La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Taquari tanzt Subio Nu schwindelig: 3:0 und ein Platzverweis als Würze

Ein lauer Dienstagabend in Paraguay, doch im Estadio Municipal von Taquari herrschte Hochspannung. 41.543 Zuschauer sahen eine Heimmannschaft, die von der ersten Minute an so spielte, als wolle sie die Tabellenführung gleich im Alleingang erklimmen. CF Taquari fertigte CF Subio Nu mit 3:0 ab - und das auf eine Art, die irgendwo zwischen Fußball-Lehrstunde und Kunstperformance lag.

Schon nach sieben Minuten bebte das Stadion. Francisco Tristan, der flinke Rechtsaußen mit dem Hang zur Effizienz, zog nach einem Doppelpass mit Timofej Boldin trocken ab - 1:0. Trainer Tim Thaler riss die Arme in die Luft und grinste später: "Wir wollten früh klarmachen, wer hier der Gastgeber ist. Francisco hat das offenbar wörtlich genommen."

Subio Nu wirkte überrascht, fast verschlafen. Ihr einziger Lichtblick kam in Minute 46, als Duarte Mourino einen Schuss auf Taquaris Tor brachte - der erste und letzte Ball, den der Heimkeeper überhaupt abwehren musste. Der Rest war eine Demonstration: 27 Torschüsse für Taquari, einer für die Gäste. Ballbesitz? Nur leicht verteilt - 52,7 Prozent für die Hausherren. Aber was die Statistik nicht zeigt: CF Taquari wirkte in jeder Phase überlegen.

In der 16. Minute schlug es erneut ein. Lionel Xavier, Taquaris Kapitän und Publikumsliebling, verwandelte eine butterweiche Flanke von Laurent Billet mit einem wuchtigen Kopfball. "Ich hab nur kurz die Augen geschlossen und gehofft, dass ich ihn richtig treffe", witzelte Xavier danach und grinste in Richtung der jubelnden Fans. "Zum Glück war der Ball gnädig."

Schon zur Pause war die Partie praktisch entschieden - 2:0, 15:1 Torschüsse, und Subio Nu wirkte so ratlos wie ein Tourist ohne Stadtplan. Trainer Thaler wechselte dennoch: Der 17-jährige Torwart Robin Zentner bekam sein Ligadebüt, ebenso der junge Francisco Doreste. "Wir wollten sehen, ob die Jungs wissen, dass ein Ball rund ist", scherzte der Coach später.

Doch es blieb nicht nur beim Lachen. In der 68. Minute sah Taquaris Rechtsverteidiger Carl Barbosa Rot - ein ungestümes Einsteigen an der Seitenlinie, das selbst in den 1980ern als "hart an der Grenze" gegolten hätte. "Ich hab nur den Ball gesehen", beteuerte Barbosa, während sein Trainer die Stirn rieb. Schiedsrichter Caballero blieb unbeeindruckt.

Wer nun glaubte, dass Subio Nu die Überzahl nutzen würde, sah sich getäuscht. Stattdessen erhöhte Eduardo Mendo zwei Minuten später nach Vorlage von Linksverteidiger Jozef Kozacik auf 3:0. "Wenn sogar der Linksverteidiger Vorlagen gibt, weißt du, der Gegner hat den Kompass verloren", kommentierte ein lachender Fan auf der Tribüne.

Der Rest war Schaulaufen. Tristan scheiterte noch zwei Mal knapp, Xavier prüfte den gegnerischen Torwart mehrfach, und selbst Innenverteidiger Revivo wagte sich nach vorn, als wolle er sich auch noch in die Torschützenliste eintragen. Subio Nu? Bemüht, aber ohne Idee. Ihr Trainer verließ das Spielfeld mit hängenden Schultern; man munkelt, seine Notizseite blieb fast leer.

Nach dem Spiel herrschte in der Mixed Zone beste Laune. "Das war unser bestes Spiel der Saison", bilanzierte Kapitän Xavier und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Na ja, vielleicht auch das beste von Subio Nu - für uns." Trainer Tim Thaler gab sich analytisch: "Wir waren aggressiv, aber kontrolliert. Nur Barbosa hat das mit dem ’kontrolliert’ etwas anders verstanden."

Selbst die Fans feierten noch lange nach dem Abpfiff, während die Flutlichter schon gedimmt wurden. Ein Vater erklärte seinem Sohn: "So spielt man Fußball, wenn man Spaß hat." Der Kleine nickte ernst und fragte: "Und warum hat der andere Torwart so wenig zu tun gehabt?"

Eine berechtigte Frage. Denn wenn CF Taquari so weitermacht, wird sich bald kein Gegner mehr freiwillig auf diesen Rasen begeben.

Fazit des Abends: Taquari war in jeder Hinsicht eine Klasse besser - technisch, taktisch, mental. Drei Tore, kein Gegentreffer, ein Platzverweis zur Unterhaltung. Und irgendwo im fernen Paraguay freut sich ein Fan, der heute zum ersten Mal im Stadion war, dass er sich ausgerechnet dieses Spiel ausgesucht hat.

Oder, wie Trainer Thaler es später formulierte: "Manchmal läuft’s einfach. Heute lief’s sogar auf Rollschuhen."

03.09.643993 05:43
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