Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Spanish Town siegt im Torfestival - 18-Jähriger schreibt Geschichte

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob 79.500 Zuschauer in der "Estadio del Sol" wirklich alle das gleiche Spiel gesehen haben. Am Ende stand es 3:2 für Spanish Town gegen AD Salamanca - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet knapp klingt, aber in Wahrheit ein wildes, launisches und herrlich unberechenbares Fußballstück war.

Trainer Ioannis Exis hatte seine Elf gewohnt offensiv eingestellt, und das sah man von der ersten Minute an. Schon in der 7. Minute donnerte Pedro da Costa den Ball Richtung Gästetor, als wolle er die Latte persönlich beleidigen. Zwei Minuten später versuchte es Lewis Stanton, dann Henri Fairchild - ein rechter Verteidiger mit dem Selbstverständnis eines Mittelstürmers. In der 13. Minute wurde Fairchilds Übermut belohnt: Nach einem schnellen Flügelwechsel über den 18-jährigen Sebastien Auch jagte er den Ball ins Netz. 1:0. Und der alte Fairchild jubelte, als habe er gerade das Tor seines Lebens erzielt. "Ich wollte nur mal sehen, ob ich’s noch kann", grinste er später in die Mikrofone.

Doch AD Salamanca wäre nicht Salamanca, wenn sie sich davon beeindrucken ließen. Trainer Jürgen Schulz, stets ein Mann der trockenen Worte, rief seinen Jungs zu: "Jetzt spielen wir mal Fußball, ja?" - und siehe da, sieben Minuten später glich Jose Maria Sousa nach feiner Vorarbeit von Henrick Dag aus. 1:1, und plötzlich war das Spiel offen wie ein Roman von García Márquez: magisch, chaotisch, wunderschön.

Aber der Abend gehörte jemand anderem. In der 28. Minute tauchte Sebastien Auch - 18 Jahre jung, leichtfüßig wie ein Tanzschüler und frech wie ein Straßenkicker - im Strafraum auf. Nach einem Kopfballverlängerung von Laurent Gady nahm er den Ball volley und schlenzte ihn ins lange Eck. 2:1. Das Stadion bebte. "Ich hab’ einfach gemacht, was ich im Garten immer mache", sagte Auch später, als wäre das alles eine Kleinigkeit.

Mit dieser Führung ging es in die Pause. Die Statistik zeigte ein leichtes Übergewicht für Salamanca im Ballbesitz (52 zu 48 Prozent), aber Spanish Town hatte das, was man landläufig Effizienz nennt - und ein Publikum, das bei jedem Zweikampf kollektiv die Luft anhielt.

Nach dem Seitenwechsel kam Salamanca mit Wut im Bauch zurück. Und natürlich war es wieder Bernardo Niguez, der in der 49. Minute nach einem Traumpass von Juanito Ronaldo - ja, wirklich, so heißt der Mann - den Ausgleich erzielte. 2:2. Exis raufte sich die Haare, Schulz ballte die Faust. "Das war Fußball pur", murmelte ein älterer Herr auf der Tribüne, "aber mein Herz macht das nicht mehr lange."

Doch dann, in der 65. Minute, schlug der Teenager erneut zu. Göran Ohlson, 35 Jahre und mit der Ruhe eines Schachspielers, legte den Ball quer, und Auch versenkte ihn eiskalt. 3:2. Der Junge lief jubelnd zur Ecke, die Fans schrien seinen Namen, und Trainer Exis umarmte seinen Co-Trainer, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

"Der Junge hat keine Angst", sagte Exis nach dem Spiel. "Ich hab’ ihm gesagt: Spiel, als ob’s auf dem Schulhof ist - und das hat er wörtlich genommen." Salamanca drückte in der Schlussphase noch einmal, warf alles nach vorn, aber Spanish Town verteidigte mit Herz, Humor und gelegentlichen Schweißausbrüchen.

In der 91. Minute sah James Lindsay noch Gelb, vermutlich aus Frust - oder weil er einfach auch mal erwähnt werden wollte. Danach rettete David Wyler im Tor der Gastgeber mit einer Parade in der Nachspielzeit den Sieg und wurde von seinen Mitspielern fast erdrückt.

Am Ende standen 15 Torschüsse auf beiden Seiten, ein Ballbesitz-Duell auf Augenhöhe und ein Ergebnis, das die Fans von Spanish Town noch lange feiern dürften. Salamanca-Coach Schulz blieb gelassen: "Wenn du so verlierst, kannst du trotzdem stolz sein. Nur auf die Defensive bin ich’s heute nicht."

Und während die Spieler in die Katakomben verschwanden, stand Sebastien Auch noch immer auf dem Rasen, blickte in die jubelnde Kurve und schüttelte ungläubig den Kopf. "Zwei Tore in der Libertadores? Ich glaub, ich ruf gleich meine Mutter an."

Ein Abend also, der aus einem Teenager einen Helden machte, aus einem Verteidiger einen Torschützen - und aus einem Fußballspiel eine kleine Legende. Spanish Town lacht, Salamanca hadert, und die Copa Libertadores hat wieder eine Geschichte mehr, die man noch in Jahren erzählen wird - vorzugsweise bei einem kalten Bier und mit leicht übertriebenen Gesten.

06.06.643987 19:48
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager