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SC Verl schockt Rüsselsheim - eiskalt und effizient zum 2:0-Auswärtssieg

Ein kalter Montagabend in Rüsselsheim, Flutlicht, 46.472 Zuschauer, und ein Heimteam, das sich offenbar vorgenommen hatte, den Ballbesitzrekord der Saison zu brechen - aber leider nicht den Torrekord. Am Ende jubelte der SC Verl über ein glattes 2:0 (1:0), und der FC Rüsselsheim stand da wie jemand, der zwar 57 Prozent Ballbesitz hat, aber keine Ahnung, was er damit anfangen soll.

Schon nach fünf Minuten war die heile Rüsselsheimer Fußballwelt erschüttert: Sascha Kirsch, der wendige Rechtsaußen der Gäste, schlich sich in den Strafraum, bekam die Kugel von Morgan Perlman perfekt serviert und schob sie eiskalt an Keeper Erik Wild vorbei. 1:0 für Verl, und die Heimfans hatten gerade erst ihr erstes Bier geöffnet. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Kirsch später. "Wenn ich zu viel drüber nachdenke, geht der Ball sowieso auf den Parkplatz."

Rüsselsheim reagierte, wie man es erwarten konnte: mit Wut, Wille und einem gelben Karton. In der 12. Minute holte sich Rechtsverteidiger Morgan Mills eine Verwarnung ab - vermutlich, um wenigstens mal in einer Statistik vorne zu liegen. Trainer Joao Felipe gestikulierte wild an der Seitenlinie, brüllte seine Spieler nach vorne, während SC-Verl-Coach Big Bang - ja, er heißt wirklich so - mit verschränkten Armen und einem süffisanten Lächeln dastand. "Wir wussten, dass Rüsselsheim gerne den Ball hat", sagte Bang später. "Aber den darf man halt auch mal ins Tor schießen."

Die Gastgeber machten Druck. Nuno Barros prüfte den jungen Gästekeeper Jacob Mayer mit einem satten Schuss in Minute 18, Björn König versuchte es kurz darauf aus der Distanz - beide Male ohne Erfolg. Verl lauerte, verteidigte clever und setzte immer wieder Nadelstiche. Besonders Kirsch war kaum zu bremsen, feuerte im Laufe des Spiels gleich viermal gefährlich aufs Tor.

Zur Halbzeit stand es 0:1, und der Stadionsprecher bemühte sich redlich, Optimismus zu verbreiten: "Alles noch drin, Freunde!" - was in etwa so glaubwürdig klang wie "Es ist nur ein Kratzer" nach einem Auffahrunfall.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild kaum. Rüsselsheim spielte weiter gefällig, kombinierte schön durchs Mittelfeld, doch sobald es ernst wurde, schien der Ball plötzlich zu glühen - keiner wollte ihn. "Wir haben uns in Schönheit verloren", gestand Mittelfeldmann Frank Ernst selbstkritisch. "Manchmal wär’s besser, den Ball einfach mal brutal reinzudreschen."

Verl blieb geduldig, ließ die Heimmannschaft anlaufen und wartete auf den Moment, der das Spiel endgültig entschied. Der kam in der 86. Minute: Der gerade eingewechselte 20-jährige Johann Naumann vollendete einen blitzsauberen Konter nach Vorlage von Innenverteidiger Edward Innes zum 2:0. Der Jubel im Gästeblock war ausgelassen, während auf der anderen Seite viele Rüsselsheimer Fans bereits Richtung Parkplatz schlichen. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich bereit bin für die Startelf", sagte Naumann später mit einem strahlenden Lächeln. "Und ehrlich gesagt: Es war mein erster Kontakt mit dem Ball."

Die Schlussminuten plätscherten dahin, Rüsselsheim versuchte es noch mit langen Bällen - allerdings meistens ins Nichts. Der Ballbesitz blieb hoch (56,6 Prozent), die Effizienz blieb niedrig (0 Tore). Verl hingegen zeigte, dass man auch mit weniger Ball (43,4 Prozent) und mehr Zielstrebigkeit Spiele gewinnt. 13 Torschüsse gegenüber 7 sprechen eine deutliche Sprache.

Trainer Felipe rang nach dem Abpfiff um Fassung. "Wir hatten das Spiel im Griff - nur das Ergebnis nicht", murmelte er. Auf die Frage, ob er Konsequenzen ziehen werde, antwortete er trocken: "Vielleicht üben wir morgen mal aufs Tor."

Sein Gegenüber Bang konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Ich mag es, wenn ein Plan funktioniert. Vorne eiskalt, hinten solide - was will man mehr?"

Und so verließ der SC Verl den Main mit drei Punkten im Gepäck und dem Gefühl, eine Mannschaft besiegt zu haben, die sich selbst im Weg stand. Rüsselsheim dagegen bleibt das Rätsel der Liga: Ballstark, lauffreudig, aber torgefährlich wie ein Kaktus im Winter.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es zum Schluss auf den Punkt: "Wir spielen schön - aber Verl gewinnt schön. Und das ist der Unterschied."

Fazit eines Abends, der wieder einmal bewies: Fußball ist kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Ergebnissport. Und der SC Verl hat das an diesem 18. Spieltag eindrucksvoll verstanden.

15.08.643987 19:38
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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