Diarios de Futbol
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Toluca jubelt zu früh - Greenstars drehen das Spiel in 13 Minuten

71.035 Zuschauer im Estadio Nemesio Diez erlebten am Dienstagabend ein Fußballspiel, das zunächst wie ein gemütlicher Heimspaziergang aussah - und dann zu einer bitteren Lehrstunde in Sachen Konsequenz wurde. CD Toluca verlor in der Gruppenrunde der Amerikaliga mit 1:2 (0:0) gegen die Greenstars GSC, obwohl sie mehr Ballbesitz (52,8 %) und lange Zeit die Kontrolle hatten.

Es war das typische Spiel, das Reporter lieben: eine erste Hälfte zum Gähnen, eine zweite zum Staunen. Trainer Franz Inho hatte seine Toluca-Elf offensiv eingestellt, aber "wir wollten nicht ins offene Messer laufen", wie er nach dem Spiel erklärte. Sein Team kombinierte gefällig, doch im letzten Drittel glänzte eher die Rasenpflege als die Präzision. Acht Torschüsse in 90 Minuten - davon fast die Hälfte aus der Distanz - sagen alles.

Die Greenstars, trainiert vom eigenwilligen Ostkurve Berlin ("Ich bin mehr Philosoph als Trainer", sagte er mit einem Grinsen), begannen zurückhaltend. Sie lauerten auf Konter, und als Toluca die Zügel etwas lockerte, schnappte die Falle zu.

Bis zur Pause war das Spiel ein taktisches Schachbrett. Gelbe Karten für Hugos Costa (27.) und Domingos Berjon (44.) deuteten an, dass Toluca zwar den Ball wollte, aber manchmal auch den Gegner. Auf der anderen Seite sah Ashton Carter (36.) Gelb, weil er Diego Pinto an der Außenlinie mehr umarmte als tackelte. "Ich wollte nur helfen, dass er nicht ausrutscht", scherzte Carter später.

Nach dem Seitenwechsel kam endlich Leben in die Partie. In der 59. Minute brach die Arena in Jubel aus: Der 20-jährige Pablo de Freitas, bisher eher bekannt für seine Frisur als für seine Torgefahr, schlenzte den Ball nach Zuspiel von Zoran Tadic ins lange Eck - 1:0! Sein erster Treffer in der Amerikaliga. "Ich wusste gar nicht, dass er mit links schießen kann", grinste Tadic hinterher.

Doch Toluvas Freude hielt genau fünf Minuten. In der 64. Minute traf Pedro Puerta, der 32-jährige Mittelfeld-Dauerläufer der Greenstars, nach feiner Vorlage von Guy Larocque. Es war eine Koproduktion aus Routine und Raffinesse: Larocque zog drei Verteidiger an, legte quer, Puerta schob trocken ein. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Puerta - und das sah man.

Ab da kippte die Partie. Toluca wirkte konfus, die Pässe wurden länger und die Gesichter länger. Inho reagierte spät: Erst in der 75. Minute brachte er den jungen Nelson Viejo für Tadic, fünf Minuten später Mathias Blais für den verwarnten Berjon. Doch da stand es schon 1:2.

Denn in der 77. Minute belohnte sich der auffällige Guy Larocque selbst. Nach einem schnellen Doppelpass mit Didier Hoskins zog er aus 16 Metern ab - unhaltbar für Keeper Maurizio Marano. "Ich wollte eigentlich flanken", zwinkerte Larocque nach dem Spiel, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Danach versuchte Toluca alles, inklusive aktivem Pressing in der Schlussphase - laut Statistik erstmals im Spiel. Doch die Greenstars standen kompakt, blockten und konterten. Sogar der 19-jährige Leon Cochran, frisch eingewechselt für Puerta, kam in der 90. Minute noch zu einem Torschuss. "Wir haben heute nicht nur gewonnen, wir sind gereift", bilanzierte Coach Berlin, "zumindest hoffe ich das."

Toluca hingegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen. Trainer Inho sprach von "einem kollektiven Blackout nach der Führung". De Freitas, der Torschütze, wirkte fast entschuldigend: "Vielleicht haben wir gedacht, das war’s. Aber das war’s eben nicht."

Statistisch blieb es ein enges Duell: 8:10 Torschüsse, fast ausgeglichene Zweikampfquote (49,4 % zu 50,6 %), leichtes Ballbesitzplus für Toluca. Doch Fußball ist kein Statistikseminar - sondern ein Drama in Echtzeit. Und dieses Drama endete mit einem bitteren Lächeln im Gesicht der Gastgeber.

"Wir hätten das zweite Tor gebraucht", murmelte Inho, bevor er in der Kabine verschwand. Vielleicht hätte er auch gesagt: Wir hätten einfach wach bleiben müssen. Die Greenstars taten es - und reisen nun mit drei Punkten im Gepäck und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein weiter.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wer zu früh jubelt, dem pfeift der Wind ins Gesicht. Und dieser Wind kam am Dienstagabend aus Richtung Greenstars - mit voller Wucht.

06.06.643987 18:52
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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