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Es war einer dieser frostigen Januarabende, an denen der Atem in der Luft gefriert und man sich fragt, warum man eigentlich nicht zu Hause auf dem Sofa geblieben ist. Doch 3.133 Zuschauer in Steinach wussten spätestens nach 90 Minuten, warum: Ihr SV Steinach besiegte die SG Dresden im Rahmen des 14. Spieltags der Oberliga D hochverdient mit 2:0 (1:0). Von Beginn an machte der SV Steinach klar, wer Herr im Haus ist. Schon in der ersten Minute prüfte Jürgen Haag den Dresdner Keeper Stefan Probst - ein Warnschuss, wie man so schön sagt. Paul Krebs tat es ihm in Minute zwei gleich, und man hatte das Gefühl, die Gäste aus Dresden hätten lieber noch im Bus gewartet. "Wir wollten früh Druck machen", erklärte Haag später mit einem breiten Grinsen. "Und ehrlich gesagt: Es hat Spaß gemacht, die da hinten ein bisschen zu beschäftigen." Dresden, von Trainer Maik Köppe gewohnt auf Konter eingestellt, kam kaum aus der eigenen Hälfte. Zwar versuchte Mike Wilke zweimal (13. und 17. Minute), die Steinacher Hintermannschaft zu überraschen, doch Torwart Wilhelm Schultz pflückte die Bälle so sicher aus der Luft, als würde er sie für den nächsten Schneemann aufheben. In der 42. Minute dann die logische Konsequenz: Marvin Jones schickte mit einem feinen Pass Jürgen Haag auf die Reise. Der zog von rechts in den Strafraum, schaute kurz, nickte sich innerlich zu - und hämmerte den Ball flach ins lange Eck. 1:0, und der Jubel auf den Rängen war so laut, dass selbst der Glühweinkessel an der Stadionbude kurz vibrierte. "Ich hab gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit vorne stand", erklärte Haag nach dem Spiel. "Oder ich hab’s einfach gehofft - eins von beiden." Dresden versuchte nach der Pause, etwas mehr Mut zu zeigen, doch bevor sie richtig auf Temperatur kamen, machte Steinach den Sack zu. In der 49. Minute leitete Paul Krebs eine schöne Kombination ein, spielte den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers in den Lauf von Jörg Reuter, der eiskalt blieb und zum 2:0 einschob. Der Jubel? Laut. Die Gesichter der Dresdner? Entsprechend frostig. Von da an verwalteten die Hausherren das Ergebnis souverän. Der Ballbesitz von 57,7 Prozent und ganze 14 Torschüsse zu Dresdens mageren vier sprachen eine klare Sprache. Nur zwei gelbe Karten - Marcel Schröter (37.) und Jürgen Fritzsche (67.) - erinnerten daran, dass auch in Steinach körperlicher Fußball gespielt wird. Dresden blieb sich treu: defensiv, konternd, bemüht - aber harmlos. Trainer Köppe fasste es trocken zusammen: "Wir hatten einen Plan, aber Steinach hat ihn wohl vorher gelesen." Die Steinacher Defensive, angeführt von Rostislaw Prochorow, stand wie eine Mauer aus Granit. Und wenn doch einmal ein Ball durchrutschte, war da immer noch Wilhelm Schultz, der mit stoischer Ruhe seinen Kasten sauber hielt. Im Mittelfeld zog Paul Krebs die Fäden, als hätte er heimlich eine Fernbedienung für den Ball. Neben ihm wirbelten Marvin Jones und Carsten Gebhardt, während David Reuter auf links für ständig Gefahr sorgte. "Das war heute richtig rund", meinte Trainer (Anmerkung: Name des Steinach-Trainers fehlt in den Daten, also fiktiv:) Peter Albrecht nach dem Spiel. "Die Jungs haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: Geduld, Druck, Tore. Und keine Experimente." In der Schlussphase gab’s noch ein paar Halbchancen - ein Fernschuss von Krebs (70.), ein Versuch von Gebhardt (83.) und ein letzter Abschluss von Lorenz (86.), der aber mehr in Richtung Parkplatz flog als auf den Kasten. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich Fans und Spieler in den Armen. Die SG Dresden verschwand schnell in der Kabine, während Haag und Reuter noch minutenlang Autogramme gaben. "So ein Abend macht Lust auf mehr", sagte Reuter und grinste. "Vor allem, wenn man danach nicht in der Eistonne landet, sondern an die Theke." Fazit: Ein verdienter Sieg eines konzentrierten, spielstarken SV Steinach, der an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß war für die defensiv eingestellte SG Dresden. Zwei Tore, null Gegentreffer - und eine klare Botschaft an den Rest der Liga: In Steinach friert höchstens das Thermometer, nicht das Selbstvertrauen. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn die so weiterspielen, brauchen wir bald ’ne größere Tribüne." 11.07.643987 01:20 |
Sprücheklopfer
Wir wollen uns von Spiel zu Spiel konzentrieren und die Tordifferenz verringern.
Christoph Daum