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Ein Februarabend in Bremen, Flutlicht, 12.500 Zuschauer - und einer dieser Spiele, die man in der dritten Liga nur lieben kann: wild, unberechenbar, mit ein bisschen Drama und genug Gesprächsstoff für die Kneipenrunde danach. Am Ende triumphierte der SV Bremen mit 3:1 (2:1) über den FC Elmshorn - ein Sieg, der sich nach mehr anfühlte als nur drei Punkten. Dabei begann alles denkbar ungünstig für die Hausherren. Keine fünf Minuten waren gespielt, da stand Yves Fortin plötzlich frei am rechten Strafraumeck und zog einfach mal ab. Der Ball zischte halbhoch ins lange Eck - 0:1. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Bremens Trainer Jack Schlakowski später mit einem gequälten Lächeln. Seine Abwehr offenbar auch. Elmshorn jubelte, Bremen rieb sich die Augen. Doch es dauerte nicht lange, bis sich die Gastgeber fingen. Der rechte Flügel war an diesem Abend das Epizentrum des Bremer Aufschwungs. In der 18. Minute drosch Daniel Morriss nach Vorarbeit von Innenverteidiger Harald Parent die Kugel humorlos ins Netz. Nur vier Minuten später wieder Morriss - diesmal aus dem Spiel heraus, aus fast identischer Position. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn’s läuft, läuft’s", grinste der 27-Jährige nach dem Spiel und ließ sich von den Fans feiern. Der Doppelschlag wirkte wie ein Weckruf. Von da an kontrollierte Bremen das Geschehen. 54,9 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse und eine Tacklingquote knapp über 53 Prozent belegen, dass die Grün-Weißen (die diesmal in dunkelblau spielten - Marketinggründe, wie man hörte) das Spiel weitgehend in der Hand hatten. Elmshorn kam zwar noch zu ein paar Gelegenheiten, insbesondere über den agilen Hamza Sargun, doch die zündende Idee fehlte. In der zweiten Halbzeit nahm das Tempo ab. Elmshorn wirkte bemüht, Bremen verwaltete - das klassische dritte-Liga-Paradoxon: kein Team wollte so richtig, aber niemand wollte nachlassen. Trainer Rolly Kiezkicker (ja, der Name ist echt) brüllte sich die Kehle wund. "Wir waren gut im Spiel, aber dann fehlte der letzte Pass", sagte er nach der Partie und seufzte, als er das Wort "Effizienz" hörte. Dann kam die 80. Minute. Tom Albert, Elmshorns rechter Mittelfeldmann, ging nach einem Zweikampf zu Boden und musste verletzt raus. "Bitter, sehr bitter", meinte Kiezkicker. Für ihn kam Gerrit Dorlan - und kaum war der Wechsel vollzogen, klingelte es erneut im Elmshorner Kasten. 83. Minute: Ecke von der linken Seite, getreten von Nelio Henrico. In der Mitte steigt - wer sonst - Innenverteidiger Harald Parent hoch und nickt wuchtig zum 3:1 ein. "Ich wollt eigentlich nur den Ball verlängern", gab der Torschütze grinsend zu. "Aber wenn er halt direkt reinfliegt, beschwert sich ja keiner." Das Stadion kochte. Die Fans sangen, die Bremer Bank jubelte ausgelassen, und irgendwo zwischen Anzeigetafel und Auswechselbank soll Jack Schlakowski leise "Endlich mal eine ruhige Schlussphase" gesagt haben. Ganz so ruhig wurde es dann doch nicht: Elmshorns Gavriil Konstantinou versuchte es in der 85. Minute noch einmal mit einem strammen Schuss, doch Torwart Lennart Kjeldsen parierte sicher. Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Youngster Kay Buchholz durfte in der Nachspielzeit noch einen Versuch wagen - harmlos, aber unter großem Applaus. "Der Junge hat’s drauf", lobte Schlakowski später. "Er erinnert mich ein bisschen an mich selbst mit 18 - nur schneller, fitter, besser." Nach dem Schlusspfiff fielen sich die Bremer Spieler in die Arme, während Elmshorn enttäuscht, aber fair gratulierte. "Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", sagte Fortin, der Torschütze des frühen Elmshorner Treffers. "Wenn du nach fünf Minuten führst, darfst du das Spiel nicht so herschenken." Unterm Strich ein verdienter Sieg für Bremen, das mit nun neun Punkten aus den letzten vier Spielen langsam in Fahrt kommt. Elmshorn hingegen bleibt weiterhin im Tabellenmittelfeld stecken - solide, aber ohne Glanz. Und während die Flutlichter langsam erloschen, stand Trainer Schlakowski noch immer am Spielfeldrand, Hände in den Taschen, leichtes Grinsen im Gesicht. "3:1, Flutlicht, Freitagabend", sagte er. "Mehr kann man doch in dieser Liga kaum verlangen - außer vielleicht weniger Herzklopfen in der Anfangsphase." Ein klassischer Drittligakick also: mit Drama, Doppelschlag, einem Innenverteidiger als Torschützen und einem Trainer, der zwischen Verzweiflung und Euphorie pendelte. Bremen lacht, Elmshorn lernt - und die 3. Liga bleibt das, was sie immer war: ehrlicher, unberechenbarer Fußball mit Geschichten, die kein Drehbuch besser schreiben könnte. 30.08.643990 14:20 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet