Anpfiff
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SV Bremen dominiert Wiesbaden mit jugendlicher Leichtigkeit

Wenn ein Spiel von Anfang bis Ende nur in eine Richtung läuft, dann war es wohl dieses: Der SV Bremen besiegte den VfB Wiesbaden am Samstagabend vor 12.500 Zuschauern mit 2:0 - und das war, ehrlich gesagt, noch gnädig. 21 Torschüsse auf der einen, null auf der anderen Seite: Das Kräfteverhältnis im Weserstadion glich einem Trainingsspiel zwischen Profis und Praktikanten.

Bereits nach sechs Minuten brachte Silvestre Frechaut die Gastgeber in Führung. Der 20-jährige Linksaußen, offenbar mit dem Selbstbewusstsein eines gestandenen Stürmers ausgestattet, verwandelte nach Vorlage von Nelio Henrico eiskalt. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", sagte Frechaut hinterher mit einem Grinsen. "Wenn du so viel Platz hast, denkst du eher: Warum eigentlich nicht?" Trainer Jack Schlakowski kommentierte trocken: "So will ich ihn sehen - jung, frech, unverschämt."

Während Bremen den Ball laufen ließ, suchte Wiesbaden verzweifelt nach Orientierung. 71 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, dazu ein Torschussverhältnis von 21:0 - Zahlen, die selbst in der Kreisliga für Gesprächsstoff sorgen würden. Gästetrainer Abdul-Mannan Aslam stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen vergraben, und wirkte wie ein Mann, der innerlich schon das nächste Abschlusstraining plant. "Wir wollten eigentlich offensiv beginnen", murmelte er später in die Mikrofone, "aber das hat das Spiel nicht gewusst."

Bremen dagegen schien Spaß zu haben. Dieter Römer verteilte im Mittelfeld die Pässe mit chirurgischer Präzision, während Henrico und der 19-jährige Kay Buchholz über die Flügel wirbelten. In der 62. Minute fiel dann die Entscheidung - und natürlich hieß der Torschütze wieder Frechaut. Tiago Jorge hatte sich auf rechts durchgetankt und den Ball flach in den Strafraum geschoben, wo Frechaut nur noch einschieben musste. Danach sprintete er jubelnd zur Eckfahne, umarmte Jorge und brüllte ins Publikum: "Das ist unser Platz hier!"

Wiesbaden reagierte mit Gelben Karten statt Gegenangriffen. Oliver Ritter sah in der 85. Minute Gelb, weil er sich nur noch mit einer rustikalen Grätsche zu helfen wusste, Dedrick Coeyman legte in der Nachspielzeit nach - offenbar aus Frust über das Offensivvakuum seiner Mannschaft. Der 39-jährige Yannik Hildebrandt, nominell Mittelstürmer, verbrachte den Abend vor allem damit, hinter dem Ball herzujagen. Sein einziger nennenswerter Ballkontakt: der Anstoß nach Frechau ts zweitem Treffer.

Man konnte den Eindruck gewinnen, Bremen habe den Ballbesitz nicht gesucht, sondern einfach nicht hergegeben. In der 70. Minute zählte das Publikum jeden Pass der Hausherren mit - bis ein Wiesbadener schließlich dazwischen ging und höhnischer Applaus aufbrandete. "Das war fast peinlich", gab Schlakowski später zu, "aber die Jungs wollten die Kontrolle einfach nicht mehr loslassen."

Bremens Torhüter Mark Engel hatte indes einen ruhigen Abend. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt schwitzen musste", witzelte er nach Abpfiff. "Vielleicht zähle ich die 90 Minuten einfach als regeneratives Training."

Taktisch blieb Schlakowski seiner Linie treu: ausgewogen, diszipliniert, kein wildes Pressing, aber ein geduldiger Aufbau. Wiesbaden versuchte es nominell offensiv, kam aber nie über den Ansatz hinaus. Der junge Keeper Heinrich Stock im Gästetor verhinderte mit mehreren Paraden ein Debakel - ein 0:2, das sich für Wiesbaden fast wie ein Sieg anfühlen musste.

Nach dem Spiel applaudierten die Bremer Fans ihrer Mannschaft stehend, während die Gäste enttäuscht in die Kabine schlichen. "Das war Lehrgeld", meinte Aslam nüchtern. "Unsere Jungs sind jung, sie lernen. Heute haben sie gelernt, dass man ohne Ballbesitz kein Spiel gewinnt."

Frechaut hingegen genoss den Moment. "Zwei Tore, voller Support, das ist Fußball", sagte er, bevor er in den Spielertunnel verschwand. Dann drehte er sich noch einmal um, winkte den Fans zu und rief: "Bis nächste Woche - dann gibt’s wieder was zu feiern!"

Ein Satz, der klingt wie eine Drohung für den nächsten Gegner. Und wenn der SV Bremen weiter so spielt, könnte sie durchaus ernst gemeint sein.

25.08.643996 22:59
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