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Schönbergs Frühstart schockt Bremen - 3:0 und kein Zweifel

Wer zu spät kam, den bestrafte an diesem frostigen Februarabend der FC Schönberg gnadenlos. Noch ehe die 16.000 Zuschauer im heimischen Stadion ihre Sitzkissen richtig platziert hatten, zappelte der Ball bereits im Netz der Bremer. Es lief gerade die erste Minute, als Julien Bosse, Schönbergs quirliger Linksaußen, nach Vorarbeit von Aleandro Grosso trocken einschob. "Ich hab einfach durchgezogen - manchmal darf man gar nicht nachdenken", grinste Bosse später, während Trainer und Mitspieler ihm klatschend auf die Schultern hauten.

Damit war der Ton gesetzt. Der SV Bremen, von Trainer Jack Schlakowski mit offensiver Grundhaltung ins Spiel geschickt, fand sich früh in einer Rolle wieder, die er sicher nicht geplant hatte: Statist in Schönbergs Gala. "Wir wollten offensiv beginnen - hat ja auch geklappt, nur leider in die falsche Richtung", bemerkte Schlakowski halb sarkastisch nach der Partie.

Der FC Schönberg dominierte Ball und Gegner mit 56 Prozent Ballbesitz und einer erstaunlichen Konsequenz im Abschluss. Nach einer Viertelstunde folgte das 2:0 - und das ausgerechnet durch Rechtsverteidiger Jorge Capone, der nach einer Ecke von Alfonso Varela den Ball humorlos unter die Latte drosch. Capone grinste später: "Ich dachte, ich träume. Normalerweise darf ich gar nicht so weit nach vorne."

Das 3:0 in der 21. Minute war dann endgültig der Nackenschlag für Bremen. Wieder Bosse, diesmal nach feiner Vorarbeit von Joao Serna, schob seelenruhig ein. Drei Tore in 20 Minuten - Schönberg spielte wie entfesselt, Bremen dagegen wirkte wie in Watte gepackt. Wer in dieser Phase auf ein Fußballwunder hoffte, musste schon sehr romantisch veranlagt sein.

"Nach dem dritten Tor hab ich nur noch gedacht: Jungs, lasst uns hier halbwegs würdig rauskommen", gestand Bremens Innenverteidiger Harald Parent ehrlich. Doch auch das gelang nicht wirklich. Zwar stabilisierte sich die Defensive ein wenig, aber nach vorne blieb alles Stückwerk. Acht Torschüsse verzeichneten die Statistiker am Ende für Bremen - keiner davon brachte Schönbergs Keeper Jacob Anderson ernsthaft in Verlegenheit.

In der 40. Minute versuchte Daniel Morriss sein Glück mit einem strammen Schuss - die wohl beste Bremer Szene des Abends. Anderson tauchte ab, hielt den Ball sicher fest und klopfte sich demonstrativ auf die Brust. "Ich wollte zeigen, dass heute keiner an mir vorbeikommt", sagte der Torhüter später mit einem Augenzwinkern.

Nach der Pause schaltete Schönberg einen Gang zurück, verwaltete das Ergebnis souverän und ließ den Gegner ins Leere laufen. Der Ball lief weiter sicher durch die eigenen Reihen, während Bremen zwar weiter "offensiv" aufgestellt blieb, aber eher wie ein harmloser Boxer wirkte, der nicht mehr an seine eigenen Fäuste glaubt.

Die zweite Halbzeit brachte nur noch wenige Höhepunkte - es sei denn, man zählt den unermüdlichen Bosse, der in der 54., 61., 81. und gar 89. Minute weiter fleißig auf das Bremer Tor zielte, als hätte er noch eine interne Wette am Laufen. "Ich wollte den Hattrick, klar", lachte er nach Schlusspfiff, "aber drei Punkte sind besser als drei Tore."

Pechvogel des Abends war Juan Pablo Costa, Bremens Mittelstürmer, der in der 85. Minute nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Dieter Römer - symbolisch für den Bremer Abend: ein Mittelfeldmann ersetzt den Stürmer, weil vorne ohnehin nichts mehr ging.

So blieb es beim 3:0, das bereits zur Halbzeit feststand. Schönberg hatte alles im Griff, Bremen durfte froh sein, dass es nicht schlimmer kam. 15 Torschüsse für die Hausherren, 8 für die Gäste - die Zahlen spiegeln das Geschehen treffend wider.

"Das war ein Statement", fasste Schönbergs Trainer trocken zusammen. "Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne viel Spektakel effektiv sein können." Und tatsächlich: Die Taktik war so unspektakulär wie erfolgreich - ausgewogen, geduldig, zielstrebig.

Für Bremen dagegen war es ein Abend zum Vergessen. Trainer Schlakowski versprach Besserung: "Wir müssen lernen, dass Offensive nicht heißt, den Gegner zum Toreschießen einzuladen."

Als die Flutlichter erloschen, sangen die Schönberg-Fans noch immer. Der junge Julien Bosse winkte in die Kurve, lächelte und sagte zum Reporter: "Wenn’s läuft, läuft’s. Heute hätten wir wahrscheinlich auch mit verbundenen Augen getroffen."

Und so ging ein Spiel zu Ende, das schon nach zwanzig Minuten entschieden war - ein 3:0 der klaren Sorte, bei dem Schönberg die Musik spielte und Bremen nur den Taktstock suchte.

Schlusswort? Vielleicht dies: Wer so früh einschläft wie Bremen in Halbzeit eins, darf sich nicht wundern, wenn der Wecker dreimal klingelt - und alle drei Male im eigenen Netz.

05.05.643990 14:39
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2 bis 3 Prozent.
Stefan Effenberg auf die Frage, wieviel Prozent seiner Leistungsfähigkeit er nach einer langen Verletzungspause schon abrufen könne
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