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Spektakel in Gladbeck: 3:3 zwischen FC Gladbeck und Kickers Wiedenbrück

Wenn ein Fußballspiel einem Feuerwerk gleicht, dann war das am Samstagabend im Gladbecker Stadion eines mit besonders vielen Funken. 35.490 Zuschauer sahen beim 3:3 zwischen dem FC Gladbeck und den Kickers Wiedenbrück ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Emotionen - und Momente, in denen selbst der erfahrenste Reporter kurz vergaß, mitzuschreiben.

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass hier kein vorsichtiges Abtasten stattfinden würde. Nach gerade einmal 60 Sekunden holte sich Gladbecks Linksverteidiger Jake Boyd eine Gelbe Karte ab - offenbar hatte er vergessen, dass man auch ohne Körperverletzung Zweikämpfe gewinnen kann. "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind", erklärte Boyd später schmunzelnd.

In der 17. Minute war dann erstmals richtig Stimmung auf den Rängen: Charles Aubin, der flinke Flügelflitzer der Gladbecker, zog nach Vorlage von Milan Obradovic von links nach innen und schlenzte den Ball sehenswert ins Eck - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn’s passt, passt’s", grinste Aubin, während Trainer El Comandante an der Seitenlinie die Faust ballte und zugleich sein Notizbuch fallen ließ.

Doch Wiedenbrück blieb ruhig. Trainer Dexter Morgan, bekannt für seine analytische Ader, wirkte, als würde er das Spiel wie eine Schachpartie betrachten. In der 42. Minute wurde seine Geduld belohnt: Rechtsverteidiger Lucas Cawdor, der sonst eher fürs Verhindern zuständig ist, tauchte plötzlich im Strafraum auf und traf nach schöner Vorarbeit von Otto Hofer - 1:1. "Ich hab mich einfach verlaufen", witzelte Cawdor später. "Aber wenn man schon mal da ist, kann man ja auch treffen."

Nach dem Seitenwechsel wurde es noch turbulenter. Gerade acht Minuten waren gespielt, da sorgte Gladbecks Marwin Sorglos, der seinen Namen an diesem Abend wörtlich nahm, für das 2:1. Nach einer feinen Vorlage von Pedro Valdez drosch er die Kugel humorlos in die Maschen. Kaum hatte das Stadion aufgehört zu jubeln, glich Wiedenbrücks Kai Hildebrandt in der 55. Minute aus - und nur drei Minuten später legte Carlos Longas nach, nach Vorarbeit von eben jenem Hildebrandt. Plötzlich stand es 2:3, und die Gladbecker Defensive sah aus, als hätte jemand die Bedienungsanleitung verloren.

"Wir waren kurz im Tiefschlaf", kommentierte Trainer El Comandante knapp, während er an seiner Wasserflasche kaute, als hinge das Spiel davon ab.

Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen. In der 68. Minute war es der eingewechselte Leandro Moutinho, der nach Zuspiel von Martin Jemez zum 3:3 traf. Ein Treffer, der das Stadion erbeben ließ. "Ich wollte einfach nicht, dass meine Mutter zu Hause traurig wird", sagte Moutinho lachend.

Danach wurde das Spiel hitziger. Wiedenbrück sammelte zwei Gelbe Karten (Luis Moll in der 66., Rhys Cumming in der 74.), und beide Male sah Trainer Morgan aus, als hätte er gerade einen schlechten Tatort gesehen. Trotzdem blieb seine Mannschaft gefährlich: insgesamt zehn Torschüsse, während Gladbeck 14-mal abzog. Beim Ballbesitz lag Wiedenbrück mit 51,6 Prozent knapp vorne - statistisch also leicht überlegen, gefühlt aber war es ein offener Schlagabtausch.

In der Schlussphase war noch einmal alles drin. Gladbeck drängte, Moutinho prüfte Keeper Samuel Jones, und in der 91. Minute zog Kevin Schreiner noch einmal aus der Distanz ab - knapp vorbei. "Wenn der reingeht, nennt man das Legende", murmelte ein Zuschauer auf der Haupttribüne, während Comandante wie ein Dirigent die Nachspielzeit herunterzählte.

Schließlich blieb es beim 3:3, einem Resultat, mit dem beide leben können - und das keiner so richtig erklären konnte. "Ein typisches Spiel, bei dem man gleichzeitig glücklich und sauer ist", fasste Dexter Morgan zusammen.

Die Fans jedenfalls gingen zufrieden nach Hause. Sechs Tore, keine Verletzten, und ein Torwartwechsel in der 90. Minute, als Wiedenbrück den 18-jährigen Essi Suhonen brachte - wohl mehr symbolisch als taktisch. "Er soll den Rasen mal riechen", meinte Morgan augenzwinkernd.

Fazit: Ein wildes Stück Bundesliga-Fußball mit leichtem Hang zur Selbstironie. Gladbeck kämpfte mit Herz, Wiedenbrück mit Köpfchen - und am Ende war das Unentschieden so gerecht wie unterhaltsam. Oder wie Charles Aubin es sagte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens so, dass keiner einschläft."

Und ehrlich gesagt: Einschlafen konnte an diesem Abend wirklich niemand.

14.05.643987 21:32
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