// Startseite
| Canadian Soccer |
| +++ Sportzeitung für Kanada +++ |
|
|
|
Es war einer dieser klaren Winterabende in Ontario, an denen der Atem dampft und der Fußball nach Leder und Hoffnung riecht. 27.000 Zuschauer im St. Catharine Stadium froren sich am Dienstagabend die Hände wund, aber sie wurden belohnt - mit einem 2:1-Sieg ihrer Mannschaft gegen die Halifax Huskies, der mehr Dramatik bot als so mancher Krimi aus dem Fernsehen. Von Beginn an war klar: St. Catharine wollte das Spiel kontrollieren, während Halifax eher auf die Flügel setzte und mit viel Aggressivität agierte - manchmal zu viel. "Wir wussten, dass sie kommen würden wie eine Horde Huskies im Schneesturm", grinste Kevin Tillman hinterher, der nicht nur mit seiner Gelben Karte in der 13. Minute auffiel, sondern auch mit dem ersten Tor der Partie. In der 18. Minute war es nämlich Tillman, der nach einem feinen Steckpass von Daniel Wiltshire die Nerven behielt und den Ball mit der Innenseite ins lange Eck schob - 1:0 für St. Catharine. "Ich dachte kurz, der Ball sei zu weit, aber dann hab ich einfach abgezogen. Manchmal hilft Nachdenken auch nicht", lachte Tillman später. Bis zur Pause kontrollierte die Heimmannschaft das Geschehen. Mit 52 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen war das Team von Trainer Mendez (der sich nach Abpfiff demonstrativ einen weiteren Espresso genehmigte) leicht überlegen. Halifax hingegen biss, rannte und kämpfte - aber meist gegen den Ball. Nach dem Seitenwechsel kam dann doch dieser Moment, in dem sich die Huskies kurz in eine Meute verwandelten. In der 54. Minute kombinierte sich Halifax über die linke Seite durch, Stathis Mitroglou legte mustergültig quer, und Arnau Berjon vollendete trocken zum 1:1. Der Jubel der mitgereisten Fans war laut, aber kurz: "Wir hatten das Momentum, und dann… naja, dann haben wir’s wieder hergeschenkt", knurrte Huskies-Coach Julian Resch nach dem Spiel. Denn St. Catharine schlug zurück. In der 68. Minute war es Evan Adams, der nach einer weiten Flanke von William Benett den Ball artistisch mit der Brust annahm und aus spitzem Winkel traf - 2:1. Der Jubel war groß, das Stadion kochte. "Ich hab’s gar nicht gesehen, ich hab nur den Lärm gehört", erzählte Torwart Julien Bernier später mit einem Grinsen. "Da wusste ich: irgendwer hat’s wohl richtig gemacht." Halifax versuchte danach alles. Stephan Hagen prüfte Bernier in der 70. Minute mit einem satten Schuss, Niels Weyenberg und Karol Kvasnak feuerten ebenfalls drauflos. Doch St. Catharine hielt stand - mit etwas Glück, viel Einsatz und einigen lautstarken Kommandos aus der Coaching-Zone. Resch, der den vierten Offiziellen zwischendurch mit einem Blick traf, der Eiszapfen schmelzen ließ, sah seine Mannschaft zwar kämpfen, aber zu oft in die Defensive rutschen. "Wir spielen offensiv, aber manchmal vergessen wir, dass das Tor auch hinten steht", gab er später zu. Statistisch gesehen war’s eine enge Kiste: 52,3 Prozent Ballbesitz für St. Catharine, 47,6 für Halifax. 16 zu 11 Torschüsse - kein Klassenunterschied, aber ein Effizienzproblem für die Gäste. Die Huskies spielten mutig, doch die Hausherren cleverer. Als Schiedsrichter O’Grady nach 94 Minuten abpfiff, fiel St. Catharines Kapitän Daniel Wiltshire seinem Trainer um den Hals. Die Fans sangen, die Spieler winkten, und irgendwo auf der Tribüne fiel jemandem der Becher Glühwein aus der Hand - vor Freude, versteht sich. "Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches", resümierte Coach Mendez mit einem verschmitzten Lächeln. "Wir haben heute mehr geackert als geglänzt. Und ehrlich gesagt - das passt zu uns." Die Halifax Huskies hingegen müssen sich an die eigene Nase fassen. Wer so viel läuft, aber so wenig trifft, bleibt halt im Schnee stecken. St. Catharine FC dagegen darf weiter träumen - von mehr als nur warmen Fingern im Januar. Und so ging ein frostiger, leidenschaftlicher Fußballabend zu Ende, der wieder einmal bewies: Auch in Kanada kann Fußball glühen - selbst bei minus fünf Grad. 25.11.643987 06:30 |
Sprücheklopfer
Ich glaube, er ist DIN A4.
Dragoslav Stepanovic auf die Frage, wie sein neuer Vertrag in Frankfurt aussieht