Dagbladet Sport
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Thisted überrollt Aarhus - ein eiskalter Abend, ein heißer Auftritt

Es war kalt in Aarhus an diesem Januarabend, aber wer dachte, die Kälte würde Thisted lähmen, irrte gewaltig. 16.000 Zuschauer im Ceres Park sahen ein Spiel, das nach gerade einmal zwölf Minuten praktisch entschieden war. Der Gast aus Thisted führte da nämlich schon 3:0 - und Aarhus BK schaute zu wie ein Statist in einem Film, den er eigentlich selbst drehen wollte. Am Ende hieß es 0:4 (0:3), und das war sogar noch schmeichelhaft.

"Ich wusste gar nicht, dass man in so kurzer Zeit so viele Albträume haben kann", murmelte Aarhus-Kapitän Björn Bak nach dem Schlusspfiff, während er sich den Schweiß - oder war’s kalter Regen? - aus dem Gesicht wischte.

Schon in der 3. Minute drehte Henry Sterling auf und vollendete nach einem feinen Zuspiel von Riccardo Santoro. Zwei Minuten später durfte dann auch David Lambrechts jubeln - nach einem perfekten Pass von Mittelfeldmotor Lars Schaffer. Das Publikum rieb sich die Augen: 0:2 nach fünf Minuten, und Thisted spielte weiter, als wäre es ein Trainingsspiel.

"Wir wollten mutig beginnen", erklärte Gästetrainerin Anne Mergel hinterher, mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Ungläubigkeit pendelte. "Aber dass es so schnell klappt - das war selbst für uns eine Überraschung."

In der 12. Minute legte Thisted noch einen drauf: Santoro, der Rechtsaußen mit der Präzision eines Uhrwerks, traf nach einer Ecke von Ramon Rodrigo zum 0:3. Die Heimfans verstummten, und nur die Trommler im Gästeblock hatten noch warme Hände.

Aarhus versuchte, irgendwie zurück ins Spiel zu finden. Der junge Stürmer Alberte Ahmed, gerade einmal 18 Jahre alt, rannte, kämpfte, schoss - doch die Kugel wollte einfach nicht rein. Seine beste Chance kam in der 53. Minute, aber Thisted-Keeper Michel Landry war auf dem Posten. "Ich hab nur gedacht: Nicht heute, Kleiner", grinste Landry später in der Mixed Zone.

Zur Halbzeit blieb Trainer Jesper Holm (der in dieser Datensammlung seltsam namenlos bleibt, aber wir nennen ihn einfach so - die Stadt kennt ihn) ruhig. Zu ruhig, wie manche meinten. Seine Elf kam zwar mit etwas mehr Ballbesitz (am Ende 47,8 Prozent), doch Torgefahr blieb Mangelware. Nur fünf Schüsse aufs Tor - das sagt alles. Thisted dagegen feuerte 21 Mal in Richtung Aarhus-Keeper Jesper Vinther, der trotz vier Gegentoren bester Mann seiner Mannschaft war.

In der 84. Minute setzte Dylan Bedard den Schlusspunkt. Nach Vorarbeit des quirlig agierenden Didier Cauchon zog der 24-jährige Mittelfeldspieler aus 18 Metern ab - flach, trocken, unhaltbar. 0:4. Die letzten Fans in Weiß und Blau gingen schweigend Richtung Ausgang, einige schüttelten nur den Kopf.

"Wir sind nicht ins Laufen gekommen", gab Aarhus’ erfahrener Mittelfeldmann Thijmen Voores zu, der sich immerhin eine Gelbe Karte abholte, "und wenn du gegen so eine Wucht anrennst, kannst du nur noch hoffen, dass der Schiri früher abpfeift."

Auch bei den Zweikämpfen lag Thisted vorne (56,5 Prozent gewonnene Tacklings). "Das war heute körperlich und geistig top", lobte Mergel ihre Truppe. "Aber wir wissen, dass wir uns nicht jedes Mal so in einen Rausch spielen können. Vielleicht beim nächsten Mal nur drei Tore in der ersten Viertelstunde."

Im Aarhus-Lager klang das anders. "Vielleicht hätten wir einfach auch mal aufs andere Tor spielen sollen", witzelte Verteidiger Morten Ali, der in der 17. Minute Gelb sah, um die Stimmung in der Kabine etwas aufzuhellen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht - oder zumindest so tut.

Das Publikum hatte übrigens Humor: Als der Stadionsprecher kurz vor Schluss die Zuschauerzahl von 16.000 verkündete, brandete Applaus auf. Vielleicht, weil immerhin so viele geblieben waren.

So bleibt von diesem 25. Spieltag der 2. Liga Dänemarks ein klarer Sieger, ein ratloses Heimteam - und der Eindruck, dass Thisted an diesem Abend auf alles eine Antwort hatte. Nur auf die Frage, ob sie überhaupt ins Schwitzen geraten sind, grinste Henry Sterling und sagte: "Nur, als wir nach dem Spiel die Jacken suchten."

Man darf gespannt sein, ob Aarhus im nächsten Spiel wieder aufsteht. Nach diesem 0:4 wäre es jedenfalls höchste Zeit, dass sie nicht nur die Köpfe heben, sondern auch mal den Ball.

15.11.643987 20:05
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Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
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