El Colombiano
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Tolima stolpert - Atletico Cucuta tanzt durchs Stadion

Ein lauer Abend in Ibagué, 40.000 Zuschauer, Trommeln, Gesänge - und ein Spiel, das schon nach einer halben Stunde entschiedener war, als Tolima lieb sein konnte. Atletico Cucuta gewann am dritten Spieltag der kolumbianischen Liga verdient mit 3:1, und das, obwohl die Gastgeber den Ball häufiger streichelten als ihr Gegner. 54 Prozent Ballbesitz klingen hübsch in der Statistik - aber Tore zählen, wie man weiß, immer noch mehr.

Schon nach zwölf Minuten begann das Unheil für Tolima. Bruno Pelayo, der quirlig-linke Mittelfeldmann der Gäste, zog nach einem feinen Doppelpass mit Corey Hayman ab - 1:0. Der Jubel im Gästeblock war laut, aber Trainer Felix Eckball blieb erstaunlich stoisch. "Ich wollte gar nicht jubeln", sagte er später mit einem Grinsen. "Ich wollte sicher sein, dass keiner meiner Jungs vor Schreck umfällt, weil wir führen."

Tolima wirkte überrascht, fast beleidigt. Humberto Galindo versuchte es aus der Distanz, Agemar Semedo zirkelte einen Schuss knapp vorbei - aber die Effizienz lag auf der anderen Seite. In der 36. Minute kombinierte sich Cucuta über links durch, Pelayo legte quer, und Ramon Pacos traf eiskalt zum 2:0. Da stand Tolima-Trainer - nennen wir ihn provisorisch Mister Unbekannt, der Klub hielt sich bedeckt - regungslos an der Linie, die Arme verschränkt, während seine Abwehrspieler sich gegenseitig ansahen, als hätten sie sich gerade erst kennengelernt.

Drei Minuten später wurde es fast grotesk: Ein Innenverteidiger, Mario Pinto, stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte das 3:0. Vorlage? Rechtsverteidiger Vicente Meira, der bereits in der ersten Minute Gelb gesehen hatte und offenbar beschlossen hatte, den Abend mit einem Kunstwerk zu veredeln. "Ich dachte, Pinto ist zu klein für Kopfballtore", witzelte Eckball nach dem Spiel. "Aber anscheinend hat er heimlich Wachstumstraining gemacht."

Das Stadion schwieg kurz. Dann kam Tolima zurück - ein bisschen. Amaury Zaera, der beste Mann im Heimtrikot, flankte in der 43. Minute präzise auf Vincent Benito. Dessen Abschluss: wuchtig, unhaltbar, 1:3. Ein Hoffnungsschimmer, der sich als Strohfeuer entpuppte.

Die zweite Halbzeit begann mit zwei Wechseln bei Cucuta: Albert Eusebio und der junge Martin Brito kamen. Eckball erklärte später: "Ich wollte frische Beine - und vielleicht ein bisschen Chaos, das hilft uns manchmal." Tatsächlich brachte es Stabilität. Tolima hatte zwar Chancen - besonders Zaera, der zwischen Minute 41 und 51 gleich dreimal gefährlich auftauchte -, aber der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie.

"Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore", murmelte Tolimas Vincent Benito nach Abpfiff, während er sich das Trikot über den Kopf zog. "Das ist manchmal wie beim Tanzen: Du führst, aber sie bekommen den Applaus."

Die Statistik erzählte dieselbe Geschichte in nüchternen Zahlen: 8 Torschüsse für Tolima, 11 für Cucuta, dazu jene leicht höhere Passquote der Gastgeber, die schön aussieht, aber nichts rettet. Cucuta spielte mit einer klar offensiven Ausrichtung - und erstaunlich wenig Pressing. Das war kein wildes Anrennen, sondern ein diszipliniertes, fast gemütliches Zerstören.

In der 64. Minute kam der 21-jährige Agustin Gutierre für Doppeltorschütze Pacos. Der Youngster hatte zwei gute Gelegenheiten (78. und 81. Minute), die Heimfans hielten kurz den Atem an, doch Keeper Alfonso Nene rettete mit akrobatischer Parade. "Ich wollte wenigstens einmal gut aussehen", scherzte der Torwart später.

Die Schlussphase? Gelb für Tolimas Rechtsverteidiger Vitorino Gelmirez (80.) - Frustabbau in Reinform - und noch eine Verwarnung für Joan de Vivar in der Nachspielzeit, der offenbar fand, dass auch er etwas in der Statistik verdient hatte.

Als Schiedsrichter Camacho abpfiff, schlich Tolima vom Platz, während die Gäste in einer Jubeltraube verschwanden. Felix Eckball stand mit verschränkten Armen daneben und nickte zufrieden. "Wir waren stark, aber nicht perfekt. Wenn Pinto noch öfter trifft, muss ich ihn bald im Sturm aufstellen."

Tolima dagegen suchte Trost in Zahlen. Mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Kopfschütteln. Ein Fan fasste es auf der Tribüne zusammen: "Wir haben gespielt wie Barcelona - nur leider wie das von 2019."

Und so endete ein Abend, der für Tolima mit Hoffnung begann und mit Ernüchterung endete. Atletico Cucuta tanzt weiter durchs neue Jahr, während Tolima nun dringend Antworten sucht - und vielleicht einen Innenverteidiger, der auch mal köpfen kann.

Oder, wie Zaera es seufzend formulierte: "Manchmal spielt der Fußball einfach gegen dich. Heute war er in Rot gekleidet."

22.02.643987 17:02
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