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SC Verl siegt dank Lutz-Hattrick in packender Schlussphase

Es war ein Abend, der in Verl noch lange in Erinnerung bleiben dürfte: 59.000 Zuschauer sahen beim 3:2-Sieg des SC Verl gegen den SC Norderstedt ein Wechselbad der Gefühle - mit einem späten Helden, der eigentlich gar keiner sein wollte. "Ich wollte nur meinen Job machen", sagte Mittelfeldmotor Mike Lutz nach dem Spiel bescheiden. Sein Job bestand allerdings darin, drei Tore zu erzielen und den Gästen aus Norderstedt die Heimreise gründlich zu verderben.

Dabei begann alles so gar nicht nach Verler Geschmack. Schon in der 11. Minute schockte Jose Djalo die Gastgeber mit dem frühen 0:1. Nach Vorarbeit von Jamie Davonport schlenzte der flinke Rechtsaußen den Ball unhaltbar in den Winkel. Verl-Trainer Big Bang - ja, so heißt er wirklich - kratzte sich am Kopf und murmelte Richtung Bank: "Das war jetzt nicht der Urknall, den ich mir vorgestellt habe."

Norderstedt, von Coach Andre Marsmann offensiv eingestellt, schnürte die Hausherren in der Anfangsphase regelrecht ein. Die Gäste wirkten spritziger, direkter, entschlossener. Verl dagegen spielte zunächst, als hätte man das eigene Tor unter Denkmalschutz gestellt. Die ersten 45 Minuten endeten mit 0:1 und einem gellenden Pfeifkonzert.

Doch Big Bang muss in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben - vielleicht auch einfach einen lauten Knall. Denn nach Wiederanpfiff trat Verl völlig verändert auf. "Ich hab’ ihnen gesagt, sie sollen endlich Fußball spielen, nicht Minigolf", verriet der Coach später mit einem Grinsen. Der Ball lief nun flüssiger, die Angriffe wirkten strukturierter, und in der 56. Minute fiel der Ausgleich: Morgan Perlman legte quer, und Mike Lutz traf aus 16 Metern flach ins Eck - 1:1.

Das Stadion explodierte, und Verl legte nach. Chancen durch Rodriguez und Langer häuften sich, doch Norderstedt blieb gefährlich. In der 76. Minute nutzte Filip Lindstrom eine Unachtsamkeit in der Verler Abwehr und brachte die Gäste erneut in Führung. Wieder hatte Davonport den entscheidenden Pass gespielt - und wieder sah die Defensive der Hausherren eher nach Schachbrettmuster als nach Abwehrkette aus.

Doch wer dachte, Verl sei geschlagen, kannte Mike Lutz nicht. Nur drei Minuten später drosch er den Ball aus dem Rückraum unter die Latte - 2:2. Und als in der 87. Minute Tomas Rodriguez auf links durchstartete, drei Gegenspieler stehen ließ und querlegte, war Lutz zur Stelle. Sein dritter Treffer, der den 3:2-Endstand besiegelte, ließ die Arena beben.

"Ich hab’ kurz überlegt, ob ich ihn durchlasse, aber dann dachte ich: Ach komm, einer geht noch", witzelte Lutz später. Trainer Big Bang war da emotionaler: "Ich bin stolz auf die Jungs. Und besonders auf Mike - der spielt heute noch, wenn ich ihn nicht einbrems’."

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: Verl hatte 54 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüsse, Norderstedt kam auf acht. Doch die Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Da war die Verletzung von Manuel Garcia in der 36. Minute, die die Gäste sichtlich aus dem Tritt brachte. Da war die Gelbe Karte für Thomas Darabont (62.), der sich nach einem rustikalen Einsteigen noch beschwerte: "Ich hab’ doch nur den Ball getroffen!" - worauf Schiedsrichter Hegemann trocken entgegnete: "Ja, aber der Ball war 20 Zentimeter links vom Knöchel."

In der Nachspielzeit holte sich auch Nils Wegener von Verl noch Gelb ab - eine Art Souvenir für ein intensives Spiel. "Das war’s wert", grinste der Linksverteidiger beim Abgang.

Als die Fans nach dem Abpfiff "Luuuuutz!" skandierten, stand der Matchwinner mit etwas verlegenem Lächeln vor der Kurve. "So viele Tore hab ich in der Schule nicht mal auf dem Bolzplatz gemacht", gab er zu.

Coach Marsmann von Norderstedt nahm die Niederlage sportlich: "Wenn du dreimal denselben Kerl nicht deckst, brauchst du dich nicht wundern. Vielleicht sollten wir ihn verpflichten."

Um 22:30 Uhr verließen die letzten Zuschauer das Stadion - manche heiser, manche glücklich, manche beides. Verl klettert mit dem Sieg in der Tabelle nach oben, während Norderstedt mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf abreist.

Fazit: Ein Spiel, das alles hatte - Drama, Tore, Emotionen und einen Helden, der eigentlich keiner sein wollte. Oder, wie Big Bang philosophisch zusammenfasste: "Manchmal braucht’s eben drei kleine Explosionen, um ein großes Feuer zu entfachen."

11.04.643994 07:10
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Otto Rehhagel
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