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Spanish Town verspielt 2:0-Führung - Falmouth Villagers retten Punkt in heißem Duell

Es war ein Abend, an dem 55.569 Zuschauer in Spanish Town alles bekamen, was ein Fußballherz begehrt - Tore, Karten, Drama und ein Lehrstück in Sachen verpasster Chancen. Am Ende stand ein 2:2, das sich für die Gastgeber wie eine Niederlage anfühlt und für die Falmouth Villagers wie ein kleiner Sieg schmeckt.

Trainer Ioannis Exis von Spanish Town hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, ganz nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung - und Verteidigung ist etwas für später. Und zunächst ging der Plan auf. In der 30. Minute war es der Routinier Pedro da Costa, der nach feinem Zuspiel von Lewis Stanton das 1:0 erzielte. Da Costa, 35 Jahre alt, grinste anschließend in Richtung Gästebank und rief laut genug, dass die erste Reihe es verstand: "Alt, aber nicht eingerostet!"

Nur zwei Minuten später legte der junge George Deschanel nach, nach Vorarbeit des flinken Rechtsverteidigers Asier Barros. 2:0 - und das Stadion bebte. In der Pressezone nickte man sich wissend zu: Das sah nach einem lockeren Heimsieg aus. "Wir haben sie in der ersten Halbzeit an die Wand gespielt", sagte Exis später. "Leider war die Wand in der zweiten Halbzeit auf unserer Seite."

Denn nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel. Falmouths Trainer Hermann Tüllinghoff, ein Mann mit grauer Mähne und noch grauerer Geduld, hatte offenbar die richtigen Worte gefunden. "Ich sagte den Jungs, sie sollen einfach so tun, als stünde es 0:0. Oder 0:2 - aber das klingt schlechter", lachte er nach dem Spiel.

In der 58. Minute war es Joel Marshal, der den Villagers neues Leben einhauchte. Der 21-Jährige traf nach Vorarbeit von Felix Bachmann zum 2:1. Der Treffer kam nicht aus dem Nichts - Falmouth hatte längst das Kommando übernommen, mehr Ballbesitz (53 Prozent) und zunehmend die besseren Chancen.

Elf Minuten später war das Comeback perfekt: Robert Desjardins, der rechte Flügelspieler mit der Dynamik eines Espresso-Doppels, knallte den Ball nach Pass von Moritz Brun ins Netz - 2:2. Auf der Bank von Spanish Town fielen Klemmbretter, und Trainer Exis’ Blick sprach Bände.

Statistisch blieb es ein ausgeglichenes Spiel: 14 Torschüsse der Gastgeber standen 10 der Gäste gegenüber, doch der Trend sprach eindeutig für Falmouth. Während Spanish Towns Offensivdrang in der zweiten Halbzeit mehr in Richtung Verzweiflung driftete - da Costa war da schon durch den jungen Didier Valentine ersetzt worden - blieb Falmouth ruhig, spielte lange Bälle, lauerte auf Konter.

Die Partie begann übrigens mit einem Paukenschlag ganz anderer Art: Nach gerade einmal 60 Sekunden sah Falmouths Rechtsverteidiger Serafim Choutos Gelb, weil er Dominique Merz beinahe die Stutzen polierte. Zwei Minuten später folgte Teamkollege Marcio Morte mit derselben Karte - offenbar hatte Schiedsrichterin Annette Brown beschlossen, gleich zu Beginn klarzumachen, dass der 9. Spieltag kein Wrestling-Event werden würde.

In der Schlussphase drängte Spanish Town noch einmal. Philippe Benoi hatte in der 71. Minute eine gute Gelegenheit, Dominique Merz in der 88. eine noch bessere - doch der Ball fand nicht mehr den Weg ins Tor. "Wenn wir noch zehn Minuten länger gespielt hätten, hätten wir vielleicht noch ein drittes kassiert", witzelte Exis nachher selbstironisch.

Auf der anderen Seite zeigte sich Tüllinghoff zufrieden: "In der ersten Halbzeit haben wir alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. In der zweiten fast alles richtig. Ich nenne das Fortschritt."

So endete ein wildes, unterhaltsames Spiel mit einem gerechten 2:2. Spanish Town verschenkte eine komfortable Führung, Falmouth bewies Moral und Kondition. Und die Zuschauer gingen nach Hause mit dem Gefühl, etwas erlebt zu haben, das man nicht alle Tage sieht: zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten und ein Trainerduell, das selbst Shakespeare gefallen hätte - Tragödie trifft Komödie, 90 Minuten lang.

Und irgendwo in der Kabine soll man Pedro da Costa murmeln gehört haben: "Früher hätten wir das 4:0 gemacht." Darauf antwortete der junge Rastislav Skrtel trocken: "Früher hast du auch noch keine 35 gehabt."

Fußball, wie er leibt, läuft - und lacht.

21.04.643987 15:45
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