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Ein milder Februarfrost, 12.500 Fans im Stadion, Flutlicht, Bratwurstduft - und ein SV Bremen, der an diesem 5. Spieltag der 3. Liga Deutschland (1. Div) endlich wieder zeigte, dass Fußball manchmal einfach Spaß machen darf. 2:1 hieß es am Ende gegen Unterhaching, doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte. Trainer Jack Schlakowski, sonst eher ein Mann der knappen Worte, grinste nach Abpfiff wie ein Lotto-Gewinner. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon den Ball verliert, dann bitte wenigstens mit Stil", lachte er. Und Stil hatten sie tatsächlich - zumindest in den entscheidenden Momenten. Der erste davon kam in der 26. Minute. Der 18-jährige Luca Schmidt, gerade erst in den Profikader aufgerückt, bekam den Ball am rechten Strafraumeck. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er später, "aber dann dachte ich mir: Ach, warum nicht?" Warum nicht, in der Tat - der Ball zog in einem eleganten Bogen ins lange Eck, Keeper Eriksen flog, sah gut aus, kam aber nicht ran. 1:0 Bremen, und das Stadion bebte. Unterhaching, das bis dahin mehr Ballbesitz (über 53 Prozent) und die ruhigere Kugel hatte, wirkte kurz konsterniert. Louis Beyince, der auffälligste Mann der Gäste, versuchte es mit Distanzschüssen - zweimal verfehlte er knapp, einmal musste Torwart Mark Engel spektakulär parieren. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", murmelte Engel später, "aber meine Handschuhe haben wohl andere Pläne gehabt." Bremen dagegen spielte weiter nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". 13 Torschüsse am Ende - viele davon ambitioniert, manche abenteuerlich. Besonders der agile Istvan Viola ließ keine Gelegenheit aus, den Ball in Richtung Tribüne zu prügeln. "Ich wollte zeigen, dass ich Schusskraft habe", meinte er trocken. Nach der Pause wechselte Schlakowski den etwas müden Theo Hamilton aus und brachte Hartmut Wild. Der Name war Programm - der junge Linksverteidiger rannte, grätschte, schnaufte und brachte Leben auf die Seite. In der 52. Minute folgte dann der zweite Bremer Jubel: Ruben Aznar zog in die Mitte, legte clever quer, und Paulo Meireles, der rechte Verteidiger, hämmerte den Ball mit der Präzision eines Maschinenbauers ins Netz. 2:0 - und der Trainer der Gäste, der sich das ganze Spiel über auffällig ruhig gegeben hatte, schlug erstmals die Hände vors Gesicht. Doch Unterhaching wäre nicht Unterhaching, wenn sie nicht doch noch einen Weg zurück gefunden hätten. In der 73. Minute nutzte Lukas Cerny eine kleine Unordnung in der Bremer Abwehr, traf aus kurzer Distanz - und plötzlich wurde aus Bremer Feierlaune zittrige Vorsicht. "Ich hab geschrien, dass wir uns zurückziehen sollen", erzählte Schlakowski. "Aber sie haben mich wohl nicht gehört, weil die Fans zu laut waren." Die letzten 15 Minuten waren dann ein wilder Tanz zwischen Nervosität und Kampfgeist. Lewis Baptiste, gerade erst eingewechselt, sah in der 59. Minute Gelb (noch vor seinem ersten Ballkontakt, wie es schien), während Beyince auf der Gegenseite später ebenfalls Gelb kassierte - vermutlich aus Sympathiegründen. In der Schlussphase warf Unterhaching alles nach vorn, doch Bremen verteidigte mit Herz und Humor. Veteran Roberto Martinez, in der 87. Minute für Costa gekommen, kommandierte die Abwehr wie ein Oberleutnant auf Manöver. "Ich hab gesagt: keiner mehr durch!", rief er später lachend, "und dann kam auch keiner mehr durch." Statistisch sah es am Ende fast ausgeglichen aus, doch die Zahlen täuschen: Bremen war bissiger in den Zweikämpfen (54 Prozent gewonnen), mutiger im Abschluss und einfach entschlossener. Unterhaching hatte die bessere Spielanlage, aber Bremen hatte den besseren Abend. Als der Schlusspfiff ertönte, sank Luca Schmidt auf die Knie. "Ich glaub, ich hab’s wirklich gemacht", sagte er ungläubig. Und Trainer Schlakowski klopfte ihm auf die Schulter: "Junge, du hast uns drei Punkte geschenkt. Jetzt darfst du dir auch mal was vom Imbiss holen." Ein Sieg, der vielleicht mehr wert ist als bloß drei Punkte - ein Statement, dass in Bremen wieder Fußball gelebt wird, nicht nur gespielt. Und während die Flutlichter langsam erloschen, hörte man aus der Kabine noch Gelächter und die leise Stimme von Jack Schlakowski: "Wenn das so weitergeht, muss ich mir bald was anderes zum Meckern suchen." Ein Abend, an dem aus jugendlicher Unbekümmertheit und erfahrenem Pragmatismus ein 2:1 geboren wurde - und an dem man in Bremen vermutlich noch lange denkt, wenn man wieder einmal daran erinnert wird, dass Fußball manchmal einfach schön sein kann. 27.07.643990 00:37 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet