Jamaica News Bulletin
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Spanish Town verliert Spektakel gegen Bull Bay in letzter Minute

Wenn 56.109 Zuschauer im Stadion von Spanish Town kollektiv den Atem anhalten, dann weiß man: Es war mal wieder einer dieser Abende, an denen der Fußball Geschichten schreibt, die kein Drehbuchautor besser hinbekäme. Am Ende triumphierte Bull Bay mit 4:3 (2:1) - und das erst dank eines eiskalten Schusses in der 94. Minute von Jerome DeBrosse, der den Gastgebern sämtliche Hoffnungen auf einen Punkt raubte.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen, zumindest aus neutraler Sicht. Beide Mannschaften starteten mit offenem Visier, als ginge es weniger um Punkte als um den Beweis, wer die schönere Offensive spielt. Und tatsächlich: Schon nach einer halben Stunde traf Bull Bays Linksaußen Hugo Manu zum 1:0, mustergültig bedient von Alexander MacMillan. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Manu später, "den Rest hat der Wind erledigt." Der Wind - oder vielleicht die Hintermannschaft von Spanish Town, die in dieser Szene kollektiv auf Abseits spielte und kollektiv falsch lag.

Doch die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. In Minute 38 drosch Linksverteidiger Sebastien Leachman, sonst eher als zweikampfstarker Abwehrmann bekannt, den Ball aus vollem Lauf ins Netz - Vorlage Bram Leyn. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Leachman lachend, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. Hat funktioniert."

Kurz vor der Pause schlug Bull Bay zurück, wieder durch Hugo Manu, wieder nach Zuspiel MacMillans. Trainer Sports Mann, der seinem Namen alle Ehre machte, kommentierte das trocken: "Wir üben das im Training - Flanke, Tor, Jubel. Heute hat’s zweimal geklappt."

Mit 2:1 ging es in die Kabinen. Während Spanish-Town-Coach Ioannis Exis an der Seitenlinie heftig gestikulierte, schien Bull Bay sich bereits auf den Bus zurück nach Hause einzustellen. Doch weit gefehlt: Nach der Pause kam Spanish Town mit Wucht zurück. Philippe Benoi, 35 Jahre alt, zeigte in der 55. Minute, dass Routine manchmal mehr wert ist als jugendlicher Übermut. Nach einem präzisen Zuspiel des jungen Jean-Pierre Lujan schob er souverän zum 2:2 ein.

Das Spiel war nun ein wilder Ritt. Torschüsse hagelte es - 14 für Spanish Town, nur 7 für Bull Bay -, aber Effizienz war an diesem Abend das Schlüsselwort. In der 70. Minute erzielte Bruno Calvente das 3:2 für die Gäste, nach Vorarbeit des eingewechselten Jannik Hoppe. Exis schmiss wütend seine Wasserflasche: "Wir waren dran, und dann schenken wir denen so ein Ding!", polterte er später auf der Pressekonferenz.

Doch sein Team zeigte Moral. Zwei Minuten später, Minute 72, wieder Lujan als Vorbereiter - diesmal auf Meik Berard, der eiskalt zum 3:3 einschob. Das Stadion tobte, die Zuschauer sangen, und ein älterer Herr auf der Tribüne wurde dabei beobachtet, wie er seine Tochter auf die Schultern nahm und rief: "Das ist unsere Stadt, das ist unser Fußball!"

Aber der Fußball hat eine grausame Ader. Als alle schon mit einem Remis rechneten, tauchte in der Nachspielzeit der frische Jerome DeBrosse auf, flankiert von Moritz Jahn. Eine Flanke, ein satter Schuss, ein Raunen - und plötzlich war es still. 3:4.

Bull Bay jubelte, Spanish Town stand fassungslos. Der Schiedsrichter pfiff kurz darauf ab, und nur Sekunden später begann das Pfeifkonzert von den Rängen. "Wenn du vier Tore auswärts schießt, darfst du auch mal ein bisschen Glück haben", meinte Bull-Bay-Coach Mann mit einem Schmunzeln.

Statistisch gesehen war das Spiel sogar ein kleiner Widerspruch: Spanish Town dominierte die Zweikämpfe (53,6 %), hatte mehr Abschlüsse, aber Bull Bay kontrollierte mit 57,6 % Ballbesitz das Geschehen - zumindest optisch.

Am Ende blieb der Eindruck eines Spiels, das mehr Emotionen als Struktur bot. Gelbe Karten für Pascal Berthier (11.) und den jungen Silvestre Mendilibar (82.) sorgten für kurze Diskussionen, eine Verletzung von Dominique Merz (77.) für betretene Gesichter.

Ioannis Exis fasste es nach Abpfiff so zusammen: "Wenn du drei Tore schießt und trotzdem verlierst, brauchst du keine Taktiktafel mehr - nur einen guten Psychologen."

Und vielleicht hatte er recht. Denn während seine Spieler enttäuscht in die Kabine schlichen, klatschte Bull Bay im Mittelkreis ab und feierte den Last-Minute-Sieg, als ginge es um die Meisterschaft.

Ein Zuschauer sagte beim Hinausgehen trocken: "Für so was zahlt man Eintritt - und Nerven."

Ein Fazit, das den Abend treffender kaum beschreiben könnte.

30.07.643993 17:52
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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