Jamaica News Bulletin
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Später Treffer, laute Pfeifen: Whistling FC ringt Fire-House nieder

50.000 Zuschauer im "Whistle Park" erlebten am Samstagabend ein Spiel, das man wohl unter "späte Erlösung nach zähem Herumgerenne" verbuchen darf. Whistling FC gewann gegen den offensiv ambitionierten Fire-House FC mit 1:0 - das Tor fiel in der 88. Minute, als alle schon mit einem Nullnummern-Finale gerechnet hatten.

Held des Abends: Noe Goncalves, der linke Wirbelwind der Whistlers. Nach zahllosen Versuchen - ganze acht Torschüsse gingen allein auf sein Konto - traf er endlich ins Schwarze. Nach einem Pass von Christophe Musgrave zog Goncalves aus halblinker Position ab, der Ball rauschte unhaltbar für Fire-House-Keeper Sergio Fortun ins rechte Eck. "Ich hatte das Gefühl, wenn der nicht reingeht, dann pfeife ich mich selbst aus", scherzte der Matchwinner später mit einem breiten Grinsen.

Bis dahin war es ein Spiel, das eher die Geduld der Fans testete als deren Nerven. Fire-House begann furios - Benjamin Armstrong prüfte Whistling-Keeper Adil Aydemir schon in der ersten Minute, und Kevin Hafner legte in der fünften gleich nach. Doch Aydemir, sonst eher ein Mann der leisen Töne, brüllte seine Abwehr an, als ginge es um Leben und Tod: "Wenn ihr weiter so schlaft, fangt ihr das nächste Spiel auf der Tribüne an!" Danach war Defensive angesagt - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Trainer Jokel Star hatte seine Elf taktisch defensiv eingestellt, Ballbesitz ja (52,9 Prozent), aber bitte ohne Hektik. "Wir wollten geduldig bleiben", erklärte Star nach dem Spiel. "Und ehrlich gesagt: Ich hab’ auch ein bisschen auf das Glück des Tüchtigen gehofft." Das Glück kam spät, aber es kam.

Fire-House-Coach Dottore Caballero, der seinen Namen offenbar nicht zufällig trägt, analysierte das Ganze wie ein Arzt nach einer schmerzhaften Operation: "Wir haben das Spiel dominiert, aber keine Tore geschnitten. Am Ende hat uns die Präzision gefehlt - und vielleicht auch ein bisschen die Nerven." Seine Mannschaft schoss immerhin elfmal aufs Tor, doch keiner der Versuche fand den Weg ins Netz.

Schon zur Pause war klar: Hier wird kein Torfestival gefeiert. 0:0, ein paar Verwarnungen, zwei Gelbe Karten für die Gastgeber (Eric Gagnon in der 73. und Cesc Sorribas in der 84. Minute) - das war’s. Auf der Tribüne wurde gemurrt, ein älterer Herr rief Richtung Spielfeld: "Ich hab mehr Pfeffer im Sonntagsbraten als ihr im Angriff!"

In der zweiten Hälfte blieben die Whistlers ihrem Stil treu - kontrolliert, abwartend, beinahe meditativ. Fire-House dagegen drückte, presste, kämpfte. Caballero hatte Duarte Gama in der 55. Minute gebracht, um mehr Ordnung ins Mittelfeld zu bringen. Der Plan sah gut aus, das Ergebnis weniger. Gama kam zwar zu einem Schuss (81.), aber Aydemir pflückte den Ball seelenruhig herunter, als würde er eine Kokosnuss vom Baum nehmen.

Die letzten zehn Minuten glichen einem offenen Schlagabtausch - allerdings mit stumpfen Waffen. Dann kam die 88. Minute, Musgrave sah Goncalves starten, ein Pass, ein Schuss, ein Tor. Und plötzlich war der Whistle Park ein Tollhaus. "Ich wusste gar nicht, dass wir so laut jubeln können", lachte Goncalves später.

Statistisch war das Spiel ein Lehrstück in Balance: 15 Torschüsse für Whistling, 11 für Fire-House, fast gleiches Zweikampfverhältnis. Nur im Glück lagen Welten. "Fußball ist manchmal ungerecht", meinte Caballero, "aber heute war’s fast schon gemein."

Jokel Star hingegen sah es gelassen: "Ich sag’s mal so: Wir wollten defensiv stabil stehen und irgendwann treffen. Und genau das haben wir gemacht. Es war kein Feuerwerk, aber ein solider Arbeitssieg."

Am Ende blieb der Applaus - nicht laut, aber ehrlich. Whistling FC rettete sich mit diesem Sieg wohl endgültig in die obere Tabellenhälfte, während Fire-House FC weiter auf der Suche nach dem Torschlüssel bleibt.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Manchmal pfeift der Wind eben in die richtige Richtung." Und in diesem Fall war’s ein ziemlich glücklicher Pfiff.

30.07.643993 09:58
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
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