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Sergi Rodrigo erlöst Sevilla - ein Tor, 36.000 Seufzer der Erleichterung

Es war einer dieser Abende in Andalusien, an denen der Fußball riecht wie frisch gebackene Churros - süß, fettig und ein bisschen chaotisch. Bites Sevilla empfing Granada zum 31. Spieltag der 2. Liga Spanien, und 36.000 Zuschauer im Estadio de los Bocados bekamen zwar kein Torfestival, dafür aber eine Lektion in Geduld, Nervenkitzel und andalusischer Dramatik. Am Ende stand ein schmales, aber verdientes 1:0 - und ein Mann im Mittelpunkt: Sergi Rodrigo, 33 Jahre, rechter Flügel, Dauerläufer mit dem Charme eines alten Straßenkickers.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass Sevilla an diesem Abend etwas vorhatte. Offensiv eingestellt, mit viel Bewegung und noch mehr Torschüssen - 22 an der Zahl -, belagerten sie Granadas Strafraum wie Touristen den Plaza Nueva. Rodrigo prüfte Granadas Keeper Albert Ochoa bereits in der 7. Minute, dann wieder in der 10., 15. und 19. Minute. Letztere sollte Geschichte schreiben: Nach feiner Vorarbeit von Alejandro Xuarez, der den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers durch zwei Verteidiger steckte, zog Rodrigo ab. Der Ball rauschte - leicht abgefälscht - ins rechte Eck. 1:0, die Tribünen bebten.

"Ich wollte eigentlich flanken", grinste Rodrigo später. "Aber manchmal hat der liebe Fußball einfach Humor." Trainer Hamudi Salman lachte nur und legte ihm den Arm um die Schulter: "Wenn alle meine Flanken so enden, spiele ich nur noch mit Stürmern, die nie flanken wollen."

Granada reagierte auf den Rückstand mit Ballbesitz - 51 Prozent -, aber ohne wirklichen Durchschlag. Luis Montanes, eigentlich Innenverteidiger, versuchte es in der 12. und 78. Minute selbst aus der Distanz, vermutlich aus purer Verzweiflung. Seine Schüsse landeten irgendwo zwischen Tribüne und Tapasstand. Dazwischen tauchte Pedro Montanes, sein Namensvetter im Angriff, kurz auf und zwang Sevillas Torwart Pedro de los Reyes zu zwei Glanzparaden (51., 52. Minute). Der Keeper streckte sich, als wolle er eine Orange vom Baum pflücken, und hielt den Sieg fest.

Die zweite Halbzeit begann mit Gelben Karten und Gelächter. Jorge Hermenegildo, frisch eingewechselt und offenbar voller Tatendrang, sah in der 50. Minute Gelb, nachdem er mehr Ball als Gegner getroffen hatte - nur leider in umgekehrter Reihenfolge. Granada konterte fünf Minuten später mit Juanito Antolinez, der ebenfalls in den Notizblock des Schiedsrichters wanderte. Und als Joseba Duran (73.) sich dazugesellte, hatte der Unparteiische sein Soll an pädagogischen Maßnahmen erfüllt.

Trainer Salman reagierte früh: In der 51. Minute kam der junge Jose Maria Olazabal für den abgekämpften Rodrigo, später durfte auch Corey Carter für Rivilla ran. "Ich wollte den Jungs zeigen, dass wir auch mit frischen Beinen zittern können", scherzte Salman nach dem Spiel.

Granada versuchte es in der Schlussphase mit allen Mitteln - aber eher symbolisch als effektiv. Juan Pablo Estevo prüfte de los Reyes in der 89. Minute, doch der Torwart hielt so sicher, dass selbst die Ultras von Granada anerkennend nickten. Hamudi Salman dagegen stand an der Seitenlinie, zupfte an seiner Jacke und murmelte: "Wenn das so weitergeht, kriege ich noch Ballbesitz-Allergie."

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 22:6 Torschüsse für Sevilla, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das, obwohl Granada den Ball öfter hatte. "Wir hatten den Ball, sie das Tor", knurrte Granadas Mittelfeldmann Rolando Leone nach Schlusspfiff - eine prägnante, wenn auch schmerzliche Zusammenfassung.

Für Sevilla bedeutet dieser Sieg mehr als nur drei Punkte. Es war eine Demonstration von Willen, Pressing ohne Pressing (denn laut Statistik betrieben sie gar keins) und der Beweis, dass auch 48 Prozent Ballbesitz reichen, wenn man sie mit Herz nutzt. Kapitän Xuarez fasste es poetisch zusammen: "Manchmal ist Fußball wie Flamenco - nicht jeder Schritt sitzt perfekt, aber am Ende zählt der Rhythmus."

Als die Nacht über Sevilla hereinbrach, blieb das Licht im Stadion noch lange an. Sergi Rodrigo winkte den Fans, während Hamudi Salman sich ein letztes Mal umdrehte, in Richtung Tribüne lächelte und sagte: "Heute haben wir nicht nur ein Spiel gewonnen - wir haben Granada das WLAN geklaut. Kein Anschluss gefunden."

Ein sarkastisches, aber ehrliches Fazit: Schön war’s nicht immer, aber effektiv. Und wenn Bites Sevilla so weitermacht, könnte aus dieser 2. Liga bald ein Einbahnstraße Richtung Aufstieg werden - zumindest, solange Sergi Rodrigo noch "flanken" will.

31.03.643990 23:17
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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