine Mannschaft geboren wird, die nicht aufgibt - egal, ob sie gegen den Wind spielt oder gegen Thessaloniki. Und irgendwo in der Kabine, so erzählt man sich, soll ein Spieler leise gesagt haben: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald zwei Tafeln für all die Tore." - Woraufhin Trainer Johnson trocken erwiderte: "Dann fangt schon mal an zu schreiben." Ein passender Schlusssatz für ein Spiel, das man auf Kreta nicht so schnell vergessen wird. 30.05.643990 00:54 |
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