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CF Taquari bleibt im heimischen Estadio Azulgrana eine Macht. Vor 41.619 Zuschauern bezwang das Team von Trainer Tim Thaler am 20. Spieltag der 1. Liga Paraguay den Gast UD Guarane mit 2:0 (1:0). Es war ein Sieg, der weniger durch Spektakel als durch Konsequenz und eine Prise Zynismus glänzte - genau so, wie Thaler es mag. Schon die ersten Minuten ließen ahnen, dass Guarane nicht gekommen war, um Blumen zu pflücken. Außenverteidiger Juan Martins prüfte Taquaris Keeper Alf Abramson früh (9.), aber das Aluminium blieb standhaft. Drei Minuten später drehte sich die Geschichte: Andre Maier, der linke Wirbelwind, fasste sich nach feiner Vorarbeit von Attila Detari ein Herz - und wuchtete den Ball aus 18 Metern ins rechte Eck. 1:0. "Ich hab gar nicht lange nachgedacht", grinste Maier später. "Vielleicht war das mein Glück - Nachdenken liegt mir nicht." Guarane versuchte, den Rückstand mit gepflegtem Ballbesitz zu verdauen, doch Taquari stellte geschickt die Räume zu. 57 Prozent Ballbesitz für die Hausherren zeigten, wer Herr im eigenen Wohnzimmer war. Die Gäste spielten brav, aber brav gewinnt keine Spiele. Einziger Höhepunkt bis zur Pause: eine gelbe Karte für den jungen Pol Zabaleta (30.), der offenbar beweisen wollte, dass er schon ein Mann ist. Mit Anpfiff der zweiten Hälfte schickte Thaler zwei frische Kräfte: den jungen Francisco Doreste und Torhüter Ton Van Tessel, der für den angeschlagenen Abramson übernahm. "Ich wollte ein Signal setzen - und ehrlich gesagt: Ton hat im Abschlusstraining endlich mal einen Ball gefangen", frotzelte Thaler anschließend. UD Guarane bemühte sich, kam aber selten gefährlich in den Strafraum. Zwischen der 60. und 73. Minute feuerten die Gäste zwar drei Schüsse auf das Tor, doch Van Tessel bestand seine Feuertaufe mit Gelassenheit. Da tat es fast weh, dass Rechtsverteidiger Göran Söderberg nach einem Zweikampf verletzt raus musste (63.). Trainer und Mitspieler schauten betroffen, während Ersatzmann Nelio Quintana sich das Trikot überstreifte - und gleich in einen Verteidigungsakt der Verzweiflung geworfen wurde. Taquari dagegen spielte das Spiel mit Routine herunter, mal mit Ballzirkulation, mal mit dem berühmten "Thaler-Mauern". Und wenn’s gefährlich wurde, dann meist über Detari: Der Mittelstürmer ballerte aus allen Lagen (14., 38., 60., 65., 72.) - ein Mann mit Schusslizenz. "Ich wollte einfach nur das Netz zerschießen", sagte Detari mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Selbstironie und Ernst pendelte. Als alles schon nach einem knappen, aber sicheren 1:0 aussah, kam die Nachspielzeit. 93. Minute: Leah Revivo, sonst Abwehrchef, schickte mit einem langen Ball Detari steil. Der nahm ihn artistisch mit und versenkte eiskalt zum 2:0-Endstand. Stadion kollektiv im Freudentaumel, Trainer Thaler mit verzücktem Faustschlag in die Luft. "Das war Leahs erster Assist in drei Jahren", kommentierte Thaler süffisant. "Er meinte, er wusste gar nicht, dass er so weit schießen kann." Guaranes Spieler verließen den Platz mit hängenden Köpfen, während Kapitän Carlos Da Cru später in der Mixed Zone seufzte: "Wir haben viel gelaufen, aber manchmal fühlt es sich an, als würde man gegen eine Betonwand rennen." 13:7 Torschüsse und eine Zweikampfquote von knapp 54 Prozent für Taquari untermauerten den Eindruck. Tim Thaler fasste das Spiel auf seine unnachahmliche Art zusammen: "Wir haben nicht schön gespielt, aber schön ist ja auch relativ. Meine Frau sagt das übrigens auch oft." So lachte das Stadion, so lachten die Fans - und so lachte wohl auch die Tabelle, denn CF Taquari festigt mit diesem Sieg seine Position im oberen Drittel. UD Guarane dagegen bleibt in der Krise stecken, irgendwo zwischen Pech und Planlosigkeit. Und falls jemand noch zweifelt, ob Fußball wirklich auch Kopfspiel ist: An diesem Abend in Taquari wurde bewiesen, dass man mit kühlem Kopf und heißem Fuß mehr erreicht als mit heißem Kopf und kalten Füßen. 07.09.643987 13:10 |
Sprücheklopfer
Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
Torsten Legat