Diarios de Futbol
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Sporting Cali scheitert spektakulär - Bull Bay tanzt ins Halbfinale

Wenn 59.000 Zuschauer in Cali den Atem anhalten, dann ist das Viertelfinale der Amerikaliga kein Fußballspiel mehr, sondern ein Drama mit Rasenbühne. Sporting Cali gegen Bull Bay, Rückspiel, Flutlicht, 18:30 Uhr - und am Ende ein 3:4, das noch lange in den Köpfen hallen wird.

Sporting spielte von Beginn an, als wollten sie den Ball gleich mit ins Tor tragen. Trainer Michael Jakel hatte seine Elf offensiv eingestellt, "Pressing von der ersten Minute, egal, ob sie noch Luft haben oder nicht", raunte er vor dem Spiel zu seinem Co-Trainer. Und tatsächlich: Cali drückte. 52 Prozent Ballbesitz, 15 Schüsse aufs Tor - aber Bull Bay hatte den kühleren Kopf und, wie sich herausstellte, das glücklichere Ende.

Die Partie begann mit einem Feuerwerk an Offensivaktionen. Schon in der 8. Minute prüfte Juanito Mendez aus spitzem Winkel den Sporting-Keeper Hanson Wendell. Acht Minuten später Moritz Jahn, wieder pariert. Cali antwortete in der 28. Minute: Gerard Barthez, der Mann mit dem Charme eines Straßenkickers und dem Schuss eines Vorschlaghammers, netzte nach feiner Vorarbeit von Adrian Domingo zum 1:0. Das Stadion tobte, Bier floss, Hoffnung keimte.

Doch Bull Bay wäre nicht Bull Bay, wenn sie nicht aus scheinbar verlorenen Spielen Gold machen könnten. In der 39. Minute drehte Juanito Mendez auf, flankte, sprintete, schoss - Ausgleich. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach zu mir", grinste Mendez später, während er sich mit Eis packte. Nur fünf Minuten später dann der nächste Nadelstich: Jerome DeBrosse, nach Zuspiel des 19-jährigen Dominique Lancaster, traf zum 1:2. Der Teenager bekam dafür eine Gelbe Karte, aber vermutlich wird er die lieber einrahmen als bezahlen.

Nach der Pause kam Cali wütend zurück. Cristobal Martins, sonst eher der Mann für rustikale Grätschen als für filigrane Kunst, traf in der 63. Minute zum 2:2. "Ich hab einfach mal draufgehalten. Ich wollte eigentlich flanken", lachte Martins hinterher. Das Publikum stand Kopf, die Trommeln dröhnten, und Cali schien wieder im Geschäft.

Doch der Jubel hielt kaum bis zur nächsten Ecke. Nur neun Minuten später köpfte Bull Bays Innenverteidiger Pascal Berthier nach Vorarbeit von Fehmi Karaer zur erneuten Führung. Das 2:3 - und ein Schlag in die Magengrube der Gastgeber. Trainer Jakel warf sich die Jacke über die Schulter und brüllte: "Wir brauchen noch zwei! Jetzt alles nach vorne!"

Joan Bergantinos, der Innenverteidiger mit Herz für Chaos, folgte prompt: In der 74. Minute wuchtete er eine Flanke von Domingo per Kopf zum 3:3 ins Netz. Das Stadion explodierte. Ein Balljunge rief: "Jetzt holen wir sie!" - und für einen Moment glaubte man ihm.

Aber Fußball hat ein grausames Gedächtnis. In der 91. Minute, als alle schon auf die Verlängerung schielten, kombinierte sich Bull Bay noch einmal durch. Berthier, diesmal Vorlagengeber, legte quer auf Jakub Lukes - und der Tscheche schob mit der Seelenruhe eines Schachspielers zum 3:4 ein. Stille. Dann nur noch Pfiffe, Fassungslosigkeit, und irgendwo in der Trainerzone schmiss Michael Jakel seine Wasserflasche.

"Wir haben alles gegeben, aber am Ende haben sie die eine Chance mehr genutzt", sagte Jakel nach dem Spiel, sichtlich bemüht, nicht in die Kabinenwand zu beißen. Bull-Bay-Coach Sports Mann grinste dagegen zufrieden: "Wir wussten, dass sie kommen würden wie ein Sturm. Wir haben halt den Schirm aufgespannt."

Und das trotz eines Platzverweises: Moritz Jahn sah in der 85. Minute Rot nach einem Tritt, der wohl eher für den Karatekurs gedacht war. "Ich hab den Ball gesehen, ehrlich!", beteuerte er später mit einem Gesichtsausdruck zwischen Reue und Verwunderung.

Am Ende steht in den Büchern: Sporting Cali 3, Bull Bay 4 - und eine Statistik, die zeigt, dass Zahlen selten Geschichten erzählen. Denn Cali hatte mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Herz - aber Bull Bay hatte das, was man in diesen Momenten braucht: Nerven aus Stahl und einen Jakub Lukes mit Eisschrank-Temperament.

Als die Flutlichter erloschen, blieb nur das Rauschen der enttäuschten Menge. Ein Fan fasste es am besten zusammen: "Wir haben verloren, aber wenigstens war’s schön." Und das, so sagt man, ist im Fußball manchmal fast wichtiger als ein Sieg - zumindest, bis die nächste Runde beginnt.

30.07.643993 06:57
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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