Elfmeter
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SG Dresden gewinnt 2:0 - Junge Wilde tanzen Langenhagen aus

Wenn ein ganzes Stadion plötzlich nach Luft schnappt, dann hat meistens jemand etwas Außergewöhnliches getan. Am Sonntagabend in der Verbandsliga H war es ein 18-Jähriger namens Andrew Prentiss, der 3786 Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberte - und SC Langenhagen ein Stirnrunzeln. SG Dresden gewann 2:0 (1:0) und bleibt damit im Rennen um die oberen Tabellenplätze.

Dabei begann die Partie eher wie ein Schachspiel im Flutlicht: Beide Teams tasteten sich ab, 50:50 Ballbesitz, kein Pressing, keine Hektik. Langenhagen in seiner "balancierten" Ausrichtung versuchte, die Dresdner Defensive zu knacken - und scheiterte regelmäßig an Torwartveteran Stefan Probst, der mit 35 Jahren offenbar beschlossen hat, den Frühling seiner Karriere zu verlängern. "Ich hab einfach Spaß, die Jungen ein bisschen zu ärgern", grinste Probst nach dem Spiel.

In der 20. Minute wurde es dann plötzlich hitzig. Dresdens Mittelfeldmotor Albert Zahinos, 20 Jahre jung und mit der Selbstverständlichkeit eines alten Hasen, zog nach einem präzisen Zuspiel von Prentiss aus 16 Metern ab - und versenkte den Ball trocken links unten. 1:0. Trainer Maik Köppe ballte die Faust, als hätte er gerade eine Schachfigur geopfert, um den König zu stürzen. "Das war genau so geplant", behauptete er später mit einem Zwinkern. Ob das stimmt, bleibt sein Geheimnis.

Langenhagen reagierte, schob die Außen höher und kam durch Reichert (27.) und Holz (44.) zu guten Möglichkeiten. Doch Probst blieb ungerührt. Einmal sprang er mit ausgestrecktem Fuß dazwischen, ein anderes Mal flog er wie ein alter Tanzbär durch den Abendhimmel. "Wenn der noch einen Zentimeter länger wäre, hätte ich’s rein gemacht", murrte Langenhagens Stürmer Harald Beyer, der ohnehin einen gebrauchten Tag erwischt hatte.

Nach der Pause änderte sich wenig: Dresden blieb defensiv diszipliniert, Langenhagen versuchte es, aber ohne Biss. 17:11 Torschüsse - ein klares Zeichen dafür, wer hier mehr wollte. Und manchmal ist Wollen eben die halbe Miete. In der 80. Minute dann der Moment, der die Anhänger der SG Dresden von den Sitzen riss: Marvin Roth setzte sich auf der linken Seite durch, passte flach in den Strafraum, und Andrew Prentiss verwandelte eiskalt. 2:0. Der jüngste Mann auf dem Platz mit der Reife eines Routiniers. Danach verschwand er fast unter einem Berg jubelnder Teamkollegen.

"Ich hab gar nicht gesehen, dass der Ball drin war", stammelte Prentiss später. "Marvin hat so fest geschossen, ich dachte erst, ich hätt ihn verpasst." Ein Lächeln, ein Schulterzucken - und schon ging er Richtung Kabine, als wäre das alles nichts Besonderes.

Langenhagens Trainer, der nach dem Spiel wortlos in Richtung Bus davonschlurfte, hätte wohl gerne etwas anderes gesehen. Sein Team zeigte Einsatz, aber nur selten Inspiration. Die Statistik sagt alles: 49,4 Prozent Ballbesitz, 11 Schüsse aufs Tor - aber kein Treffer. Und das, obwohl die Norddeutschen eigentlich als abschlussstark gelten. "Sicher schießen" stand auf dem Taktikzettel - sicher vorbei, könnte man hinzufügen.

Die Dresdner hingegen haben mit dieser Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und taktischer Disziplin eine Duftmarke gesetzt. Köppes Mannschaft spielte, als läge ein unsichtbares Band zwischen Abwehr und Angriff. Besonders auffällig: Pauel Van Antwerp, der Mittelstürmer mit dem Namen eines niederländischen Malers, der mehrmals gefährlich auftauchte, aber kein Glück hatte. "Wenn der Knoten bei ihm platzt, dann rappelt’s richtig", prophezeite ein Fan auf der Tribüne, während er seine Bratwurst drehte.

Als der Schlusspfiff ertönte, war klar: SG Dresden hat nicht nur gewonnen, sondern auch ein Stück Selbstvertrauen getankt. Zwei Tore, zwei Youngsters, keine Gegentreffer - das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und doch war es genau so.

Trainer Köppe fasste es später mit einem Grinsen zusammen: "Manchmal reicht’s, wenn man jung, mutig und ein bisschen frech ist." Und tatsächlich - an diesem Abend hatte man das Gefühl, dass genau das der Unterschied war.

Ob Langenhagen daraus lernt? Vielleicht. Ob Dresden weiter so spielt? Hoffentlich. Denn Spiele wie dieses sind der Grund, warum man auch an kalten Märzabenden um 20:15 Uhr ins Stadion geht - in der Hoffnung, dass irgendwo ein 18-Jähriger den Ball bekommt und die Welt für einen Moment stillsteht.

Und falls Sie sich fragen, was Torwart Probst nach dem Spiel machte: Er schnappte sich einen Tee, klopfte Prentiss auf die Schulter und sagte nur: "Willkommen im echten Fußball." Ein Satz, der in Dresden wohl noch lange nachhallen wird.

02.06.643993 07:30
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