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Es war einer dieser Abende, an denen man Fußball wieder liebt - oder ihn verflucht, je nachdem, welche Farben man trägt. Im Estadio Taquari erlebten 43.500 Zuschauer ein 3:2-Spektakel, das vermutlich noch beim Frühstück am nächsten Morgen für Gesprächsstoff sorgte. CF Taquari drehte gegen Club General Luque ein verloren geglaubtes Spiel, und das mit einer Entschlossenheit, die selbst den Rasen beben ließ. Dabei hatte es nach 14 Minuten so ausgesehen, als würde der Abend für die Hausherren lang werden. Julian Celis, der flinke Linksaußen der Gäste, traf nach feiner Vorarbeit von Gabriel Houghton trocken zum 0:1. "Wir wollten früh ein Zeichen setzen", grinste Celis später. "Dass es am Ende nur ein Schönheitsfehler blieb, hätte ich da noch nicht gedacht." Taquari wirkte in der ersten Hälfte bemüht, aber harmlos. Die Offensive klickte nicht, das Passspiel war wie der Regen über dem Stadion - unpräzise und unangenehm. Trainer Tim Thaler schritt mehrmals mit ausladenden Gesten an der Seitenlinie entlang, als wolle er den Ball persönlich über die Mittellinie tragen. "Ich hab’ ihnen in der Pause gesagt: Wenn ihr schon Ballbesitz abgebt, dann wenigstens mit Stil", scherzte er nach dem Spiel. Und siehe da: Nach Wiederanpfiff kam Leben in die Bude. Thaler wechselte gleich dreifach - Mendo, Deco und Velez kamen -, und plötzlich rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Luques Torhüter Bonnaire. In der 61. Minute war es dann soweit: Jose Enrique Exposito zog nach Zuspiel von Velez aus 20 Metern ab - 1:1. Der Ball zischte ins rechte Eck wie eine gezielte Mahnung an alle, die schon an eine Heimniederlage geglaubt hatten. Doch wer dachte, das Spiel würde sich nun beruhigen, irrte gewaltig. Nur fünf Minuten später war wieder Luque am Drücker. Capucho, der bullige Mittelstürmer, drückte einen Querpass von Houghton über die Linie - 1:2. Trainer Rolando Rolando (ja, der heißt wirklich so) ballte die Faust, als wollte er gleich den Linienrichter mitjubeln lassen. "Da dachte ich, wir hätten sie wieder im Griff", erklärte er hinterher. "Dann kam dieser Xavier und zerstörte unseren Abend." Lionel Xavier, 31 Jahre, Flügelstürmer mit dem Charme eines Straßenkickers und der Präzision eines Uhrwerks, entschied das Spiel praktisch im Alleingang. In der 68. Minute netzte er nach Expositos cleverem Pass zum 2:2, nur zwei Minuten später verwandelte er eine Flanke von Velez per Direktabnahme - 3:2! Das Stadion explodierte. Kinder schrien, Erwachsene umarmten sich, und Thaler hüpfte an der Seitenlinie, als hätte er gerade eine Steuererstattung erhalten. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Xavier später. "Wenn du einmal triffst, willst du gleich nochmal. Und nochmal. Leider hat’s nur für zwei gereicht." Luque versuchte danach alles: Schaller, Blanqui und später sogar der junge Ruiz kamen noch ins Spiel, aber Taquaris Defensive hielt stand - auch ohne die verletzte Leah Revivo, die nach 76 Minuten humpelnd das Feld verließ. Torhüter Alf Abramson rückte in der Schlussphase mehrmals in den Mittelpunkt, als er Schüsse von Celis (79.) und Schaller (92.) entschärfte. "Ich hatte das Gefühl, der Ball will gar nicht vorbei", sagte Abramson und lachte. Statistisch war die Partie fast ausgeglichen - 14 Torschüsse für Taquari, 12 für Luque, 48 zu 52 Prozent Ballbesitz. Aber Fußball wird eben nicht in Prozentpunkten entschieden. Es sind die Momente, die zählen. Und von denen hatte Taquari an diesem Abend einfach die schöneren. Rolando Rolando zeigte sich nach dem Spiel fair: "Wir haben gut gespielt, aber sie hatten diese fünf verrückten Minuten. Da kannst du als Trainer nur höflich applaudieren - und innerlich schreien." Thaler dagegen strahlte wie ein Mann, der weiß, dass seine Mannschaft Charakter gezeigt hat: "Das war Leidenschaft, Chaos und Fußball pur. Wenn wir so weitermachen, wird’s eine wilde Saison." Ein augenzwinkernder Beobachter auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Taquari? Die spielen erst, wenn’s weh tut." Und an diesem Abend tat es richtig weh - aber nur für Club General Luque. 29.03.643987 11:48 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet