Diarios de Futbol
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Sporting Cali tanzt Atletico Chetumal schwindlig - 3:0 und Samba-Fußball pur

Wenn 59.000 Zuschauer im Estadio Deportivo Cali schon nach drei Minuten aufspringen, weiß man: Hier geht heute was. Sporting Cali eröffnete den zweiten Spieltag der Copa Libertadores mit einer Demonstration, die irgendwo zwischen Fußballkunst und Lehrstunde pendelte. 3:0 hieß es am Ende gegen ein Atletico Chetumal, das so harmlos wirkte, als hätte es den Ball nur aus der Ferne kennengelernt.

Trainer Michael Jakel grinste nach dem Abpfiff zufrieden: "Wir wollten gleich zeigen, dass wir das Turnier ernst nehmen. Und Noe hat das sofort verstanden." Gemeint war Noe Vaz, der schon in der dritten Minute das 1:0 erzielte - nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Silvestre Sa Pint. Ein Schuss aus 20 Metern, flach, präzise, unhaltbar. Während die Gäste noch sortierten, dirigierte Jakel an der Seitenlinie schon das nächste Angriffspressing.

Chetumal, trainiert vom sichtlich ratlosen Bastian Roemmler, versuchte tapfer, mit langen Bällen etwas Raum zu gewinnen. Doch seine Offensive blieb ein Phantom - zwei Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände. "Wir haben eigentlich offensiv spielen wollen", meinte Roemmler später mit einem Lachen, das zwischen Galgenhumor und Verzweiflung schwankte. "Aber offenbar hat das niemand meinen Spielern gesagt."

In der 18. Minute folgte das 2:0 - und was für eins. Der 21-jährige Rechtsaußen Hugo Manuel, ein Wirbelwind mit der Geduld eines Espresso-Trinkers, zog rechts an zwei Gegenspielern vorbei und legte mustergültig für Adam Gady auf. Der bedankte sich mit einem Schlenzer ins lange Eck. "Ich hab nur gehofft, dass Hugo diesmal abspielt", witzelte Gady nach dem Spiel. "Er meinte später, er wollte eigentlich flanken. Na gut, dann war’s halt eine sehr gute Flanke."

Zur Halbzeit lagen die Statistiken schon so klar wie das Ergebnis: 57 Prozent Ballbesitz, 10:1 Torschüsse für Cali, drei Gelbe Karten für übermotivierte Heimspieler, die offenbar vergessen hatten, dass sie längst führen. Duarte Galindez bekam früh Gelb, weil er dachte, dass man auch im Strafraum grätschen darf, und Noe Vaz folgte ihm später - vermutlich aus Sympathie.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Cali drückte, Chetumal duckte sich. Der junge Torhüter Jerome Lujan bei den Gästen war der Einzige, der sein Team vor Schlimmerem bewahrte. "Ich hatte heute viel zu tun", sagte er nach dem Spiel mit einem müden Lächeln, "aber wenigstens war mir nicht kalt."

In der 67. Minute war dann auch er machtlos. Wieder war Hugo Manuel der Ideengeber, diesmal mit einem perfekten Pass in den Lauf von Adriano Dominguez. Der Altmeister fackelte nicht lange - 3:0. Die Fans tanzten, Chetumal sah endgültig alt aus. Dominguez kommentierte trocken: "Ich wollte eigentlich querlegen, aber dann dachte ich - ach komm, mach’s einfach selber."

Was folgte, war Schaulaufen. Jorge Rocha probierte es gleich dreimal, der Ballbesitz stieg auf fast 60 Prozent, und Coach Jakel gestikulierte an der Seitenlinie, als wolle er die Symphonie des Offensivfußballs dirigieren. Roemmler dagegen blieb stoisch auf seiner Bank sitzen, den Blick irgendwo zwischen Himmel und Boden verloren. "Wir hatten einen Plan", murmelte er später. "Leider war der Plan nicht, dass der Gegner so gut ist."

Cali spielte die Partie routiniert zu Ende, auch wenn Hugo Manuel kurz vor Schluss noch zweimal draufhielt - diesmal ohne Erfolg. Das Publikum feierte trotzdem jeden Pass, jede Finte, jeden Fehlpass der Gäste, als wäre es Teil eines großen Spaßprogramms.

Am Ende standen 15 Torschüsse für Cali, ganze zwei für Chetumal und ein Ergebnis, das keine Fragen offenließ. 3:0, souverän, verspielt, mit einer Spur Arroganz vielleicht - aber das gehört im südamerikanischen Fußball ja fast zum guten Ton.

Trainer Jakel fasste es mit einem Augenzwinkern zusammen: "Wir wollten zeigen, dass Offensive nicht nur ein Wort ist. Und wenn du 3:0 gewinnst, darfst du auch mal schön aussehen dabei."

Roemmler hingegen versprach Besserung: "Wir werden daran arbeiten, dass der Ball uns auch mal lieb hat."

Ein Abend voller Fußball, Witz und Wucht - und der Eindruck, dass Sporting Cali in dieser Copa Libertadores noch einiges vorhat. Wer so auftritt, spielt nicht nur um Punkte, sondern um Applaus.

Und während das Stadion noch sang, meinte ein älterer Fan beim Hinausgehen: "Wenn die so weitermachen, muss ich mir bald eine Dauerkarte kaufen." Man darf hoffen, dass er recht behält.

11.02.643994 21:23
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