Diarios de Futbol
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Spätes Glück für Washington City - Prentiss trifft in letzter Minute

Wenn 47.200 Zuschauer im Washington Stadium in der 91. Minute gleichzeitig aufspringen, dann ist das kein Irrtum der Stadionanzeige. Es ist der Moment, in dem Edward Prentiss, 23, Mittelfeldmotor und unermüdlicher Dauerläufer, den Ball halb mit Wucht, halb mit Verzweiflung in die Maschen von Real Caracas donnert - und Washington City ins Play-off-Halbfinale der Amerikaliga schießt. Das 1:0, spät, aber verdient, war der Schlusspunkt eines Spiels, das lange auf der Kippe stand, ohne je langweilig zu sein.

"Ich habe nur gehofft, dass Fabio ihn irgendwie zu mir kriegt", grinste Prentiss nach dem Abpfiff. Fabio Sousa, der Innenverteidiger, hatte den Ball zuvor in bester Libero-Manier aus der Abwehr getragen und, warum auch immer, bis an den gegnerischen Strafraum gedribbelt. "Ich wollte eigentlich schießen", gab Sousa später lachend zu, "aber Edward hat lauter geschrien als der Torwart."

Bis zu diesem Moment war es ein Geduldsspiel gewesen. Washington City, unter Trainer Levi Ackermann gewohnt taktisch diszipliniert, hatte 54,5 Prozent Ballbesitz, elf Torschüsse, und sah trotzdem lange wie der unglückliche Verlierer eines 0:0 aus. Real Caracas, von Coach Eiko Henke auf eine ausgewogene, fast stoisch beherrschte Formation eingestellt, lauerte auf Konter, brachte es aber nur auf fünf Abschlüsse.

In der 19. Minute prüfte Julian de Almeida erstmals City-Keeper Carlos Martinez - ein harmloser Flatterball, aber immerhin ein Lebenszeichen. Danach übernahm Washington das Kommando: Oscar Hiliard, quirlig wie eh und je, zwang Caracas’ Schlussmann Sergio Cortes in der 20. Minute zur Parade. Humberto Barbosa (34.) und Thomas Block (37.) reihten sich in die Liste der "Fast-Torschützen" ein.

In der Pause sah man Ackermann mit verschränkten Armen in der Coaching-Zone. "Ich habe den Jungs gesagt, dass man Spiele manchmal nicht gewinnt, indem man schön spielt, sondern indem man einfach nicht aufhört", verriet er später.

Die zweite Hälfte begann mit mehr Zug: Hiliard (51.) prüfte erneut Cortes, auf der Gegenseite versuchten Laurent Lenentine (52.) und Jordi Pinto (53.) ihr Glück - jeweils ohne Fortune. Caracas reagierte, wechselte Alex Barros raus, brachte Xavi Eusebio (45.), später folgten der junge Agemar Manuel (64.) und Teenager Rafael Leao (71.). Henke wollte frische Beine - bekam aber vor allem frische Verwirrung.

Während Caracas zunehmend auf Pressing umstellte und in den letzten Minuten sogar aggressiver anlief, blieb Washington ruhig. Thomas Block scheiterte in der 68., 69. und 82. Minute jeweils knapp - einmal an der Latte, einmal am Torwart, einmal an sich selbst. "Ich wollte einfach zu schön treffen", murmelte Block nachher selbstkritisch.

Dann kam die Nachspielzeit. Sousa, dieser unerschütterliche Innenverteidiger, fasste sich ein Herz, marschierte durch die Mitte, spielte einen Doppelpass mit Prentiss - und der Rest ist Jubelgeschichte. Das Stadion vibrierte, Trainer Ackermann brüllte sich die Stimme aus dem Hals, und Real Caracas stand da wie ein Team, das nicht so recht wusste, was gerade passiert war.

"Das war bitter", seufzte Coach Henke in der Pressekonferenz. "Wir haben 89 Minuten kompakt gestanden, aber am Ende reicht eine Unaufmerksamkeit. Fußball ist manchmal grausam - vor allem, wenn man in Washington spielt."

Statistiker werden sich an diesem Abend die Hände reiben: 11:5 Torschüsse, über 54 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote von 53,7 zu 46,3 zugunsten der Hausherren - Zahlen, die das Resultat durchaus rechtfertigen. Doch Zahlen erzählen nicht von dem Moment, in dem Prentiss nach dem Tor in Richtung Tribüne lief, die Arme ausbreitete und schrie: "Jetzt glaubt ihr mir endlich!" Niemand wusste genau, wem er das zurief - vielleicht einem skeptischen Reporter, vielleicht seiner Mutter.

Was bleibt, ist ein Sieg, der später kaum schöner hätte fallen können. Washington City spielt weiter um den Titel, Real Caracas fliegt heim und wird sich fragen, warum man 90 Minuten lang alles richtig machte - und trotzdem verliert.

Oder, wie Levi Ackermann es trocken zusammenfasste: "Manchmal sind wir eben erst in der Nachspielzeit wach. Aber dann richtig."

Ein Satz, den man sich in Washington merken sollte - spätestens bis zum Halbfinale.

16.01.643991 10:20
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