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Ein lauer Abend in Taquari, 43.500 Zuschauer im Stadion, und ein Heimteam, das entschlossen war, das Publikum nicht mit einer Nullnummer nach Hause zu schicken. CF Taquari gewann sein Gruppenspiel in der Copa Libertadores Qualifikation deutlich mit 3:1 gegen Atletico Chetumal - und tat das auf eine Weise, die zwischen Spielfreude, Disziplin und gelegentlichem Chaos oszillierte. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir hier den Ton angeben", sagte Tim Thaler, Trainer der Gastgeber, nach dem Spiel. Nach gerade einmal vier Minuten hatte Alessio Visintin das erste Kapitel dieses Abends geschrieben. Nach feinem Zuspiel von André Maier nagelte der Linksaußen den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte - und grinste anschließend in Richtung Gästetrainerbank. "Ich dachte, der Ball fliegt ins Aus", gab Chetumals Coach Bastian Roemmler später trocken zu Protokoll. "Aber dann war er halt drin. Willkommen im Fußball." Taquari blieb dran, angetrieben von einem erstaunlich agilen Carlos Deco, der ständig in Bewegung war und gleich mehrere Abschlüsse verbuchte. In der 20. Minute war es dann Innenverteidiger Leah Revivo, der nach einer Ecke von Deco hochstieg und das 2:0 markierte. Ein Innenverteidiger, der trifft - selten, aber wenn, dann mit Stil. Deco grinste anschließend: "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach mal springen. Er hat’s wörtlich genommen." Atletico Chetumal wirkte in dieser Phase fahrig, fand keinen Zugriff auf den Ball, obwohl sie am Ende sogar 53 Prozent Ballbesitz verzeichneten. Ihr Passspiel war ordentlich, aber Taquaris Defensive - defensiv eingestellt, aber hellwach - ließ kaum Räume. Und als Carl Barbosa in der 43. Minute nach einem sehenswerten Doppelpass mit Jozef Kozacik zum 3:0 vollendete, war die Partie eigentlich entschieden. Das Publikum tobte, und Thaler schüttelte an der Seitenlinie ungläubig den Kopf. "Das trainieren wir nie so", sagte er lachend. "Aber manchmal hilft Improvisation mehr als Taktik." Die zweite Halbzeit begann mit zwei Wechseln beim Heimteam: Der erfahrene Eduardo Mendo kam für den jungen Galindo, und Francisco Doreste ersetzte Laurent Billet. Frisches Blut also, aber vorerst war der Schwung dahin. Chetumal kam durch Vicente Morte in der 62. Minute zum Anschlusstreffer - ein satter Schuss nach Vorarbeit von Daniel da Costa. Es war das schönste Tor des Abends, wenn auch nur Trost für die Gäste. "Ich hab einfach mal geschossen", erklärte Morte nach dem Spiel. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren." Der Ballbesitz sprach für Chetumal, die Schussstatistik (14:5 für Taquari) allerdings eine deutlich andere Sprache. Die Gäste drückten, pressten in den letzten Minuten sogar hoch - ein Novum für ihre sonst eher kontrollierte Spielweise - doch Taquaris Defensive hielt stand. In der Schlussphase kam noch einmal Bewegung ins Spiel: Deco prüfte Keeper Riedel in der 86. Minute, und ganz am Ende setzte der junge Doreste in der Nachspielzeit einen satten Versuch knapp über die Latte. "Wenn der reingeht, hätte ich mich selbst für den nächsten Spieltag aufgestellt", witzelte Thaler danach. Chetumals Trainer Roemmler blieb gefasst: "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen und die zweite gewonnen - leider zählt das nicht halb und halb." Seine Mannschaft zeigte Moral, aber gegen die frühe Wucht der Gastgeber war kein Kraut gewachsen. Statistisch gesehen war das Spiel ein Kuriosum: mehr Ballbesitz für die Verlierer, aber bessere Zweikampfquote (55 Prozent) und klarere Chancen für die Sieger. Taquari spielte kontrolliert, konterte klug und nutzte seine Flügelstärke - ganz nach dem Buch, das Trainer Thaler offenbar heimlich nachts schreibt. Nach dem Abpfiff feierten die Fans noch minutenlang, während Revivo und Barbosa ihre Trikots tauschten. "Ich wusste gar nicht, dass er auch schießen kann", rief Barbosa lachend über den Platz. Revivo konterte: "Ich auch nicht - bis heute." So endete ein Abend, an dem CF Taquari bewies, dass man auch mit defensiver Grundordnung und offensiver Spielfreude begeistern kann. Atletico Chetumal wird sich ärgern, vor allem über die verschlafene Anfangsphase. Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions meinte: "Wenn du drei Tore in einer Halbzeit kassierst, kannst du auch gleich den Grill anwerfen." Ein bisschen zynisch - aber nicht ganz falsch. 10.06.643990 07:55 |
Sprücheklopfer
Das, was ich schon die letzten 20 Jahre gemacht habe, mich wichtig machen und deppert reden!
Toni Polster auf die Frage, was er im Gladbach-Management tun werde